Donnerstag, 31. August 2017

August 2017 – Giarmata in den Medien

Dürreperiode
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 01.08.2017
Besonders die Ortschaften nördlich von Temeswar sind von einer sich anbahnenden Dürreperiode betroffen. Giarmata gehört auch dazu. Der Wasserlieferant Aquatim fordert die Bevölkerung auf, so sparsam wie nur möglich mit den Wasservorräten umzugehen. Der Druck in den Wasserleitungen wird sich spürbar verringern, warnt das Unternehmen. „Zum Begießen der Gärten ist es ratsam, auf alternative Ressoursen umzusteigen, wie Pumpbrunnen oder Regenwasserspeicher.
+ + + In Giarmata gab es in vielen Häusern der Deutschen große Regenwasserbassins in den Höfen, die das Regenwasser von den Hausdächern sammelte. Sie  waren in die Erde einbetoniert und müssten auch heute noch existieren. + + +

Warnung vor afrikanischer Schweinepest
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 07.08.2017
Ein ausführliches Informationsmaterial weist auf die Gefahr der afrikanischen Schweinepest hin. Angesprochen werden besonders die privaten Züchter von Schweinen. Ein ausführlicher Verhaltenskatalog für die Schweinehalter soll die Tiere im Dorf schützen.
+ + + Angesteckte Tiere verenden in der Regel. Also ist auch mit dieser Schweinepest nicht zu spielen. + + +

Neue Fabrik startet die Produktion
aus InfoGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 07.08.2017
Im Herbst wird der kanadische Autozulieferer Litens Automotive Eastern Europe SRL in seinem neuen Werk in Giarmata die Produktion aufnehmen. Gefertigt werden Rollen für Übersetzungsriemen. Man wird mit einer Belegschaft von 30 Mitarbeitern starten, die dann auf 250 ansteigen soll. Kunden von Litens sind VW und General Motors.

Gemeinderatssitzung mit Sportthemen
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 08.08.2017
Das ist schon die dritte Sitzung, in der die Gemeinderäte über die finanzielle Unterstützung der Giarmataer Sportvereine entscheiden sollen. Diesmal kommt sogar noch ein fünfter Ausgabeposten hinzu: ein Geldbeitrag für die Motorsportveranstaltung Rally-Kart Giarmata-Pișchia.
+ + + Wenn man sich schon für die vier Giarmataer Sportveeine so schwer tut, wie soll das dann bei einem Beitrag für den Motorsport klappen? + + +

Indiskutabel!
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 09.08.2017
In der ersten Runde des Rumänienpokals ist Millenium Giarmata mit 0:6 bei Șoimii Lipova ausgeschieden. Die Giarmataer haben mit folgender Mannschaft gespielt: Robert MikloşFlorin Olariu, Mihălceanu, Stupu, Ştefănescu, Codrea, Brănişteanu (Min. 46, Leucă), Grunţă, Stoica, Pricop (Min. 46, Domşa), Anagor.
+ + + Șoimii Lipova ist heuer in die dritte Liga aufgestiegen.  + + +

Weiterbildungsmaßnahmen für Rathausangestellte
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 17.08.2017
Es ist in Rumänien guter Brauch, dass der Staat seine Angestellten weiterbilden lässt. Besonders im Sommer – in 3 & 4 Sterne-Hotels mit Vollpension. Der Kreis Timiș / Temesch hat heuer 150.000 Euro für diese Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Wie man aus einer veröffentlichten Tabelle sehen kann, haben auch Giarmataer Angestellte profitiert. Die beliebtesten Tagungsstätten liegen am Schwarzen Meer, aber auch in Kurorten wie z. B. Bad Felix. Für die Giarmataer Funktionäre wurde über folgende Reiseanbieter gebucht:
FaxMedia Tour – 3.450 Lei, Hotel Majestic, Mamaia, im Zeitraum 6.-13. August
Inspire Travel – 2.522 Lei, Hotel Orizont
Inspire Travel – 2.743 Lei, Hotel Alpin
Inspire Travel – 4.110 Lei, ohne weitere Angaben
Inspire Travel – 2.091 Lei, ohne weitere Angaben
Inspire Travel – 2.550 Lei, ohne weitere Angaben
Harrison Consulting & Management – 4.471,56 Lei, Hotel Gociman, Mamaia
+ + + Warum nicht? Wenn ich denke, wo überallhin deutsche Firmen ihre Angestellten zu Weiterbildungsmaßnahmen schicken … Ob die dann allerdings auch gleich Frau und ein Kind - wie in Rumänien - mitnehmen dürfen …? +++

Die 5. Liga hat den Spielbetrieb aufgenommen
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 19.08.2017
- Liga V Timiș – Serie II – 1. Spieltag
Camaro Fibiș - Millenium II Giarmata   2:3
Utvin - Unirea Cerneteaz  2:1
Tabelle: 4  Millenium II Giarmata  3
              12  Unirea Cerneteaz  0

Ob das gut geht?
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 24.08.2017
 C4 (Liga III – Serie IV)
Mit dieser Mannschaft will Millenium Giarmata auch heuer den Klassenerhalt anstreben: Robert Miklos  (Jahrgang 1999), Florin Olariu und Mihai Olariu  (Zwillinge des Jahrgangs 1995), Darius Buzdugan (1994), Ovidiu Ștefănescu (1998), Mădălin Grunță (1997), Dorin Codrea (1997), Radu Domșa  (1994), Sebastian Stoica (1998), Alin Pricop (1999), Joseph Anagor (1992), Bogdan Aștelean  (2002), Andrei Rus (2000), Denis Tudorache  (2000), Sebastian Botz (1997), Daniel Grigoriu (2003), Laurențiu Copoeru (1999), Andrei Brănișteanu (1998), Mircea Stupu (1997) und der in diesem Sommer verpflichtete Veteran Adrian Bungău (1982).
+ + + Eine sehr junge und unerfahrene Truppe. Trotzdem: Hai Giarmata! In den zwei letzten Meisterschaften haben die Giarmataer immer knapp den Abstieg verhindern können. In der Mundart der Altjahrmarkter hieß es „Was zwatt, dritt sich!“. Also müssten die Burschen es auch diesmal schaffen – wenn der Geist der andersnationalen Altvorderen noch durch die Straßen des Dorfes weht, zumindest ab und zu.  + + +

Millenium bleibt Millenium
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar, 24.08.2017
Die angestrebte Umstrukturierung des Vereins aus einer ONG (Nichtregierungsorganisation) in einen Klub des öffentlichen Rechts, der zum Rathaus gehören soll, findet heuer nicht mehr statt. Das sagte Trainer Răzvan Leucă dieser Internetplatform. Also bleibt auch der Name des Vereins der alte.
+ + + Ich finde diesen Namen, Millenium Giarmata,  schön, er strahlt so ein bisschen in die Ewigkeit. + + +

Der erste Punkt ist eingefahren
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 25.08.2017
 C4 (Liga III – Serie IV) – 1. Spieltag
CS Millenium Giarmata – CS Gloria Lunca Teuz Cermei 2:2 (1:0)
Torschützen: Anagor (17) und Ghighilicea (87) für Millenium sowie Ianc (71) und Sulea (76) für die Gäste
Aufstellung CS Millenium: Robert MiklosFlorin Olariu , Mircea Stupu  – Robert Covăsală , Ovidiu Ștefănescu, Adrian Bungău, Radu Domșa, Dorin Codrea, Sebastian Stoica, Claudiu Ghighilicea, Anagor.
Tabellenplatz: 4  CS Millenium Giarmata  1
+ + + 15 Mannschaften treten heuer in dieser Gruppe der dritten rumänischen Fußballliga an. Millenium ist die dienstälteste Mannschaft aus dem Kreis Timiș / Temesch  in dieser Liga – seit 2009. Bravo băieți! + + +

18 Tagesodnungspunkte in der Gemeinderatssitzung
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 25.08.2017
Für den 31. August wird der Gemeinderat zu einer ordentlichen Sitzung einberufen. Alle 18 Tagesordnungspunkte behandeln Eigentumsprobleme von Grundstücken. Wegen der bestimmt nicht einfachen Materie ruft Bürgermeister Virgil Bunescu die Mitglieder des Rates auf, sich vorher in die Materie einzulesen.
+ + + Das müsste für einen Gemeinderat eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber beileibe nicht. Und das nicht nur in Giarmata. Wenn ich Stadtratssitzungen in Ingolstadt verfolge, habe ich oft den Eindruck, dass da so mancher Stadtrat nicht im Thema ist – aber sich unbedingt reden hören will. + + +

Ein neuer Kindergarten
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 27.08.2017
500 Häuser sollen einmal im Giarmataer Frühlingsviertel (Cartierul Primăverii) von meist jungen Menschen bewohnt werden. Da passt natürlich ein neuer Kindergarten hin. Er soll mit EU-Geldern gefördert werden. Zu gleicher Zeit soll der Kindergarten in Cerneteaz vergrößert werden, damit er doppelt so viele Kinder aufnehmen kann. Im neuen Giarmataer Kindergarten – die Ausschreibungen werden bald veröffentlicht werden – sollen 120 Kinder ganztags betreut werden. Man will bei dem Bau europäische Maßstäbe ansetzen.
+ + + Des spillt sich alles hinner de Neigässer Gärter ab, wu ich als klooner Bu noch Kolibas aus Strohbalotts gebaut hun. Un jetzt soll des alles ohne mich passeere. Is des denn meeglich? + + +

Pendler nach Temeswar stellen eine Wirtschaftskraft dar
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 29.08.2017
Laut einer Studie der Weltbank „kann Temeswar sich auf 234.847 Personen stützen, die ein Pendlerstatut“ haben. 45,9 Prozent dieses Personenkreises arbeitet versicherungspflichtig, der Rest sind Arbeitslose (2,3 Prozent), Rentner, Schüler und Studenten. Der Großteil dieses Personenkreises kommt aus den umliegenden Gemeinden von Temeswar: Dumbrăvița, Giroc, Ghiroda, Moșnița Nouă, Sânmihaiu Român oder Giarmata. 46 Prozent aller in Temeswar arbeitenden Pendler sind in der Autozulieferindustrie beschäftigt.

Mit der Geschichte ist das immer so eine Sache
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; August 2017
- Drei Tage lang wird auch heuer in Giarmata Ruga gefeiert: 8., 9. und 10. September. Los geht es mit den zahlreichen Veranstaltungen am Freitagnachmittag um 18:00 Uhr im „alten Park“. Rusalin Hoarcă, der Kulturheimdirektor, hofft in einem Interview auf schönes Wetter. Andernfalls müssten alle geplanten Aktivitäten ins Kulturheim verlegt werden. Erwartet werden neben den einheimischen Kulturgruppen auch viele Gäste, einige von weither. Aurel Tamaș und Laura Lavric reisen zum Beispiel aus dem fernen Iași / Jassy an, „von wo die wahre Folklore kommt“. Und dann sagt der Kulturmanager noch folgenden interessanten Satz: „Jeder ist stolz mit der Region aus der er kommt, aber in Giarmata gehören wir alle zusammen und bilden einen Kern, besonders weil bei uns in der Gemeinde mehrere Moldowener sesshaft sind, schon Jahre, seit der Ansiedlung.“
+ + + Tja, so ännre sich die Zeide un mit de Zeide aah die Geschichte. Ich hun immer gemoont, dass die eerschte Deitsche, die wu ins Dorf kumm sin, dort e paar serwische Familier vorfunn hun. Noh’m Rusalin Hoarcă seiner These misste die Serwe asso Moldowener geween sin odder moldowenische Serwe. Odder ware vleicht die eerschte deitsche Siedler Moldowener odder moldowenische Deitsche. Odder ... Mensch, ich werr jo schun ganz dorchnanner. Soll des vleicht mit meim Alter ...? + + +
- Eine Woche „Schule anders“ sollen alle Schulen des Landes in der Zeit vom 2. Oktober 2017 bis zum 31. Mai 2018 einplanen. Der Unterricht soll in dieser Woche mit praktischen Aktivitäten ersetzt werden.
+ + + Das gab es doch schon in der Lichtära des Genosse Ceaușescu. Auf „Remorkas“ wurden wir in die Weingärten des Staasgutes gebracht, um bei der Traubenlese zu helfen. Das waren noch Zeiten! + + +
- Die Verwaltung im Rathaus und der Gemeinderat wünschen allen Neuvermählten in Giarmata und Cerneteaz „ein Haus aus Stein“ und ein langes Leben. 
+ + + Dem kann man sich nur anschließen. + + +

Mittwoch, 23. August 2017

Der Pianist auf dem Donausteg

Sie kamen wieder mal zu Hunderten: die Ingolstädter. Und sie pilgerten vom Donausteg stromaufwärts, überquerten die Adenauer-Brücke und kehrten stromabwärts wieder zum Donausteg zurück. Und das an einem lauen Sommerabend. Nur über den Steg konnten sie nicht, denn dort saß jemand an einem weißen Klavier und spielte.

Sein Spiel wurde durch Lautsprecher verstärkt, so dass über der Donau eine Klangwolke schwebte. Viele ließen sich im Gras, direkt am Wasser nieder, andere hatten sich Strandstühle mitgebracht, eine Gruppe wollte sogar ihren geliebten Biertisch nicht missen – wir sind ja immerhin in Bayern – und andere zogen eben die samtene Bewegung bei eher verträumter Musik an der gemütlich dahinfließenden Donau und unter sommerlichem Sternenhimmel vor. Berieselt wurden sie von dem Mann am Klavier mit Stücken von David Lanz, Kevin Kern, Yiruma, Michelle McLaughlin, Giovanni Allevi oder Ludovico Einaudi. 

Michael Schmatloch (li.) und
Stefan Bernhardt am Klavier

Fotos: Anton Potche
Dream Concerts nennt sich diese vom gewesenen Barpianist, Fotograf, Chefredakteur des DONAUKURIER und erfolgreichen Romanautor (Vaticano) Michael Schmatloch initiierte Musikveranstaltung. Protagonist ist immer ein anderer Klavierspieler am gleichen Klavier mit einem jeweils anderen Programmschwerpunkt. Dieses Mal stand das Konzert unter dem Motto Moonlight in Heaven. Und der Mann am Klavier, der Ingolstädter Pianist und Musiklehrer Stefan Bernhard, war diesem Thema voll gewachsen. Sein Spiel wirkte konzentriert (die linke Hand vielleicht etwas zu betont) und kam links und rechts der Donau gut an. Der nach jedem Stück sich über der Donau vereinende Applaus war eine Anerkennung sowohl für das Konzept als auch für die musikalische Darbietung dieses Abends.

Die Pianisten bei den vorherigen Dream Concerts waren Jens Lohse (auf dem Y-Steg am Baggersee, Ingolstadt – Motto: Love and tears) und Gabriel Vlădescu (Donaustraße zwischen Ristorante Basco und DIE EISMACHER, Ingolstadt – Motto: As time goes by). Jojo Christen wird je ein Konzert am 25. August 2017 im Innenhof des Neuen Schlosses, Ingolstadt unter dem Motto Rhapsody in blues 1 und am 16. September 2017 unter dem Motto Rhapsody in blues 2 im Innenhof Turm Triva, Ingolstadt geben. Der Eintritt zu beiden Konzerten kostet 20 Euro. Die bisherigen Konzerte waren kostenlos. Ob auch Rhapsody in blues so viele Besucher anziehen wird?

Anton Potche

Montag, 21. August 2017

E kurascheerter Mann – de Tanielpheder

Tanielpheder: G’schichte vun die korzi Ele un vun die langi Woche; Originalausgabe: Schwäbische Verlags-Aktiengesellschaft, Temesvar, 1928; Nachdruck: Privatdruck, Lahr, 2010; Bestelladresse: Peter Winter, Stettiner Str. 5, D-77933 Lahr; Tel.: 07821-41998; E-Mail: winter-lahr@t-online.de

De Tanielpheder, des war e kurascheerter Mann, kann merr soon. Wer gebt schun e Bankjob, wie merr heit soon meecht, uf un werd Zeidungsredakteer? De Tanielpheder war so ooner. Er hot in Szegedin, Budapest un Wien studeert un hot irgendwann, genauer im Johr 1928, do war er grad mol 30 Johr alt, Bank Bank sein geloss un die Die Pollerpeitsch. A schwowisches Witzblatt for g’scheiti Schwowe, for halbg’bild’ti Herrischi un for die v’dorweni Städtler gegrind. Frieher hot die im Banat e jeder Schwob gekennt. Do hot merr nämlich alles des lese känne, was de Tanielpheder uf seine ville Reise dorch’s Banat so alles gsiehn, gheert un aah selwer erlebt odder erfunn hot.

Tanielpheder war dem Mann sei schwowischer Zeidungsschreiwernome. In Wirklichkeit hot er Peter Winter ghaaß und stammt aus Ostre (herrisch Ostern). Un wer waaß, vleicht hätt er sich gar net an so e neii Zeidung rongetraut, wann sei Schweervatter, de Rausch-Bauer ka dicki Brieftasch ghat hätt. Awwer wie aah immer, es war gut, dass de Tanielpheder im banader Zeidungswese Fuß gfasst hot, weil angeblich hot jeder dreißichster Schwob ooni vun 12.000 Pollerpeitsche vun ooner Auflaach – so um die 800 Nummre solles jo in 16 Johrgäng geween sein -  ghaaft. Leider war noh’m Kriech Schluss. Die Kommuniste hun de Tanielpheder enteignet, un der hot, bis er 1969 vu’me Bsuch in Österreich nemmi Hoom ins Banat kumm is, als CFR-ist , Stroßroomer un Naachtswächter arwete misse.

So Idiote ware die Kommuniste. Die hun doch vun seine Gschichte iwer die Schwowe bestimmt ka oonzichi geles, un des Bichlche G’schichte vun die korzi Ele un vun die langi Woche, des wu de Thanielpeder glei am Onfang vun seiner Zeidungsmacherkarriere rausgebrung hot, hadde se bestimmt aah net vor ehre Aue ghat. Do hädde se, die bleede Kommuniste, lese känne, was forr stramme Kerle ehre nationali Minderheit im Banat ghat hatt.

27 schwowische Gschichte, korz awwer saftich, un e Gedicht sin in dem Bichlche. Un merr kann soon, es geht kreiz un quer dorch die Haad (vun der Heck is kaum die Redd) un dorchs Lewe uf de schwowische Därfer. Merr kann lese un immer dabei schmunzle odder hart lache, wie de Matz freie gfahr is, de Vedder Jakob Kur halt (de Racki hot schun immer sei Wech in die Dialektliteratur funn), wie die Kerweih in Nitzkydorf abgelaaf is odder in „Oschtre“, un noch allerhand.

Sogar Unonstänniches is uf der Haad passeert. So zum Beispiel bei’me Haseowed: „Wie ’s Esse rum war, is g’politisiert gin. Vun de Marjafelder, die ihre Glaawe wille loswere, weil ihne der Pharre net passt, vun de Oschtermer, die ihre Pharre fortg’jaat han un jetz schun froh wäre, wann se nochmol ane hätte.“ Do schau her! Do muss ich als neitraler Leser schun mol perseenlich werre un festhalle, dass mei Johrmarker gottesfirchtiche Leit ware; do wär so etwas gar net vorstellbar geween.

Des muss merr em Tanielpheder uf e jede Fall losse: Der Mann hot schreiwe känne. Er halt sich net lang mit dem Wie un Forrwas uf un verzählt die fruckteste Gschichte grad so, wie wann se wirklich passeert wäre. Un merr kann se heit noch lese. Sogar in lateinischer Schrift un net im alte Gotische, wie merr seinerzeit noch Bicher gedruckt hot.

De Tanielpheder is 1985 im Schwarzwald gstorb. Wivll vun der schwowisch Wuchezeidung Die Pollerpeitsch bis heit iwerlebt hun, waaß ich net, awwer e Nohdruck vun seim scheene Bichlche hot sei Nachkomme Peter Winter, des kännt de Sohn odder schun e Engelche vum Tanielpheder sein, vor siwe Johr rausgebrung. Saftiche banatschwowische Gschichte zu’me saftiche Preis, kann merr zammfasse. Wer 22,90 (mit Versand) Euro forr 139 Seide Schwowisch ausgewwe will (um wivll die Post seit 2011, wie ich die G’schichte kaaft hun, teirer is wor, waaß ich jetz net), der kann an de Winter Pheder schreiwe un noo selwer lese.
Ganz sporsame banatschwowische Leser muss ich do leider entteische: Ich hun des Buch bei Amazon net funn. Asso gebt’s wahrscheinlich nicks mi’m billicher kaafe.

Berns Toni

Montag, 14. August 2017

Der ländliche Raum in Bayern während der NS-Zeit

Ich erinnere mich an Landserhefte, die ich in den 1960er Jahren hinter dem Schornstein auf dem Dachboden meines Elternhauses im rumänischen Banat fand. Natürlich war ich an deren Lektüre als 10-Jähriger kaum interessiert. Nur die bemalten Einbände faszinierten mich: Panzer, Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Kriegsszenen mit siegenden deutschen Soldaten. Schließlich sahen wir zu jener Zeit im Dorfkino ja auch Kriegsfilme und konnten natürlich die Landserbilder richtig einordnen – auch wenn die Kriegsfilme, die im Kulturheim gezeigt wurden, eher die Vietnam- und Koreakriege zeigten, natürlich mit den siegreichen kommunistischen Verbänden. Irgendwann sind die Hefte dann verschwunden. Vielleicht hat die Oma sie beim Schüren des Kessels oder des Backofens sinnvoll verwertet. Geblieben ist mir die Erinnerung an jene Zeit. Und die war mir erst kürzlich ziemlich präsent, als ich im Bauerngerätemuseum in Ingolstadt-Hundszell die Ausstellung Volk - Heimat - Dorf – Ideologie und Wirklichkeit im ländlichen Bayern der 1930er und 1940er Jahre besuchte.

Einer der Themenschwerpunkte trug die Überschrift Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Ich musste bei der Ansicht der ausgestellten Propagandamaterialien (Zeitschriften und Kriegsspiele) an die Landserhefte meiner Kindheit – lange nach dem Krieg – denken, aber auch an die „Kriege“ die wir in den Dorfgassen mit Holzpistolen und Gewehrattrappen führten. Manchmal kamen auch Pfeil und Bogen zum Einsatz, liefen doch in jener Zeit im selben Dorfkino auch die ersten Karl-May-Filme. Man stelle sich das Chaos in unseren von Abenteuerlust beseelten Herzen und verwirrten Köpfen vor. Vietnamesen, Koreaner, aber auch siegende Rotarmisten und flüchtende Landser (wer hatte da wohl Recht, die Filme oder die Heftebilder?) und dazu heldenhafte Indianer und weiße Banditen. Der Krieg war 20 Jahre vorbei, aber sein ideologischer Bodensatz gärte in Südosteuropa unbeschadet fort – nur eben nicht als nationalsozialistische Ideologie, sondern als kommunistische.

 So wird wohl jeder Besucher dieser Ausstellung seinen Gedanken nachhängen. Auf irgendeine Weise war jeder Teil der Gesellschaft vom Nationalsozialismus berührt, ein Themenschwerpunkt ist mit Durchdringung der Gesellschaft überschrieben. Auch das Leben auf dem Land. Und war der Weiler noch so klein und abgelegen. Die Gesetze und Verordnungen erreichten alle, auch wenn sie nicht immer befolgt wurden. Die Informationstafeln in dieser Ausstellung berichten davon. Es gab zum Beispiel ein Reichserbhofgesetz, das zum Ziel hatte, „eine Überschuldung der Höfe zu verhindern und vom »Kapital des Judentums« unabhängig zu werde.“

Das Themenspektrum dieser Ausstellung ist weit gefächert: Autarkiebestrebungen in der Landwirtschaft, Kleidung in den 1930er und 1940er Jahren, Mangel und Kriegswirtschaft, Die Rolle der Frau im Nationalsozialismus („Die »erbgesunde«, »arische« Frau sollte möglichst viele Kinder zur Welt bringen und diese ganz im nationalsozialistischen Sinne erziehen."), Arbeit adelt! Der Reichsarbeitsdienst (RAD), Behelfsheime für Ausgebombte, Zurück zur Scholle; Kleinsiedlungen in der NS-Zeit, Das Winterhilfswerk. Auch an das Jüdische Leben auf dem Land haben die Kuratoren gedacht.

Fotos: Anton Potche
Und an die Zwangsarbeit („Allein in Franken arbeiteten etwa 250.000 bis 300.000 überwiegend aus Osteuropa verschleppte Zivilarbeiter und zahlreiche Kriegsgefangene, darunter ein sehr großer Teil in der Landwirtschaft.“). Gerade hier zeigt neben dem vielen Bedrückenden die Ausstellung auch einen Lichtblick, ein Beispiel von erträglicher Kriegsfolge: „Der ukrainische Zwangsarbeiter Peter Diakon hat schon während des Krieges in der Dorfkapelle in Buch am Wald (Landkreis Ansbach) Schlagzeug gespielt. Er ist nach Kriegsende in dem Dorf geblieben und wurde als Schlagzeuger festes Mitglied der Dorfkapelle, die zu allen Anlässen aufspielte – vor allem zur Kirchweih.“

Ich begegnete bei meinem Schlendern durch die Ausstellungsräume vielen Menschen, meistens mittleren Alters und junge Leute. Auch eine ziemlich laute Gruppe schwarz gekleideter und tätowierter Frauen und Männer mit einem schreienden Kleinkind war dabei. Welcher Gesinnung die wohl anhängen, dachte meine Frau laut auf dem Heimweg. Darauf hatte ich keine Antwort. Wer sich so gibt, ist in der Regel stark links oder rechts. (Es gibt zum Glück auch Ausnahmen!) Was ein zu starkes Abtriften an politische und ideologische Ränder bewirken kann, wird den Besuchern dieser Ausstellung vermittelt – falls sie lernwillig sind. So gesehen, haben auch diese „Schwarzen“ ihre Eintrittskarte nicht umsonst gezahlt. Bleibt die Hoffnung, dass die ausgestellten Exponate, Dokumente, die Filme und Animationen auch bei ihnen die richtige Wirkung ausgelöst haben: Betroffenheit und der Wunsch, dass solche Zeiten Geschichte bleiben und in Ländern wie Venezuela, Nordkorea, Türkei und leider vielen anderen bald Geschichte sein werden.

Die Ausstellung kann in der Probststraße 13, 85051 Ingolstadt bis zum 31. Oktober zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: Dienstag bis Freitag 9 – 12 Uhr, Sonn- und Feiertage 14 – 17 Uhr; Besuche außerhalb der regulären Öffnungszeiten und Führungen auf Anfrage; Tel. 0841 / 305-1885(-1886); www.ingolstadt.de/bauerngeraetemuseum .
Anton Potche


Montag, 7. August 2017

Bösewichte hatten im Banat und in Siebenbürgen keinen leichten Stand

„Der seichteste Hohn journalistischer Weltweisheit gilt der Enthüllung, daß der Kulissenzauber eigentlich ein fauler Zauber sei, daß die Heroen der Bretter bei Tageslicht menschlicher aussehen, daß nicht alles Gold ist was glänzt, daß der Schein trügt und ehrlich am längsten währt. Literaten, die mehr aus Neigung als aus Begabung Satiriker sind, pflegen sich das Theatergetriebe, die Eitelkeit des Bühnenglücks, den Schauspielerkultus, den von Claque und Gärtner besorgten Ruhm als Spottrevier zu wählen. Ist die humoristische Wirkung als das Lustgefühl zu definieren, das durch die Aufdeckung eines Kontrastes ausgelöst wird, so wird es naturgemäß auf einem Gebiete, wo schon der Hervorruf eines toten Helden eine Welt von Kontrasten eröffnet, schwer sein, keine Satire zu schreiben. Der Geschmackvolle wählt das Schwerere. Flachköpfe, auf deren Antlitz Temperamentmangel kaum eine Hohnfalte erzeugen kann, haben von jeher ihrer Ernüchterungstendenz keinen bessern Spielraum gewußt als die Bretter, die, wie sie sagen würden, nicht die Welt, sondern die Halbwelt bedeuten. Das Theater ist die satirische Gehschule, in der sie mit schüchternen Gänsefüßchen die ersten Schritte wagen. Aber wahrlich, mir ist der Bauer, der dem Franz Moor von Temesvar nach der Vorstellung aufgelauert hat, mir ist der Mann, der kürzlich in Berlin dem alten Miller beim Hinauswurf des Präsidenten »Bravo! So ist’s recht!« zurief, und jener andere, der irgendwo anders dem Wachtmeister im »Zapfenstreich«, da er auf die Tochter losdrücken will, ein angstvolles »Thu’s nit!« entgegenschrie, mir ist sogar der Lebegreis, der einmal in »Ös Budavár« bei der Schaustellung der sich entkleidenden Pariserin dem im spannungsvollsten Moment sinkenden Vorhang mit ausgestreckten Armen wehren wollte, sympathischer als die kühlen Beobachter, welche die Schminke abkratzen, die Kränze zerpflücken und den Applaus auf seine Bestandteile von Begeisterung und Bezahlung analysieren …“

Da war einer nicht gut auf die Theaterkritiker zu sprechen. Und das war kein Geringerer als Karl Kraus (1874 - 1936) höchst persönlich. Seinem Unmut ließ er in der FACKEL Nr. 164 freien Lauf. Es ist allerdings schon ein Weilchen her. Im Juni 1904 war das gewesen. Dass Kraus in dieser Schmähschrift auch eine Anspielung auf eine Anekdote zu Schillers Die Räuber macht, dürfte heute niemand mehr wundern, wo man doch weiß, dass dieses Stück schon immer gut für Geschichten rund ums Theater war. Auch lange nach Karl Kraus. Und das sogar in der Gegend um Temeswar, wo jener Bauer sich anscheinend so richtig über Franz Moor geärgert hatte. Zu Recht, war der Franz doch ein echter Schurke.

Die emotionale Anteilnahme an dem Geschehen auf der Bühne hielt im Banat bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts an, als auch das Deutsche Staatstheater Temeswar mit Schillers Die Räuber die Dorfbühnen bespielte. Stefan Heinz-Kehrer (1913 - 2009) konnte aus der Neuzeit des deutschen Theaters im Banat schon immer viele Anekdoten erzählen. In seiner Autobiographie Im Zangengriff der Zeiten fasst er das schon von Karl Kraus erwähnte Phänomen so zusammen: „Irgendwo steht zu lesen, dass die Schiller’schen Dramen im allgemeinen und unter ihnen die Werke seiner Jugend im besonderen auf ein einfaches und unverbildetes Publikum heftig und mitreißend einwirken. Von der Richtigkeit dieser Behauptung konnten wir uns oft überzeugen.“

Der von Kraus erwähnte Bauer, muss sich über Franz Moor allerdings schon vor der vorletzten Jahrhundertwende geärgert haben, denn das deutsche Theater in Temeswar stellte bereits am 27. März 1899 mit Raimunds Verschwender seinen Betrieb ein. Und das für sage und schreibe 54 Jahre. Wie auch immer, die Banater Schwaben und auch die Siebenbürger Sachsen hatten ihre Herzen stets auf dem rechten Fleck, zumindest wenn sie ins Theater gingen. Und der Bösewicht Franz Moor hatte dabei keinen leichten Stand, weder im Banat noch in Siebenbürgen, wie man bei Karl Kraus und Stefan Heinz-Kehrer nachlesen kann. In Maldorf / Siebenbürgen rief einer im Saal „Bravo!“, als Amalia dem aufdringlichen Franz Moor eine schallende Ohrfeige verabreichte. Heinz-Kehrer hält dazu fest: „Niemand lachte über den selbstvergessenen Rufer! Er hatte allen aus dem Herzen gesprochen.“ (DONAUSCHWABEN KALENDER, 1996).
Anton Potche