Mittwoch, 31. Juli 2013

Juli 2013 - Giarmata in den Medien

TION.RO, Timişoara / Temeswar, 01.07.2013
Eine Polizeistreife hat den Giarmataer Bürger und Autofahrer D. Vasile 20 Minuten nach Mitternacht in einer Giarmataer Straße gestoppt und ihn einem Alkoholtest unterzogen: 1,01 Promille. Pech gehabt. Der Mann besitzt leider auch keinen Führerschein.
+ + + Doppelt Pech gehabt! + + +

SPORTTIM.ROTimişoara / Temeswar, 11.07.2013
Vorbereitungsspiel in Giarmata: Millenium Giarmata – Ripensia Timişoara  1:2. 
Für Millenium spielten: Gârlea  Furdean, Dancia, Oneț, Leucă, Bungău, Mihuța, Corlățeanu, Țăranu, Călin, Mihai Marian, Zele, Gârba, Dobra, Kalanyos, Leonte, Zaluschi, Drăghici und Feraru.
+ + + Start ist Start. Auch mit links. + + +

VEST24.ROTimişoara / Temeswar, 16.07.2013
Der Präfekt des Kreises Timiş / Temesch, Eugen Dogariu, reist von Ortschft zu Ortschaft, um sich die Probleme der Bürger anzuhören. In Giarmata wird er am 19. Juli ab 12:00 Uhr die Beschwerden der Leute entgegennehmen.
+ + + Politik am Bürger für den Bürger. Das kann auch angesichts der in Rumänien anvisierten Gebietsreform nicht schaden – für den Politiker, versteht sich. + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 22.07.2013
“S-au intors acasa! La Giarmata, nemţii plecaţi de zeci de ani au regăsit locurile natale, într-o sărbătoare plină de emoţie şi lacrimi de bucurie.“ (Sie sind heimgekehrt! In Jahrmarkt haben die seit Jahrzehnten weggezogenen Deutschen ihre Heimat in einer emotionalen und tränenreichen Feier wiedergefunden.) So überschreibt Radu Trifan einen ausführlichen, mit Stellungnahmen der Jahrmarkter HOG-Vorsitzenden Helene Eichinger, dem Wissenschaftler (cercetător ştiinţific) Luzian Geier und dem Giarmataer Bürgermeister Virgil Bunescu bespickten Artikel. An der katholischen Kirche (der deitsch Kerch) wurde eine Gedenktafel an Bischof Sebastian Kräuter eingeweiht und die „Kerchegass“ wurde in „Str. Episcop Krauter“ getauft. Der Beitrag enthält auch drei sehr aussagestarke Fotostrecken .
HOG-Vorsitzende Helene Eichinger,
 Bürgermeister Virgil Bunescu,
Pfarrer Dumea Bonaventura
+ + + Des haaßt nateerlich net, dass die Kerchegass jetz am Krautberch leiht. Sie bleibt dort am Kercheberch. Mer soll’s recht sein, weil ich hun sowieso schun lang ka Schlieder meh. 
Do kann merr siehn, wie des in Johrmark war. Uf jede Fall hot de Wind bei der Enthüllung vun der "placa comemorativă" gscheit geblos. Ich moon, des war em Bischof Kreider sei Ochtum. + + + 

DEUTSCHE SENDUNG RADIO TIMIŞOARA, 
Timişoara / Temeswar, 22.07.2013
Nachrichtensprecher Adi Ardelean las in dieser Montagssendung auch folgende Nachricht: „Die dritte Wallfahrt nach Maria Radna findet wieder zum Portiunkulatag am 2. August statt. [...] Die Siebenbürger Kapelle aus Reutlingen (A.d.V.: Ich vermute, gemeint ist Rüsselsheim.), geleitet von dem Jahrmarkter Peter Pesch, wie auch der Organist. Dr. Franz Metz sind für die musikalische Gestaltung zuständig.” Die Sendung informierte weiterhin sowohl in ihrem Nachrichtenblock als auch in einem ausführlichen Feature über den „wahrlich schönen Tag”, den „über 60 ehemalige und jetzige Jahrmarkter” gefeiert haben. „Die ehemaligen Deutschen aus dem Ort haben zusammen mit der Ortsverwaltung im Andenken an Sebastian Kräuter eine Gedenktafel an der katholischen Kirche angebracht und die Gasse neben der Kirche nach ihm benannt”, sagte die Sprecherin Astrid Weiss. Zu Wort kam auch Luzian Geier, der stellvertretende HOG-Vorsitzende. Er berichtete über das Zustandekommen dieser Aktion und warf einen Ausblick in die nahe Zukunft: „Kirchendachrenovierungen sind immer kostspielige Facharbeiten, und es soll in diesem Sommer noch begonnen werden, damit im Winter die Kirche wieder im Trockenen ist. Es kommen Gelder von der Diözese, auch die Gemeinde, auch die politische Gemeinde, also nicht die Kirchengemeinde, hat sich mit engagiert. Und natürlich kommen von der Heimatortsgemeinschaft – wir haben feste Zusagen, den Betrag den die politische Gemeinde gibt, den gibt auch die Heimatgemeinschaft, und wir haben neu einen Spendenaufruf veröffentlicht im Internet und auch in der Zeitung. Und ich denke, da kommt  genug Geld zusammen. Wir sind da schon optimistisch.”
+ + + Ich hun immer Schelleritze diene misse. Un jetz soll ich was gewwe? Na, des muss ich mer noch dorch de Kopp gehn losse. + + +

SPORTTIM.ROTimişoara / Temeswar, 23.07.2013
Millenium Giarmata startet am 31. Juli in die neue Fußballsaison. Der Drittligist trifft auf die neu gegründete und mit reichlich Vorschusslorbeeren ausgestattete Ripensia Timişoara. Das Spiel für den Rumänien-Cup (Cupa României) wird um 17:30 Uhr auf dem Electrica-Stadion in Temeswar angepfiffen.
+ + + Hai Giarmata! + + +

ZIUA DE VEST, Timişoara / Temeswar, 23.07.2013
Im Kreis Timiş / Temesch zirkulieren Gerüchte, dass die Demokratisch-Liberale-Partei (PDL) und die Volkspartei Dan Diaconescu (PP-DD) eine Abmachung getroffem haben, in Ortschaften, in denen sie die entsprechenden Mehrheiten haben, den jeweils amtierenden Vizebürgermeister aus dem Amt zu drängen, falls der einer anderen Partei angehören sollte. Betroffen wäre auch Giarmata.
 + + + Geht der Streit um den Vize jetzt schon wieder los? Zurzeit ist  Ionel Carabulia von der National-Liberalen-Partei (PNL) stellvertretender Bürgermeister in Giarmata. + + +

SPORTTIM.ROTimişoara / Temeswar, 23.07.2013
Die Giarmataer Fußballer sind heuer nicht in ein Trainingslager gefahren. Sie bereiten sich zu Hause auf die neue Spielzeit vor. Das scheint aber nicht unbedingt von Erfolg gekrönt zu sein. Von sechs Vorbereitungsspielen gegen Mannschaften aus unteren Klassen haben sie nur eins gewonnen. Das letzte Spiel gegen Gloria Arad wurde 0:3 verloren.
+ + + Tja. Moneasa-Luft gibt’s nun mal in Giarmata keine. + + +

SPORTTIM.ROTimişoara / Temeswar, 27.07.2013
Noch ein Vorbereitungsspiel: Millenium Giarmata Arsenal Flacăra Făget 3:0. Torschützen: PalkovacsBungău und Dîrvaru.
+ + + Na also, es geht doch.  + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 31.07.2013
Der Inder Rajesh Misca (Venkadri) ist Cricket-Trainer. In einem ausführlichen Interview zeigt er sich begeistert von der positiven Wirkung dieser Sportart in Giarmata. In der Gemeinde hätten sich 85 Kinder zu einer Talentsichtung eingefunden. „Giarmata este o mină de aur de talente“, sagt der Trainer der rumänischen Nationalmannschaft.
+ + + Eine Goldmine mit Talenten – aber keine Musikanten, sondern Cricketspieler. + + +

Freitag, 26. Juli 2013

Open Air mit der Audi Bläserphilharmonie

Der DONAUKURIER aus Ingolstadt titelte am vergangenen Samstag: Klassisches Sommervergnügen. Gemeint war das Open-Air-Konzert der Audi Bläserphilharmonie im Klenzepark. Das war aber nur der Auftakt zu einem anscheinend sogar vom Sommergott herbeigesehnten Wochenende mit unzähligen Freilichtkonzerten in ganz Deutschland und auch in der Region Ingolstadt. Die Kulturseiten des DONAUKURIER vom Montag (22. Juli 2013) waren ausschließlich den Festivals vom Wochenende gewidmet: Konzert im Klenzepark mit dem Georgischen Kammerorchester (Samstag), Taktraumfestival (Hip-Hop, Rock, Pop, Electro u.a.) auf dem Paradeplatz in Ingolstadt, Kulturtage in Eichstätt, Ballett in Kehlheim, Open Air in Pförring und, und, und.

Diese Freilichtveranstaltungen dienen so gut wie immer einem doppelten Zweck: einem musikalischen und einem gesellschaftlichen. Musik genießen ist das Eine und Bekannte treffen das Andere. Dass es dabei nicht so vornehm zugeht wie in konzertbestuhlten Sälen, wird als Konsens auch von Klassikfans akzeptiert. Das funktioniert schon darum ziemlich reibungslos, weil die Musik über riesige Lautsprecher verstärkt wird. Also kommt schon was rüber, auch bei Pianostellen. Natürlich versuchen die Orchester, ihr musikalisches Können auf höchstem Niveau unters Publikum zu bringen. Schließlich sind bei Freilichtveranstaltungen immer auch Leute dabei, die der gerade zum Tragen kommenden Gattung nicht unbedingt verfallen sind: Rockfans im Klenzepark oder Klassikfans auf dem Paradeplatz.

„Über 18.000 Besucher genießen im Klenzepark Klassik unter freiem Himmel und ein fulminantes Feuerwerk“, schätzt der Lokalreporter Karlheinz Heimisch in einem extra dem gesellschaftlichen Aspekt dieser Veranstaltungen gewidmeten Artikel und bezieht sich auf zwei Abende. Am Freitag hat er sich auch mit Franz Xaver Licklederer unterhalten. Der 86-Jährige hat ihm erzählt, dass er selber 48 Jahre lang in der Audi Bläserphilharmonie gespielt hat. Ob er ihm auch erzählt hat, dass er noch vor drei Jahren an gleicher Stelle in einem anspruchsvollen Programm das Flügelhorn geblasen und sogar am Klavier gespielt hat, weiß ich nicht. Klar ist aber, dass man ein solches Musikantenleben – Xari, wie ihn seine Musikerkollegen noch immer nennen, war Gründungsmitglied dieses Orchesters und einer der ersten Mitarbeiter im Audi-Stammwerk in Ingolstadt – nie ad acta legen kann, auch wenn man nicht mehr aktiv musiziert.

„Die Musik gefällt mir“, wird Xari zitiert. Da wird ihm die Mehrheit der ca. 8000 Besucher des Freitagskonzertes bestimmt zustimmen. Eine Charakteristik der Open-Air-Konzerte ist der Ohrwurm. Die Orchesterleiter wissen allzu gut, was in ein auf Sommerurlaub eingestimmtes Ohr passt. Christian Lombardi ist auch diesbezüglich ein erfahrener Mann. Er spielte mit den Audianern ein zwar anspruchsvolles, aber auch mit vielen Nachsummmelodien bespicktes Programm. Wer kennt nicht den ersten Satz von Beethovens 5. Symphonie (dieses Türklopfthema), oder die Ouvertüre von Rossinis Barbier von Sevilla, die Tritsch-Tratsch-Polka von Johann Baptist Strauß (dem Junior), den berühmten Ohrwurm aus Bizets Carmen usw. Und Bernsteins hatte er gleich zwei im Programm: Leonard & Elmer.

Die Audi Bläserphilharmonie hat auch bei diesem Open Air im Klenzepark (im Rahmen der von Audi ausgerichteten Sommerkonzerte) den Geschmack des Publikums getroffen. Zu der unterhaltsamen und qualitativ guten Bläsermusik passte hervorragend ein bestens aufgelegter und informierter Moderator; Michael Atzinger von BR Klassik, sowie ein fulminantes Feuerwerk. Mehr kann man sich an einem herrlichen Sommerabend an der Donau eigentlich gar nicht wünschen.

Anton Potche

Dienstag, 23. Juli 2013

Unerwartete Bezugspunkte

Franziska Graf (Hg.): Notre-Dame im Banat – Beiträge zur Geschichte der Klosterschule der Armen Schulschwestern von unserer Lieben Frau (1858 – 1948); Hrsg. Landesverband Bayern der LM der Banater Schwaben, München, 2009; ISBN 3-922979-62-9; erhältlich bei Franziska Graf, 85053 Ingolstadt, Maisthuber-Str. 19, Tel.: 0841/940624

Im März des Jahres 1834 gründete Mutter Theresia von Jesu Gerhardinger (1797 – 1879) in Regensburg den Orden der Armen Schulschwestern von unserer Lieben Frau, auch bekannt als Arme Schulschwestern de Notre Dame. Der Orden breitete sich schnell in Europa aus und hatte auch in Amerika Wirkungsstätten eingerichtet. Noch zu Lebzeiten der Gründerin wirkten über 3000 Arme Schulschwestern auf dem alten Kontinent und in Übersee. 1858 kamen die ersten sechs Schulschwestern auch ins damals österreich-ungarische Banat. Die Madjarisierungswelle sollte erst neun Jahre später über diese Region hereinbrechen.

Das Banat schien diese Lehrerinnen – denn nichts anderes wahren sie im wahrsten Sinne des Wortes – bitter nötig gehabt zu haben. Anders kann man die schnelle Ausbreitung ihrer Tätigkeit außerhalb Temeswars wohl kaum erklären. Zur Jahrhundertwende (1900) gab es im Banat schon 34 Schuleinheiten, an denen 628 Arme Schulschwestern unterrichteten. Eine segensreiche Entwicklung für eine segensreiche Tätigkeit, kann man da wohl sagen. Nur, was zwei Weltkriege nicht schafften, erledigten dann die Kommunisten. 1948 zerschlugen sie den Orden. „So wurden gleichzeitig 436 Schulschwestern brotlos“, heißt es in dem Geschichtsessay von Schwester Margit Donhauser. Das waren natürlich ebenso viele Einzelschicksale – einige von haarsträubender Unmenschlichkeit geprägt.

Zurzeit hat der Orden der Armen Schulschwestern zwar wieder ein Daseinsrecht, und sicherlich auch eine Daseinsberechtigung, seine ehemalige identitätsstiftende Wirkung wird er aber wahrscheinlich so schnell nicht mehr erlangen. Schwester Maria Alvera Lutz leitet heute die kleine Gemeinschaft der Armen Schulschwestern, einige von ihnen in fortgeschrittenem Alter. 

Dieses Buch enthält Beiträge von 23 Autorinnen, viele von ihnen Schülerinnen des Römisch-Katholischen Mädchengymnasiums Notre-Dame Temeswar. Diese Schuleinheit der Armen Schulschwestern bildet eigentlich den Kern der Sammlung. Dass es dabei nicht nur um sachliche Berichte geht, sondern oft auch um emotional aufgeladene Erinnerungen, ist leicht nachvollziehbar. (Auch Wiederholungen müssen nicht gleich zum Ärgernis werden; man kann ja beim Lesen überfliegen.)

Gerade Erlebnisberichte können ein anschauliches Bild dieser Schule und der Zeit ihrer Existenz wiedergeben. Was nicht alles passieren kann! Man lese und staune: „Zenzi lief gerade an uns vorbei, als eine Klassentüre mit großer Wucht geöffnet wurde und dabei unsere Zenzi voll an der Schläfe traf. Plötzlich lag das immer freundliche, eher stille Mädchen mit den großen blauen Augen, leblos vor uns auf dem Boden.“ So Hildegard Kremper-Fackner in einem Auszug aus ihrem leider nicht beendeten Buch 50 Jahre Schweigen. Aber es ging ja noch mal gut, denn wer eins und eins zusammenzählt, könnte auch zur Schlussfolgerung kommen, dass es dieses Buch hier gar nicht gäbe, wäre Zenzi damals nicht mehr aus dem Koma aufgewacht.

Ende gut, alles gut. Franziska Graf (*1933) hat ihre Liebeserklärung an „ihre Schule“ in Form dieses informativen und vor allem menschlich warmen Buches der Welt kundgetan. Und es ist auch hier wie bei vielen Büchern: Wenn man sich ihm mit Verständnis nähert und nicht lustvoll (oder lustlos) nach der Kritikerkeule greift, wird man belohnt. Als gebürtiger Jahrmarkter liest man Sätze wie die folgenden gerne gleich zweimal: „Schwester Chantal wurde im Jahre 1882 in Jahrmarkt geboren. Auch ihre Schwester Maria Cölestine Mayer war Schulschwester, sie leitete als Oberin das Kloster in Lippa. Schwester Chantal war Direktorin des Gymnasiums in der Josefstadt und unsere Klassenlehrerin. [...] Sie war in einer rein deutschen Gemeinde geboren und beherrschte die rumänische Sprache kaum.“ Franziska Graf scheint ihre Lehrerin verehrt zu haben. Das spürt man beim Weiterlesen. Und die Jahrmarkter und das Rumänisch? Na ja, dieses Verhältnis war 50 Jahre später auch nicht viel besser. Weil aber besonders in der Nachkriegszeit die Namen Jahrmarkt und Musik kaum zu trennen waren, sei noch ein Satz aus dem Beitrag Auch wir begleiteten unseren Bischof auf seinem letzten Weg, zum Tode von Msgr. Konrad Kernweiss, zitiert: „Es sang der Lugoscher Kirchenchor, und es spielte die Jahrmarkter Loris-Kapelle.“ Das war 1981.

So findet man Bezugspunkte, die man nicht erwartet hat. Das sind Beziehungen zu Welten, die in einem schlummern und durch wenige Sätze, wenn auch nur für begrenzte Zeit, im Geist Gestalt annehmen. Verklärtheit ist dabei sogar eine willkommene Begleiterscheinung, die bis in die Gegenwart wirken kann. Wie anders soll ein ehemaliger Jahrmarkter und jetziger Wahlingolstädter fühlen, wenn er dann auch noch erfährt, dass „Schwester Hadwigis als Maria Theresia Ludowika Haberl am 5. November 1893 in Ingolstadt geboren wurde.“ Auch sie lehrte von 1927 bis 1948 an der Notre-Dame in Temeswar.

Wer dieses Buch liest und die vielen und guten Schwarzweißfotos betrachtet, spürt etwas vom Wandel der Zeiten, vom Guten und leider auch vom vielen, viel zu vielen Bösen, das in den Lebensläufen der einzelnen Schulschwestern seine Spuren hinterlassen hat. Franziska Graf hat schon viele Bücher und Broschüren mit interessantem Informationsmaterial veröffentlicht. Dieses hier verströmt zusätzlich einen Hauch von Ergriffenheit. Es geht halt auch um die eigene Kindheit.

Anton Potche

Donnerstag, 18. Juli 2013

Spectacole open air la Ingolstadt / Bavaria / Germania

Serbarea populară (Volksfest) e una, serbarea cetăţenească (Bürgerfest) e cu totul altceva - cel puţin în oraşul bavarez Ingolstadt. Serbarea populară se ţine în fiecare an şi se caracterizează printr-un marş al asociaţiilor – se spune că Germania ar fi ţara asociaţiilor şi a cluburilor -, corturi imense şi o ofertă diversificată de aparate de distracţie. Spectacolul durează o săptămână sau chiar mai mult. Cadrul sonor este asigurat de fanfare şi formaţii de muzică populară şi uşoară cu un repertoriu în stilul manelelor. Foarte mulţi vizitatori poartă costume populare.

La Ingolstadt serbarea cetăţenească se organizează numai din doi în doi ani, fiind de sorginte mult mai recentă decât serbarea populară, veche de sute de ani. Locul desfăşurării este chiar centrul oraşului. Pe scene de diferite mărimi se prezintă formaţii artistice de o varietate uimitoare. Artişti profesionişti şi amatori – nu rareori de o expresivitate artistică demnă de admirat – se perindă timp de trei zile pe diferitele pieţe din „city”. Tradiţia populară nu joacă aici nici un rol. Oamenii se îmbracă lejer, potrivit timpului de vară. Cel mai mult diferă muzica.

La serbarea cetăţenească de la sfârşitul săptămânii trecute (12 – 14 iulie 2013) melomanii puteau să savureze cele mai diferite genuri muzicale de la muzică de fanfară până la rock, pop, soul, cover, oldie, rock'n roll, funk rock, electro classic sau jazz. Şi – o noutate pentru această serbare – timpul a ţinut, oferind locuitorilor de pe malul Dunării trei zile de voie bună cu multă muzică şi soare. Ziarul locul DONAUKURIER scrie de un număr de spectatori variind între 70.000 şi 100.000. Nu le-a numărat nimeni şi nici bilete de intrare nu s-au vândut în străzile oraşului vechi.

Totuşi a avut loc şi un spectacol la care nu puteai intra fără un bilet de intrare. Şi acesta trebuia să ţi-l procuri cu luni în urmă. În sala festivă a teatrului orăşenesc a concertat marele violonist David Garrett – un adevărat star de renume mondial care cîntă deopotrivă muzică clasică şi muzică modernă. El a interpretat concertul pt. vioară şi orchestră în re-major op. 77 de Johannes Brahms (1833 – 1897). Criticul cotidianului DONAUKURIER, Jesko Schulze-Reimpell, a avut numai vorbe de admiraţie pentru felul în care Garrett a interpretat „unul dintre cele mai casante, greu accesibile şi lungi concerte pt. vioară din istoria muzicii”. Asfel şi muzica clasică a făcut parte din imensa ofertă muzicală a serbării cetăţeneşti din Ingolstadt.

Cu această serbare orăşenească a început o serie de manifestaţii open air care vor avea loc şi anul acesta în oraşul de pe malul Dunării. Concertele open air au devenit o tradiţie foarte custată de publicul meloman, nu numai la Ingolstadt, ci în toată Germania. În multe centre culturale ale ţării au loc festivaluri muzicale. Astfel Ingolstadt găzduieşte de ani de zile festivalul muzical Audi Sommerkonzerte, în cadrul căruia concertează orchestre şi solişti de renume mondial. David Garrett a fost acompaniat de Orchestra Sinfonica di Milano sub bagheta lui John Axelrod.

Filarmonia de suflători Audi
Dirijor.: Christian Lombardi
Seria de manifestaţii continuă cu două concerte open air în Parcul Klenze, situat chiar pe malul Dunării, cu Filarmonia de suflători Audi, dirijată de Christian Lombardi – cu piese de Strauss, Rossini, Verdi, Bizet şi Beethoven – (19 iulie 2013, ora 20:30) şi Orchestra georgiană de cameră Ingolstadt, dirijor Lavard Skou Larsen, - cu opere de D’avila, Villa-Lobos, Carillo, Ginastera şi Ybaceta – (20 iulie 2013, ora 20:30).


Anton Delagiarmata

Dienstag, 16. Juli 2013

Seppi und Peppi unterhalten sich über die Geheimdienste

Seppi und Peppi sitzen im Bahnhofscafé des neu reparierten Bahnhofs einer deutschen Großstadt. Die Sonne lacht – nicht nur über den Paranoiajournalismus.

- Früher war das natürlich alles einfacher.
- Was war einfacher?
- Diese Geschichte mit den Geheimdiensten.
- Sag bloß, die hätte dich überrascht.
- Nein, das nicht. Ich mein ja nur, dass es früher einfacher war.
- Könnte das bisschen konkreter sein?
- Damals hast du doch gewusst, die Stasi, Securitate, der KGB und so weiter haben Spitzel, die dich ausspitzeln. So. Und dann hast du dich halt vorgesehen, wenn du irgendwo etwas sagen wolltest, das den Oberen vielleicht nicht gefallen hat. Und vor allem, du hast gewusst, was ihnen nicht gefallen hat. Aber heute weißt du nichts über deine Spitzel.
- Aber die Amis und Engländer wissen alles über dich.
- Das glaube ich nicht. Ich habe alles von mir in meinen Blog geschrieben. Alles. Die brauchen nur lesen. Die können sich bei mir das Anzapfen sparen.
- Und?
- Was und? Nichts! Kein Anruf. Gar nichts. Weder vom NSA noch vom GCHQ. Das ist eine Frechheit. Der DONAUKURIER hat geschrieben, die kennen alle Deutschen. Bin ich kein Deutscher? Der DONAUKURIER hat auch geschrieben, dass „das Internet vergisst nichts“. Wie sollen die mich vergessen, wenn sie mich gar nicht kennen? Das ist eine Frechheit.
- Warum willst du überhaupt, dass die dich kennen?
- Dann bist du doch wer. Die sagen das doch dem Obama. Hast du denn gar keinen Stolz? Stell dir mal vor, dein Telefon klingelt, mitten in der Nacht, du hebst ab und der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist dran, höchstpersönlich, und er sagt: Hallo, Mister Sepp, sie sind jetzt in unserer Kartei. Ich begrüße sie als den sechsmilliardsten virtuellen Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika. Herzlichen Glückwunsch! Als Dankeschön lade ich dich - darf ich du zu dir sagen, Mister Sepp? – zum nächsten Tag der offenen Tür in unsere NSA-Zentrale.
- Oh ja, das wäre doch was. Bedienung, bitte zweimal den Höchstprozentigsten aus deinem Regal.

Das Sommerloch ist total überhitzt. Gestern Winter, heute Hochsommer. Wie soll da nicht einiges durcheinandergeraten?




Dienstag, 9. Juli 2013

Rumänische Kulturpolitik

Nachdem die Regierung Ponta als eine ihrer ersten Amtshandlungen den damaligen Direktor des Rumänischen Kulturinstituts (ICR), eine dem Goethe-Institut ähnliche Einrichtung, den Kulturphilosophen Horia-Roman Patapievici seines Amtes enthoben hat, musste jetzt auch sein Nachfolger, Andrei Marga, in Amt und Würden seit September letzten Jahres, seinen Stuhl räumen. Der ehemalige Rektor der Clujer (Klausenburger) Babeş-Bolyai-Universität und Herderpreisträger war stark ins Schussfeuer der rumänischen Intellektualität geraten. Man hat ihm unter anderem kommunistische Kulturpolitik vorgeworfen.

Andrei Marga, der auch schon Außen- und Bildungsminister Rumäniens war, verweist auf Intrigen, die zu seinem (erzwungenen) Rücktritt geführt haben, ohne allerdings konkrete Namen zu nennen. Wo die wahren Strippenzieher sitzen, wird man wahrscheinlich auch nicht genau erfahren. Fakt ist nur, dass der Wechsel an der Spitze des Kulturinstituts vorgenommen wurde, nachdem Premier Victor Ponta von einer Berlin-Reise zurückgekehrt war.

Der neue Mann an der Spitze des ICR ist ein völlig unbeschriebenes Blatt, obzwar es in seiner Vita nicht an begleiteten Ämtern mangelt. Der 50jährige Lilian Zamfiroiu hat sich vom Chemietechniker, über den Rumänischlehrer und Ämter im Bildungs-, Verteidigungs- und Außenministerium sowie über verschiedene Journalistentätigkeiten bis zum Stellvertreter des Botschafters Rumäniens bei der UNESCO, Nicolae Manolescu, hochgearbeitet. Dieser ist seit Jahren Vorsitzender des rumänischen Schriftstellerverbandes. Die harscheste Kritik an Marga kam gerade aus der Reihe der Schriftsteller. Einige haben sogar die Buchmesse in Paris sabotiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Anton Potche

Donnerstag, 4. Juli 2013

Lucian Binder-Catana stellt aus - Bilder einer Vernissage

Künstler brauchen Freunde. Und Lucian Binder-Catana hat Freunde. Viele Freunde. Sie waren zur Vernissage seiner Ausstellung Ideogramme, Malerei + Zeichnungen in die Harderbastei zu Ingolstadt gekommen. Ausstellungseröffnungen gehören zu den gesellschaftlichen Ereignissen einer Stadt. Man sah auch hier so manches bekannte Gesicht aus dem öffentlichen Leben.

Und diese Gesichter begegneten wiederum Gesichtern. Meist verzerrten, grimassenhaften Gesichtern. Gesichter gemalt von Lucian Binder-Catana. Die Körper, zu denen diese Gesichter gehören sind nicht weniger schrullig, verbogen, verzerrt. Vor Schmerz? Vor Übermut? Wer kann das schon so genau wissen? Nur der Künstler selber. Es war seine Hand, die diese oft kreaturhaften Gestalten geschaffen hat, und es war sein Blick, der sie eingefangen hat. Irgendwann. „Ich versuche Momente zu konservieren“, erklärt der Maler seine Kunst.

Und diese Kunst ist der wahre Gegensatz zu Konsum und Lifestile, erläuterte Dr. Isabella Kreim in ihrer kurzen, aber sehr sachbezogenen Einführungsrede. Das Thema dieser Bilder ist augenscheinlich Gesellschaftskritik. Ihr Schöpfer arbeitet in der Werbebranche, wo Glanz und Glimmer dominieren. Und wenn er diese Welt verlässt, trifft er auf den Alltag mit all seinen Problemen. Dieser Kontrast wiederum gebiert Kunst. Kunst, die zum Verweilen anregt, auch zum Nachfragen und vor allem zum Diskutieren. Auch die Maltechnik wirft Fragen auf. Gut, wer nicht ganz kunstfremd durchs Leben geht, hat schon mal von Acryl auf Leinwand, Öl auf Leinwand und auch Tusche auf Papier gehört oder gelesen. Aber dieses angebräunte Papier? Auch dafür gibt’s eine Erklärung. Frau Dr. Kreim hat erzählt, dass Lucian Binder-Catana in seinem Leben in Rumänien oft nur schwer genießbaren Kaffee vorgesetzt bekam. Und den Satz hat er zum Einbräunen seines Zeichenpapiers benutzt. Eine Gepflogenheit, die er bis heute beibehalten hat.

Oh, ja. Da kamen Erinnerungen auf. Nicht bei Frau Kreim, aber bei mir. Cafea de năut – Kichererbsenkaffee (auch mazărea berbecilor – Schafbockerbse genannt) oder cafea de cicoare – Zichorienbrühe. Verrauchte Kneipen in der alten Bastion aus der Türkenzeit. Und verbotene Liebschaften. Jugendzeit. Grandios. Was Kunst und ihre Interpretation mit Menschen alles anstellen kann. Danke Lucian Binder-Catana! Danke Frau Dr. Isabella Kreim!

Künstler brauchen Freunde. Lucian Binder-Catana hat Freunde. Künstler brauchen aber auch Käufer. Lucian Binder-Catana hat auch Käufer. Die Gespräche über Kunst und Gesellschaft hatten kaum begonnen und schon wurden die ersten roten Punkte auf Bilderrahmen geklebt. Verkauft. Und es waren wahrlich nicht die billigsten der zwischen 350 und 1500 Euro liegenden Bilder.

Die Ausstellung kann bis zum 10. Juli 2013 besucht werden.

Dienstag, 2. Juli 2013

Ich hun mer jo norr so gedenkt

Kapitel I

Do unlängst hun ich in der ADZ (des is die ALLGEMEINE DEUTSCHE ZEITUNG FÜR RUMÄNIEN) – geles, dass die Flissichgas-Pipeline „Nabucco“ gebaut werd un aah dorch Rumänien geht. Sie kummt vum „Kaspischen Raum“ un geht iwer „die Türkei und den Balkan nach Westeuropa“. So stehts in der Zeidung. Und dort war aah e Landkartskizze, ganz oonfach, oone Ortschafte.

Awwer ich moon, die „Nabucco“ geht aah dorchs Banat. Mer wär des jo gar net so ufgfall wann ich net in dem Artikel aah noch dee Satz geles hätt: „In den vier rumänischen Verwaltungskreisen sind insgesamt 16.000 Grundstücks- und Immobilienbesitzer von der Trassenführung betroffen, also zu entschädigen.“

Leit, do fließt Geld. Bei so’me internationale Projekt geht’s um Milliarde. Do werd gut gezahlt forr Grund un Heiser. Mer is ganz warm um’s Herz wor, wie ich mer vorgstellt hun, Mensch, jetz wär fleicht net schlecht, wannst dort unne, bissje abseits vun Johrmark, vleicht in der Lukin odder in Scharrad e Grundstick hättst; mi’me Haus druf wär noch besser.

Ich hun des meiner Wes gsaat. Awwer besser hätt ich’s geloss. Ich will Eich sei Antwort aah erspare. Na ja, ich hun mer jo norr so gedenkt.

Kapitel II

Awwer manchesmol zahlt’s Denke sich wirklich net aus. Heit morjet hun ich die Zeidung ufgschlaa, de DONAUKURIER vun Ingolstadt, un sofort is mer uf der Wirtschaftsseit e Titel in die Aue gfall: „Kein Erdgas für Nabucco“. Un do steht: „Schwerer Rückschlag für das von der EU unterstützte Nabucco-Projekt: Die geplante Pipeline soll kein Gas vom aserbaidschanischen Gaskonsortium Shah Deniz II bekommen.“

Ich moon, ich geb dee Gedanke mit dem Grundstick in Scharrad odder der Lukin jetz wirklich uf. No is aah wedder Ruh im Haus.

Berns Toni