Donnerstag, 31. Januar 2013

Januar 2013 - Giarmata in den Medien


ZIUA DE VEST, Timişoara / Temeswar, 04.01.2013
2012 wurden in Rumänien 140 km Autobahn fertiggestellt. Die Strecke Giarmata – Remetea gehörte dazu. Laut Marius Popovici, Ingenieur, Berater für zivile und hydrotechnische Bauten sowie Straßenbau, könnten heuer allein im Westen Rumäniens 140 weitere Kilometer für den Verkehr freigegeben werden.
+ + + Das klingt nicht schlecht als Neujahrsbotschaft. + + +

deBANAT.RO, Timişoara / Temeswar, 13.01.2013
Ştefan Blănaru war einer der besten Fußballer von Millenium Giarmata. Vor einem Jahr wechselte er zu Luceafărul Oradea. Jetzt wurde er dort auf sie Transferliste gesetzt. Die Giarmataer zeigen erneut Interesse.
+ + + Alte Liebe rostet nicht. + + +

BANATSPORT.RO, Timişoara / Temeswar, 14.01.2013
Der Fußballverein Millenium Giarmata ist sich mit den zwei ehemaligen A-Ligaspielern Rică Neaga und Ciprian Străuţ einig. Die zwei werden in der Rückrunde spielberechtigt sein.
+ + + Wo ich doch der Meinung war, die Giarmataer hätten finanzielle Engpässe. Nun hofft man auf A-Ligapässe und -tore. Mult noroc! + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 17.01.2013
Um 6:00 Uhr klingelte die Temeswarer Polizei an fünf verschiedenen Wohnungen. Ihre Insassen waren in fremde Wohnungen eingestiegen, ohne zu klingeln. Und sie ließen eine Menge fremdes Eigentum mitgehen. Auch in Giarmata waren sie unterwegs.
+ ++ Angeblich waren sie nur in Villen eingebrochen. Die müssen sich als moderne Robin Hoods gefühlt haben. + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 19.01.2013
ACS Poli spielt bekanntlich in der 2. rumänischen Fußballiga. Die zweite Mannschaft des Clubs in der 6. Liga. Das ist dem Poli-Trainer Vali Velcea zu weit weg von der ersten Mannschaft. Er favorisiert eine engere Zusammenarbeit mit irgendeinem Club aus der 3. Liga. Unter anderem denkt er auch an Millenium Giarmata.
+ + + Das würde für die Giarmataer nicht unbedingt zum Nachteil sein. + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara / Temeswar, 22.01.2013
Die Regierung in Bukarest hat den Kommunalverwaltungen Rumäniens empfohlen, die Gemeindegebühren & -steuern zu erhöhen. Obwohl das Ganze noch nicht in ein Gesetz gegossen ist, langen einige Kommunen schon hin. Zu den Ortschaften des Kreises Timiş / Temesch, die keine Gebührenerhöhung durchführen wollen, gehört auch Giarmata.
+ + + Zumindest vorläufig. Oder soll das etwas mit den ausgewanderten Jahrmarktern zu tun haben, die angeblich wieder Haus & Grund in Giarmata erworben haben? Man hört ja so viel. + + +

deBANAT.RO, Timişoara / Temeswar, 23.01.2013
Die Polizei hat fünf Zigeunerfamilien in Cerneteaz, das zu Giarmata gehört, den Strom gekappt – wegen ausstehenden Stromzahlungen.
+ + + Die ärmste, aber auch anpassungsresistenteste Volksgruppe Rumäniens sind nach wie vor die Zigeuner – für politisch Korrekte sind das die Romas.+ + +

Dienstag, 29. Januar 2013

Lese- und Kaffehauskultur in Ingolstadt


Das klingt vielleicht überspitzt, einige mögen es gar übertrieben finden und andere von einer nostalgischen Schwärmerei nach literarischer Stammtischatmosphäre wie einst im Romanischen Café zu Berlin oder im Wiener Café Griensteidl  reden. Daran mag etwas liegen. Für einen Menschen, dessen Sein sich aber aus Heute und Gestern zusammensetzt, gehen Kulturen nie unter. Sie begleiten ihn ein Leben lang; und das umso mehr je häufiger Spurenelemente dieser Kultur im jeweiligen Zeitgeist sicht- und spürbar bleiben. Der neue STERN-Herausgeber Dominik Wichmann sagte kürzlich in einem Interview mit DER ZEIT, dass er bei einem Besuch Seattles (USA) unter anderem auch von der dortigen „Lese- und Kaffeehauskultur“ angetan war. Sie lebt also weiter, die Gepflogenheit des Vorlesens im Café; und das nicht nur im deutschen Sprachraum.

Und sie ist anders als die als Event vermarktete Lesung mit Stars der Szene. Die Lesekultur im Kaffeehaus hat einen Hauch von Intimität. Man kennt sich. Man liest. Man spricht - mehr oder weniger – über die vorgetragenen Texte. Ach ja, man hat sich einen Tee oder einen Kaffee bestellt und damit alle Voraussetzungen einer gemütlichen Anderthalbstunde geschaffen. So kann man sich eine Lese- und Kaffeehauskulturatmosphäre in Berlin, Wien, Seattle oder eben auch in Ingolstadt vorstellen. Und wahrlich, man liegt nicht weit daneben. Als wäre die Zeit stehen geblieben.

 In Ingolstadt gibt es seit etlichen Jahren einen Autorenkreis. Er wird zurzeit von Susanne Feiner und Michael von Benkel geleitet. Zu einer richtigen Lese- und Kaffeehauskultur gehört selbstverständlich ein Café. Die Ingolstädter Autoren treffen sich monatlich im Café Maximilian) in der Ingolstädter Altstadt. Dort veranstalten sie auch in unregelmäßigen Abständen öffentliche Lesungen, bei denen Autoren aus ihren Werken lesen. Die Reihe nennt sich Lesung ohne Motto. Die letzte Lesung dieser Reihe fand am 24. Januar statt und war auf Eineinhalbstunden anberaumt. Es traf sich gut. Donnerstagabend. Kalt in der Schanz. Vereinzelte Frau-Holle-Federn und mein Bedürfnis zuzuhören. Mal das Gefühl, etwas selber sagen zu müssen, unterdrücken und die eigene Konzentrationsfähigkeit auf den Prüfstand stellen. Wie lange kann ich einer Handlung folgen, ohne in Gedanken abzuschweifen, um mich dann erschreckt zu fragen: Verdammt, wo ist der Faden?

Fünfzehn Leute saßen im Café Maximilian an Tischen in einem zu einer Seite geöffneten Karree. An dieser Seite stand ein Tisch mit einer Kerze drauf. Meine Fantasie überspielte mir Bilder von der Gruppe 47. Aber es kam ganz anders. Giesela Geiseler las als Erste der drei im Raum Ingolstadt zu den bekannten Namen gehörenden Autoren. Die Schriftstellerin hat im Regensburger Verlag verweiledoch zwei Bände mit Erzählungen veröffentlicht. Ihre Texte haben nach eigenem Bekunden einen realen Kern, der in fiktionalen Hüllen verpackt ist. Die bei dieser Lesung vorgetragenen Erzählungen zeugen von einer sehr anspruchsvollen, aber gleichzeitig verständlichen Sprache, obwohl immer wieder auch Wörter oder kurze Sätze in Fremdsprachen im Text vorkommen. Selbst wenn man sie nicht versteht, wirken sie nicht störend sondern erhellen das jeweilige Lokalkolorit; selbst dann, wenn es um eine dunkle Geschichte geht, die zum Beispiel Fremdenfeindlichkeit in Spanien thematisiert. Dass die Autorin aber um einen inhaltlichen Ausgleich bemüht war, bewies sie mit ihrer zweiten, nach der Pause gelesenen Erzählung Dolce Vita. Caféatmosphäre in der Faschingszeit - ein zeitlich passender Text.

Auch Klaus W. Sporer ist ein literarisches Schwergewicht in der Region Ingolstadt. Der vielseitige Künstler, Musik & Malerei, hat eine ganze Reihe von Lyrikbänden veröffentlicht. Eine anscheinend noch nicht abgeschlossene Folge, denn der Dichter hat an diesem Abend nur von Manuskriptblättern gelesen. Gedichte in Arbeit? Noch unziseliert? Arbeit am Kunstwerk? Wer weiß das schon? Vielleicht nicht einmal der Poet selber. Sie klingt so reif, diese Lyrik des Klaus W. Sporer. Und wie sollte sie auch nicht, „wenn man dem Roman seines Lebens / auf dem Weg begegnet“, „wenn sich Bilder über Bilder legen“ und es ein Fehler war, „die Narren mit ihren Schellen zu übertönen“. Tief und sonor klingt die Stimme des Lyrikers. Und wenn sie sich beim jeweils letzten Vers zur Ruhe begibt, erklingen Gitarrenakkorde und Melodieansätze - passend zu jedem verklungenen Gedicht. Eine gelungene Symbiose. Michael von Benkel hatte seine Gitarre mitgebracht. Und wie der das Instrument beherrscht! Da war selbst der Multikünstler Sporer überrascht. Diese Musikübergänge waren zwar abgesprochen, aber nicht eingeübt. Inspiration des Augenblicks. Wie beim Free Jazz. Oder gar den Benkelmusikanten? Warum nicht? Nur eben ohne deren sozialkritische Herbheit. Das Geheimnis, verschiedene Kunstsparten harmonieren zu lassen, liegt im Aufeinenderhören. Mit dieser Lösung wurde es gelüftet.

Paul Misch (Foto: Anton Delagiarmata)
Auch Paul Misch ist für Ingolstädter Literaturinteressierte kein Unbekannter. Er hat aus Erzählungen und nackte Tatsachen (edition Fischer, 2011) gelesen. Eine dieser „erträumten“ (Einwurf einer Zuhörerin) nackten Tatsachen war dann auch Schuld daran, dass die vorgesehene Lesezeit um eine gute halbe Stunde überzogen wurde. Eine andere Besucherin hatte sich nämlich die Erzählung Der junge Mann hinter dem Zaun gewünscht. Sie hatte in der Pause in Paul Mischs Erzählband geschmökert. Der Autor zögerte ein wenig mit der Begründung, dass er diesen Text noch nie öffentlich vorgetragen habe. Aber die Runde hatte Blut geleckt. Sie wollte den Text. Also hat der Schriftsteller aus der Grass-Generation gelesen. Ruhig, sachlich, wie ein erzählender Großvater im Kreis seiner Enkel. Und diese Geschichte hatte es in sich. Sie thematisiert zwar die Kriegszeit, spielt aber ausnahmsweise nicht in Europa, sondern in Amerika. Wie viel Paul Misch mag in dem deutschen Kriegsgefangenen Paul Gerhard stecken? Die Frau mit den „erträumten nackten Tatsachen“ schien es zu wissen. Auf jeden Fall kam die Erzählung bei den meist jüngeren Teilnehmern der Lesung, einige im Enkelalter, gut an - auch wenn Gerhard und Shirlay sich nicht gekriegt haben, was wiederum die ältere Dame mit dem „erträumten“-Einwurf zu freuen schien. (Vielleicht die Gattin des Autors?)

Die Lesung ohne Motto war beendet. Welche Überschrift hätte sie wohl verdient? Ich bin mir sicher, dass es bei einer Umfrage fünfzehn verschiedene gegeben hätte. Schon das allein spricht für die gegenwärtige Lese- und Kaffehauskultur in Ingolstadt. Ach ja: Von Zensuren á la Gruppe 47 war nichts zu spüren.

Anton Potche

Donnerstag, 24. Januar 2013

Mensch, Ewald!


Wie weit zrick kann e Mensch sich eigentlich erinnre? Die Wissenschaftler sin sich do net oonich. Die oone soon ab vier, die annre ab sechs. Was merr aus seiner Kindheit als Erinnerung abruft, is gar net immer etwas, des wu merr selwer erlebt hot; es känne aah Bilder odder Verzählcher vun de Eltre un Großeltre sin, die wu im Hern als eigne Erinnerunge gspeichert werre. Des behaupte annre Hernforscher. Ich moon, des is bei’me jede Mensch annerscht: Der oon kann sich bissje weider zrick erinnre un der anner net so weit.

Bei mer geht’s do net so weit zrick, annerscht gsaat, mei Leitung is halt e bissje korz. Beim Ewald is des grad umgekehrt: Seini is e bissje länger, asso kann er sich an Spillkumrade erinnre, die wu, uf echt bayrisch gsaat, in meim Hirnkastl net gspeichert sin, un des, obwohl er sogar noch e paar Monat jinger is wie ich, de Ewald. Besser gsaat, er kann sich an mich erinnre un ich an ehne net, wann mer aah in der Neigass am Zinksbrunne mitzamm gspillt hun.

So verschieden wie die Erinnerunge sin aah die Mensche selwer. Ich sin oone vun dee, die wu liewer ehre Ruh hun, net norr in der Arwet. De Ewald gheehrt zu der anner Sort, der is meh umtriewich, immer auf Achse, wie’s im Hochdeitsche haaßt, immer bereit, etwas zu unnernemme, dass des Lewe aah e Sinn macht. Des is awwer net der Ewald, der wu net in meim „Hirnkastl“ gspeichert is. Na, Na, des is e annre Ewald, der wu liewer wie ich aus’m Haus geht. Un der war aah iwwer Silvester unnerwechs, irgendwu im Badische, un wie er hoomkumm is uf Ingolstadt, hot er mich vun dem annre Ewald grieße geloss. Jo, er hot mer sogar e Bild vun dem gschickt, awwer ohne Nome un Abstammungsort. „Kennst Du diesen Herrn? Der lässt Dich grüßen“, hot er mer in’re Mail gschrieb.

Do hun ich gschaut un gsucht… mit meiner korz Leitung. Nicks! Dass der Mann e Musiker is, war mer schun klor. Dass er sogar etwas mit Johrmark un meiner Kindheit zu ton kännt hun, wär mer awwer iwerhaupt net ingfall. Un de Ewald, der aus Ingolstadt, hat sei helli Frood an dem Katz-un-Maus-Spill mit mer ghat. Er is norr scheibcheweis mit seim Wisse rausgerickt, so wie die Politiker, wann se was ongstellt hun, un hot mer sogar e MP3-Datei gschickt, die wu er bei dem Neijohrskonzert ufgholl hot. Oho! Des war Musik vum Feinste, Streichmusik so wie zum Kreider (Kreuter) seiner Zeit. Asso kann’s norr de Bild Matz sin, der spillt doch Gei i’me symphonische Orchester. Niemols, hot mei Fraa gsaat. Des is er net. Wu denkst du hin? Na wu hin? In meim Kopp sin doch norr Blechmusikante gspeichert. Wie soll ich do e Streichmusikant finne?

Irgendwann hot de Ewald sich doch erbarmt un noch e Detail vum Ewald preisgewwe. Des war’s awwer noh aah schun. Weil meh hot er selwer net gewisst. Is jo aah zu verstehn, weil merr kann a’me Neijohrskonzert jo ka Familienforschung betreiwe. Awwer des hot er noch gewisst: De Ewald, asso der der wu eigentlich in meiner Erinnerung gspeichert sein misst, wann mei Leitung…, na, Dehr wisst schun..., is immer aus der Stadt, wu er gewohnt hot, zu seine Freind uf Bsuch kumm. Un die hun irgendwu zwischen Zinks un Renoths gewohnt. Aha! Jetzat, sat de Bayer. Her mi’m Ortssippenbuch. Forr des hun mer’s doch. Zinks, Tonis, Gartnersch, Gartnersch Wess Kathi, Zeichs, Renoths, Kersche. Noh hun mer’s ufgewwe, obwohl de Ewald, der aus Ingolstadt, nochmol e Stick Mitleid ghat hat un uns de Familienome vun dem Musiker aah noch gsaat hot: Adam. Asso hun mer e Ewald Adam finne misse, der wu als klooner Bu mit mer gspillt hot. Alles Nohforsche hot awwer nicks gebrung. Mer sin uf ka griene Zweig kumm.

So is uns net meh iwrichgeblieb, wie mei Schwermotter zu frooe: Wer hot in de fufzicher Johre aus de unner Neigass in die Stadt gheirat. Jo, dort im Kriwls-Haus war e Mäde, des hot in die Stadt gheirat. So is des im Lewe: Merr soll nie ufgewwe. Noch oons Haus hätt ich misse weider gehn. Noh’m Kersche-Haus kummt nämlich schun es Kriwls-Haus. Un noh hot sich wedder rausgstellt, wie wertvoll em Jungingersch Franz sei Ortssippenbuch der katholischen Pfarrgemeinde Jahrmarkt/Giarmata is.

Na klor: Im Kriwls-Haus hot doch de Kriwls Sepp gewohnt, der wu’s Bogarche hot, des wu so alt is wie ich. Jo, hot mei Fraa – die hatt’s Forscherfiewer aah schun fest im Griff ghat– gsaat, un der hot noch e Schwester, es Anna, des wu de Hellstern hot. Die hun sich Jost gschrieb. Asso, los geht’s! Do: „HNr 75“. Des kännt stimme. Der Hausnummre is beim Registreernummre  J190 zu finne. Dort sin de Jost Johann un sei Fraa, Kriebl Anna, mit ehre Kinn, Josef un Anna, ongewwe. Hinner der Kriwls Wess Anna ehrem Nome steht de Nummre K1639. Je, dort hin! Do brauch merr e annre Band. Schau her! Die Wess Anna war’s dritte Kind vum Kriebl Peter, der wu zwaamol uf Amerika ausgewannert is un dort aah sei letzti Ruh funn hot,  un vun der Anna Unterzuber. De Kriwls Wess Anna ehre zwaa jingre Gschwister, e Bu un e Mädche (des wu norr zwaa Johr alt is wor) sin in Pittsburg, in Amerika uf die Welt kumm, ehre zwaa jingre Schwestre so wie sie in Johrmark. Es jingste vun de Kinn, es Marianna hot de Ladislau Adam gheirat. Un vun do geht’s zum Nummre A20. Jawoll! Do is er, de Ewald Adam. Asso hot de Ewald Streitmatter mer ka Bär ufgebunn.

Dass de Ewald Adam sich awwer noch an mich erinnre kann, hot mich froh gstimmt, awwer aah e bissje neidisch gemach. Dehr wisst schun… mei korzi Leitung. Un nateerlich sin ich forr dee Neijohrsgruß iweraus dankbar. Ich hun aah glei wisse wolle, was de Ewald, der wu vor ooner gfiehlt Ewigkeit aah mit mer in der Gegend um de Zinksbrunne gspillt hot, so alles macht. Musik, is jo klor, awwer halt wu un was forr Musik. Google macht es Lewe froh, do kann mer ooner soon was er will. I’me Programmheft vum SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg hun ich aah die Besetzung vun dem Orchester funn. Heit sin die große Orchestre jo all international bsetzt. Do spille Musiker aus der ganz Welt. Als Johrmarker sin mer beim Suche noh’m Ewald Adam nateerlich aah sofort rumänisch klingende Nome ufgfall – was awwer net unbedingt haaßt, dass des Rumänre sin.. Bei der 2. Violin spillt zum Beispiel es Nathalie Romaniuc, Viola spillt Christina Nicolai. Bei der Instrumentegrupp hun ich aah de Ewald Adam funn. Violoncello spillt de Thomas Nicolai, Kontrabass de Valentin Vacariu un Posaune de Dieter Baran. Wie gsaat, die hun so etwas Rumänisches in ehre Nome, was eigentlich gar nicks mit ehrer Nationalität zu ton muss hun. Wu ich mer awwer sofort ganz sicher war, dass der Mann aus Rumänien kummt, war bei oom Klanettist, em Anton Hollich, un nateerlich aah bei meim vergessne Spillkumrad Ewald Adam. Ha, do hot mei schwowisches Musikanteherz wedder gelacht: zwaa Schwowe in oom vun de große deitsche Sinfonieorchestre. Leider ware die SWR-Musiker Vormjohr oft in de Schlagzeile, un des net mit ehrer guder Musik, sondern weil e paar Politiker aus’m Ländle ne de Garaus mache wolle. 2016 soll Schluss sein mi’m SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Ja, schäme die sich denn gar net, die schwowische Sparhansle. Die sin net besser wie alle annre aah, die wu moone, wann merr die Kunst vernicht, werd’s uns materiell besser gehn. Pheifedeckel! I’me annre Programm hun ich de Ewald an der 2.Violin funn. Die is e bissje klenner wie die Viola.

v.l.: Franz Tröster, Ewald Adam, Anton Hollich
Foto: Ewald Streitmatter
Es gebt awwer aah noch e bekanntes Salonorchester, in dem wu de Adams Ewald un de Hollichs Toni, jo, jo, des is schun der vun Glogowatz, spille. Un des hot de Ewald, der anner, de Streitmatter, am 1. Jäner spille gheert. Er is noch immer begeistert, wann’s aah ka Blechmusik war. Des will bei’me echte Johrmarker schun was haaße. Des Salonorchester is bsetzt mit Stehgei, Obligatgei, Viola, Violoncello, Kontrabass, Klanett, Akkordeon und Klavier. Do steht ooner vorre mit der Gei. De Kapellemaaster. Des is genau des Bild, des wu ich noch vum Kreidersch Vedder Niklos in meim Kopp hun. Asso e bissje was is jo doch noch do in meim owwerschte Stibche. Die Tonaufnahme, die wu de Ewald mer gschickt hot, forr mich foppe, forr nicks annres wie forr mich foppe, die klingt so e bissje ins Rumänische. Scheen! Des hot mich so an die Romanze vum Gică Petrescu erinnert. Dass die Musikante vleicht gar ka rumänisches Stick gspillt hun – gut, außrem Hora staccato -, beweist eigentlich norr, wie gudi Musik die Fantasie vun de Mensche onrege kann.

Bei mer ist des halt so, wann ich waaß, dass irgendwu Landsleit mitspille, klingt des forr mich immer scheen. Un wann aah noch Johrmarker dabei sin, - un forr mich is de Ewald Adam e Johrmarker -, noh klingts noch e bissje schenner. Mensch, Ewald! Des war forr mich mol wedder e scheeni Iwerraschung - dei Gruß forr de Potche Toni. So kann’s Johr weidergehn. Vleicht losse die schwowische Politiker sich jo doch noch was Gscheides infalle, dass eier großi Kapell in Baden-Baden un Freiburg weider spille kann. Weil, dass e banatschwowischer Musiker arwetslos werd, des vertraat mei Musikanteseel ganz un gar net.

Berns Toni

Dienstag, 22. Januar 2013

kinderbuchschändung


pamphlepigramm

neger sind in afrika
zigeuner in der nachbarschaft
indianer im apachenland
und der türke hat ’nen turban

bunt und reich bestellt
war einst meine kinderwelt
political-correctnes-frei
ohne erwachsenenüberpinselei

                               anton potche

Freitag, 18. Januar 2013

Seppi und Peppi unterhalten sich über Stückzahlen


Seppi und Peppi sitzen im Bahnhofscafé des nicht mehr ganz so bedauernswerten Bahnhofs einer deutschen Großstadt. Herrliches Winterwetter. Alles ist weiß.

- Fast wäre ich nicht mehr da. Wo warst du denn so lange?
- In der Firma.
- In der Firma? Du bist doch schon seit einem Jahr zu Hause.
- Stimmt. Genau heute vor einem Jahr war mein letzter Arbeitstag.
- Und was hast du heute dort gesucht?
- Nichts. Nur so. Irgendein innerer Drang.
- So wie bei den Spitzbuben? Die zieht es ja angeblich auch immer mal an ihren Tatort zurück.
- Oh. Ich bin kein Psychologe. Aber da könnte was dran sein. Täter ist man allemal da drin. Man tut ja was. Jahrelang. Ich hab mir das sogar aufgeschrieben.
- Was hast du dir aufgeschrieben?
- Die Stückzahlen meiner Kostenstelle bei Feierabend.
- Jeden Tag?
- Ja. In ein kleines Notizheft.
- Seit du in der Firma bist?
- Nicht ganz. Ich bin erst am 26. Februar 1988 auf die Idee gekommen. Seither, ja, ja, an jedem Tag, es fehlt keiner.
- Verrückt! Das sind ja knapp 24 Jahre. Du weißt also genau, was du an welchem Tag gemacht hast und was dabei herausgekommen ist.
- So ist es.
- Und dieses Heft hattest du heute auch in der Hand.
- Ja, heute Morgen, bevor ich in die Firma fuhr. Mit dem Fahrrad – wie immer.
- Und das soll ich dir alles so abnehmen?
- Damit habe ich gerechnet. Da ist das Heft. Auf der letzten Seite habe ich meine Stückzahlen zusammengezählt - mit einem Rechner. Das ist meine, also unsere Bilanz. Wie gesagt, es fehlen einige Jahre.
- Zeig mal her.

Das Gespräch ruht. Die Zahlen lassen zwei Welten erstehen: eine Phantasiewelt und eine Erinnerungswelt. Die gebündelte Bilanz lässt den Kaffee kalt werden: Ölpumpengehäuse – 12.920 Stück, Saugrohr-Einspritzer – 96.900, Saugrohr-Vergaser – 31.027, Ölfilterhalter – 1.210.123, Zylinderkurbelgehäuse (Motorblock) – 1.170.515, Lagerdeckel – 24.300, Pleuel – 392.735, Dichtflansch – 163.276. Und all diese Zahlen sind verbunden mit Namen, Namen von Maschinen, die klingen wie Familiennamen von Kollegen: Bammesberger, Haaf, Loch, Diedesheim, Fröhlich, Hüller, Becker, Herkommer, Witzig & Frank, Krause, Gehring, Hoffmann, Honsberger, Mauser, Hommel oder Grob.

- Tja. Und was bringt dir das?
- Ich schau rein.
- Und?
- Ich sehe Gesichter, gute und böse, freundliche und vergrämte. Ja, und ich finde es lustig, festzustellen, dass meine Zuordnungen wahrscheinlich, nein, mit Sicherheit schon nach einem Jahr nicht mehr stimmen.
- Zuordnungen?
- Ja, wer wo und mit wem oder mit mir gearbeitet hat. Das ist bereits jetzt, nach nur einem Jahr, wie das Erwachen aus einem Traum. Da war doch was. Aber es ist nichts Greifbares übriggeblieben. Nur diese Namen und Zahlen.
- Wie lange willst du dieses Heft aufheben.
- So lange es den letzten Schleier vor einem Augenblick Erinnerung noch heben kann.
- Sag mal, bist du gerne zur Arbeit gegangen?
- Nein, nein! Ich hatte überhaupt keine emotionale Bindung zu dem, was ich dort gemacht habe.
- Aber...
- Ja, ja, ich weiß schon. Dieses Heft scheint eine andere Sprache zu sprechen. Aber das täuscht. Es war für mich eine tägliche Schweinehundüberwindung.
- Aber warum...
- Um zu überleben, meine Familie über die Runden zu bringen und nicht aus einem persönlichen Erfüllungstrieb. Nein, nein, ich bin nie in meinem Beruf aufgegangen, wie das manchmal so schön heißt. Aber was blieb mir auch übrig, ein Mensch ohne jedwelche außergewöhnliche Talente, nur da zum...
- Also hör mal, man sollte sein Licht nie unter den Schemel stellen.
- Das will ich auch nicht. Ich will damit nur sagen, dass ich so und nicht anders ein winziges Zahnrad war, das zum Ticken dieser riesigen Uhr beigetragen hat.
- Oder auch nicht. Denn ich erinnere mich ganz genau. Mein Großvater hat mal einen alten Wecker wieder zum Ticken gebracht, obwohl zum Schluss ein kleines Rädchen übriggeblieben war. Aber nichts für ungut. Komm, ich gib’ einen aus.

Der Schnee liegt wie ein Keuschheitsschleier über der Stadt. Darunter gärt das Leben in seiner Unkeuschheit.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Eine Posse in Posen mit Schauspielern in verschiedenen Posen


Der Theaterbesucher wird mit Musik empfangen. Zwei Frauen und ein Mann: Bassgeige, Akkordeon und Klarinette. Fast ausverkauft. Wieder mal, könnte man sagen. Im Stadttheater Ingolstadt. Der Vorhang hebt sich. Was heißt das heutzutage schon? Wo doch alles in Bewegung ist. Vor den Augen des geneigten Publikums.

- v.l.: Olaf Danner, Enrico Spohn,
Jonathan Schieren,
Richard Putzinger, Renate Knollmann,
Carolin Schär, Friedrich Schilha
Schaufensterfoto: Berns Toni
 Die Posse geht los im Theater der polnischen Stadt Posen. Das „natürliche Bedürfnis der Menschen nach Lachen und ihre Freude an lächerlichen Situationen“, wie es in einem Literaturlexikon zu dieser Theatergattung heißt, soll befriedigt werden. Der erste Weltkrieg ist noch nicht ausgebrochen. Und die polnische Schauspieltruppe unter ihrem Spielleiter Dowasz (Friedrich Schilha – äußerst vital, der 69-jährige Banater) probt an dem Stück Eine Geschichte von Hitler. Der Führer kommt natürlich nicht gut rüber in der polternden Satire. Das geht nicht nur in Nazideutschland nicht, sondern grenzt auch in Polen an die politische Zumutbarkeit. Aus Angst vor diplomatischen Folgen wird das Stück von den Behörden verboten. Also wird Hamlet gespielt.

Der Zuschauer erlebt Theater im Theater. Er ist mal vor und mal hinter der Bühne. Und sogar mittendrin im sich anbahnenden Durcheinander. Besonders wenn er, der Zuschauer, in der zweiten Reihe sitzt. Denn dort sitzt auch der polnische Flieger Stanislaw Sobinsky (Anjo Czernich). Er hat nur Blicke für Maria Tura (Renate Knollmann). Und er muss zu ihr in die Garderobe. Die Zuschauer in der zweiten Reihe müssen auf. Sie sind involviert. Komplizenschaft! Das wäre nicht so schlimm, wenn, ja wenn der Mann der Angebeteten, Josef Tura (Richard Putzinger) nicht gerade auf der Bühne, also vor den Schauspielergarderoben, in Hamlet das Zeiten überdauernde „Sein oder Nichtsein“ zum Besten geben würde. So beginnen Affären. Auch im Theater... oder besonders im Theater.

Doch dann bricht der Krieg aus und damit die große Tristesse in der Truppe. Der Lärm wird unerträglich. Flugzeugdonner und Nazigebrüll. Wie gut, dass die Schauspieler dieses Befehlsgeschrei für ihr nie aufgeführtes Stück eingeübt hatten. Es sollte ihnen das Leben retten. Denn die Verwechslungskomödie kommt erst jetzt so richtig in Schwung – echt possenhaft. Und die Zuschauer gehen mit. Sie applaudieren immer wieder. Der polnische Flieger kommt aus England und berichtet von einer Liste mit polnischen Untergrundkämpfern, die der für die Nazis spionierende Professor Silewski (Rolf Germeroth) den in Posen residierenden deutschen Besatzern übergeben wird. Die Schauspieler sind längst selber Untergrund oder zählen sich dazu. Es geht ab sofort wirklich um „Sein oder Nichtsein“. Einige von ihnen stehen auf der Liste. Und wie sie um ihr Leben kämpfen, reist das Publikum mit.

Diese höchst kurzweilige Komödie über die Nazis, Sein oder Nichtsein, – es tut einfach nur gut, zu sehen, wie lächerlich diese einst todbringende Protzerei wirken kann – ist ein Stück von Nick Whitby (*1963), dem der Film mit gleichem Titel von Ernst Lubitsch (1892 - 1947) zugrunde liegt. Theateradaptionen nach Filmen sind ja nicht immer die gelungensten Inszenierungen – das gilt natürlich auch für Verfilmungen von Theaterstücken -, hier kann man aber von einer publikumswirksamen Aufführung (Regie: Cornelia Crombholz, Bühne: Marcel Keller) sprechen.

Die Schauspieler gehen in ihren Rollen auf. Ihre Professionalität ist in jeder Geste, jedem Satz (auch oder besonders in dem geplärrten Befehlsduktus) zu spüren. Und das obwohl Sein oder Nichtsein an diesem 13. Februar 2013 zum letzten Mal im Programm des Ingolstädter Stadttheaters steht. Das Publikum ist dankbar an so einem Sonntagabend. Wenn das Böse erfolgreich ins Lächerliche gezogen wird, könnte sogar der folgende Montag ein bisschen weniger blau sein. Stehende Ovationen! Rhythmischer Applaus!

Anton Potche 

Montag, 14. Januar 2013

De unde atâta prostie la un centru de renume mondial?

Simon Wiesenthal Centers (SWC) este o organizaţie internaţională care se ocupă în primul rând cu tematica holocaustului. Centrul Simon Wiesental luptă împotriva antisemitismlui, terorismului şi  a genocidului. Permanent se publică o listă cu cei mai cunoscuţi criminali de război nazişti în viaţă. Unul dintre ei a fost şi Klaas Carel Faber, un olandez care a reuşit să trăiască ani de zile, fără a fi deranjat în mod deosebit de justiţia germană, la Ingolstadt în Bavaria. A dispărut de pe listă fiindcă a murit în mai anul trecut. Justiţia olandeză îl acuzase de 22 de crime. Lista totuşi nu se micşorează, angajaţii SWC-ului purtând grijă ca ea să fie mereu completată. Se pare că această conştiinciozitate duce şi la situaţii destul de hilare, dacă nu chiar absurde.


La sfârşitul anului trecut a apărut pe această listă şi numele lui Jakob Augstein. Acesta, fiul legendarului Rudolf Augstein, întemeietorul magazinului DER SPIEGEL (sau mai corect: fiul scriitorului Martin Walser şi al soţiei lui Rudolf Augstein, traducătoarea Maria Carlsson), este jurnalist şi editorul săptămânalului DER FREITAG, un ziar de orientare de stânga. Jurnalistul berlinez s-a încumetat să critice politica statului Israel. Vai ce crimă! Parcă n-ar exista şi în această ţară din Orientul Mijlociu şi partide politice, organizaţii neguvernamentale sau persoane independente care nu sunt de accord cu politica regimului actual. Parcă Israelul nu ar fi o ţară democratică cu dreptul la exprimare liberă.

Numai că, centrala administrativă a SWC-ului nu se află în Israel, ci la Los Angeles. Este de-a dreptul scandalos pe ce considerente se bazează SWC-ul. O critică a columnistului (tot german) Henryk M. Broder la adresa lui Jakob Augstein a dus la decizia celor de la SWC.  Doamne fereşte! Americanii ăştia habar n-au de foiletonul german, de răfuielile “intelectuale”, cu toate atacurile personale sub centură. Broder este cunoscut ca ciomăgaşul foiletonului german. Nemţii savurează aceste bătălii “intelectuale”, fără a le acorda însă o importanţă de “pe viaţă şi pe moarte”, şi ziarele îşi menţini sau îşi măresc chiar tirajele.

Se pare că vânătorii de nazişti, antisemiţi, terorişti etc. îşi pierd de zi ce trece ţintele. Timpul şi ceasul biologic sunt necruţători. Naziştii şi antisemiţii periculoşi (cel puţin cei europeni) au devenit istorie, pe care n-ar trebui s-o uităm, dar care îi seduc pe vânătorii de la SWC la prostii copilăreşti. A trage cu tunul pe o muscă nu este întotdeauna hazliu şi poate să deterioreze imaginea unui institut de renume mondial ca Simon Wiesenthal Centers.

Anton Delagiarmata

Mittwoch, 9. Januar 2013

Mensch, Annemarie!


Eigentlich hatte mei bessri Hälft un ich uns vorgholl, am eerschte Weihnachtstach oweds die Thomaner zu schaue. Awwer noh hun ich mer uf’m Eerschte noch de Bundespräsident ongschaut un onghorcht. Un wie des halt schun so geht, sin mei Fraa un ich bei der Helene-Fischer-Show hänge geblieb.

Ich muss zu meiner Schand zugewwe, dass ich die Fraa vleicht oon- odder zwaamol gsiehn hun, un des war immer norr so im Korz-nin-Schaue bei so’me volkstümliche Playbackgedudls. Awwer jetz... Ich sin noh’m eerschte Stick nemmi wechkumm vun dem Sender.

Ich hun immer gemoont, mi’m Harald Junke is de letzt groß deitsch Showmaster gstorb un mit ehm des Metier forr immer vun der deitsch Unterhaltungsbiehne verschwunn. Weil, was noh dem Berliner kumm is, kann entwedder norr singe, odder norr redde, tanze kann glei gar kooner. Un jetz wirbelt do uf mol jemmand iwer die Biehne wie de lebhafteste Friehlingswind. Ka Shomaster – e Entertainerin. So haaßt des uf Neideitsch, moon ich. Un was forr ooni. Ka ufgsetzti Freindlichkeit, nateerlich wie die Natur selwer. Un was die Fraa alles kann: redde, tanze, singe in alle meegliche Genres vum Jazz bis zu der Oper.

Forr die Helene Fischer gebt’s wirklich norr e oonziches Qualitätssiegel: Wahnsinn! Wie kann merr sich e kinstlerischi Vielfalt uf so hochem Niveau iwerhaupt erkläre? Was muss die Fraa forr Gene hun odder was forr e Geist muss in die gfahr sin?

„Na was forr oone?", hot mei Ongetrautes gemoont. "E Johrmarker Geist! Waaßt du net, dass de Helene Fischer ehre Taafgod odder Fermgod, so genau waaß ich des aah net, e Johrmarkerin is? Es Annemarie.“ Un noh hot’s mer noch verzählt, wie des soweit kumm is. I’me Iwergangswohnheim forr Spätaussiedler soll die Gschicht sich abgspillt hun.

Ich moon, es handelt sich ehnder um e Firmung wie um e Taaf. Weil de Geist, jetz net unbedingt de Heilich Geist, awwer bestimmt de Johrmarker Musikantegeist muss selmols in des Kind gfahr sin. Dass es Annemarie dee Geist in sich traat is so gut wie sicher, dee hot doch jeder Johrmarker.

Ich uf jede Fall staun mich jetz nemmi, dass die Helene Fischer so toll is. Jo, un mit dem Johrmarker Geist (net aus der Flasch) is des Phänomen aah leicht un forr jede Mensch verständlich zu erkläre.

Berns Toni

Montag, 7. Januar 2013

pamflepigram 0077


ce aveţi cu acest băiat
cu siguranţă ar fi întrebat
Simon cel înţelept şi generos
vânătorul de nazişti sângeroşi
nu vedeţi că băieţandrul
ţinteşte cu creionul
iar voi cu tunul atacaţi
ca o ceată de nazişti înarmaţi

anton delagiarmata

Donnerstag, 3. Januar 2013

Seppi und Peppi unterhalten sich über die Weihnachtswünsche


Seppi und Peppi sitzen im Bahnhofscafé des nicht mehr ganz so bedauernswerten Bahnhofs einer deutschen Großstadt. Schmuddeliges Winterwetter. Schon den ganzen Winter über.

- Hast du auch viele Weihnachtskarten bekommen? Ich habe meine heute entsorgt.
- Weihnachtskarten? Wer schreibt denn heute noch Weihnachtskarten. Leben deine Bekannten hinterm Mond?
- ??
- In dieser Zeit schreibt man Mails. Und schickt Mails. Ist doch klar. Auch an Weihnachten.
- Hast du das gemacht?
- Na klar. Was denkst du doch?
- Und bekommen hast du auch welche?
- Hunderte. Ja, was denkst du doch?
- Hunderte?
- Na wollen wir’s mal nicht übertreiben. Aber ein paar über hundert waren es schon.
- Über hundert Weihnachtsgrüße? Hast du so viele Bekannte?
- Also ein gewisser Bekanntheitsgrad ist bei mir schon da. Was denkst du doch?
- Da muss deine Mailbocks ja übergequollen sein. Respekt! Respekt!
- Ja, nicht unbedingt. Eigentlich...
- Also bei mehr als hundert Mails an einem oder, sagen wir, zwei Tagen...
- Ja, viele sind gebündelt gekommen. Was denkst du doch?
- Gebündelt?
- Ja, was denkst du doch? Das Internet muss man kapieren. So geistig, weißt schon.
- Ja, ich versuche, das zu verstehen. Und wer hat die gebündelt? Gibt es da so etwas wie eine Postzentrale?
- Ja, ja. Siehst du, so beschränkt bist du gar nicht. Irgendwo in einer Internetzentrale werden die alle zusammengeschnürt, virtuell, du weißt schon, und dann mit Cc: gestempelt und in einem Internetpäckchen weitergeschickt.
- Cc:? Aha!
- Und wer sind diese vielen Menschen, die dir diese Weihnachtsglückwünsche geschickt haben?
- Ja, was denkst du, die meisten kenn ich überhaupt nicht. Die kennen nur mich. Das ist doch so mit den Berühmtheiten.
- Wie viele virtuelle Weihnachtsgrüßepäckchen hast du denn so bekommen.
- Vier oder fünf waren es.
- Ah, ja. Und alle Mailpäckchen mit Cc: markiert?
- Ja. Und hinter dem Cc: standen die Namen der Absender. Die Päckchen waren aber auch mit „Von:“ angeschrieben. Die von „Von:“ kenne ich alle persönlich. Aber die anderen... Ja, die meisten nicht. Wie gesagt, die kennen nur mich. Bekanntheitsgrad. Was denkst du doch? Die wollen dir halt alle schreiben. Ist doch klar.
- Allerdings. Bedienung. Zwei Doppelte, bitte. Und einen starken Kaffee. Ganz stark.

Gibt’s denn heuer gar keinen Winter mehr?

Dienstag, 1. Januar 2013

Dezember 2012 – Giarmata in den Medien


OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara/Temeswar, 14.12.2012
Bei der Gala des Teneswarer Sports 2012 wurde auch der Fußballer Nicu Boldea von ACS Poli geehrt. In 12 Spielen hat er 7 Tore erziehlt. Seine Laufbahn führte auch über Millenium Giarmata.
+ + + Wenn Poli nicht aufsteigt und Millenium es schafft, könnte er nächstes Jahr an seiner alten Wirkungsstätte als Gegner antreten. + + +

deBANAT.RO, Timişoara/Temeswar, 20.12.2012
Millenium Giarmata will in die zweite rumänische Fußballliga, schreibt die Internetsite. Um dieses Ziel zu erreichen wollen sie zwei 33jährige Fußballer mit Erstligaerfahrung verpflichten: Rică Neagu – 170 A-Liga-Spiele, 45 Tore, als Steaua-Spieler sechsmal in die Nationalmannschaft Rumäniens berufen, und Leonard Naidin – 81 Spiele in der ersten Liga für Politehnica Iaşi, Dacia Mioveni und Dinamo Bucureşti.
+ + + Hei, was die Ingolstädter känne, känne die Johrmarker, Pardon, Giarmataer, doch aah. + + +

deBANAT.RO, Timişoara/Temeswar, 20.12.2012
Auch andere Medien melden regelmäßig von geplanten Stromunterbrechungen in Banater Ortschaften. Für Giarmata meldete im Dezember deBANAT.RO folgende Stromausfälle: 11. Dezember – SC Avicola, 13. Dezember - SC Indus, IAS Abator, Eisfabrik, 19. Dezember – Avicola, 20. Dezember - SC Indus, IAS Abator, Eisfabrik.
+ + + Bei dem Wetter im Banat kann man wahrscheinlich Eis auch ohne Strom herstellen. Aber die Hühner bei der Avicola? Eierlegepause wahrscheinlich. + + +

BANATSPORT.RO, Timişoara/Temeswar, 22.12.2012
Viele Fußballvereine in Rumänien haben finanzielle Probleme. Auch Millenium Giarmata, geben die Verantwortlichen in der Vereinsführung zu. Constantin Nedela, der Vereinsvorsitzende, bleibt aber zuversichtlich. Bürgermeister Virgil Bunescu hat Hilfe versprochen. Auf jeden Fall träumt man in Giarmata vom Aufstieg in die zweite Liga.
+ + + Gut so! Nur wer sich ehrgeizige Ziele setzt, hat auch Chancen, sie zu erreichen – irgendwann mal. + + +

OPINIA TIMIŞOAREI, Timişoara/Temeswar, 30.12.2012
Foto: OPINIA TIMIŞOAREI
Man ist im Banat zurecht stolz auf diese Leistung: Sechs Monate früher als geplant wurde der Autobahnabschnitt, der „Giarmata mit Remetea verbindet”, seiner Nutzung zugeführt. Das ist einmalig in der Geschichte Rumäniens. Verbaut wurden 210.396.462, 74 Lei, davon 178.814.043,33 Lei von der EU.
+ + + Des hätt sich mei Urgroßvatter, de Berns Vedder Toni, bestimmt nie vorstelle känne: Dass merr mol uf der Autobahn vun Johrmark uf Remette fahre kann. Er is immer mi’m Laaterwoon iwer die Refeerer-Brick in die Remetter Richtung gfahr. + + +