Freitag, 25. Juni 2010

Der Peppi hat dem Seppi erzählt

Der Peppi hat dem Seppi erzählt:

An meinem Arbeitsplatz sieht das so aus: Alle sind in einer Gewerkschaft, außer dem Karri, der ist in einer anderen Gewerkschaft. Unsere, die der Mehrheit, ist die größere und stärkere Gewerkschaft. Das kommt nicht von Ungefähr, denn wir zahlen 1% von unserem Lohn Gewerkschaftsbeitrag.

Der Karri hat es da schon etwas Besser. Er zahlt nur einen freien Beitrag oder so etwas Ähnliches. Das weiß ich nicht sicher, habe aber etwas gehört. Er, der Karri, ist aber ein guter Kollege und geht immer mit uns zum Warnstreiken und Streiken. Und er sagt auch nicht nein, wenn wir alle zusammen eine Lohnerhöhung erstreikt haben. Dass mit seiner Gewerkschaft noch nie jemand in diesem Haus einen Tarifvertrag ausgehandelt hat, stört ihn nicht. Fremde Federn sind auch Federn und fremde Eier schmecken auch gut.

Warum das so ist, das liegt am Grundsatz der Tarifeinheit. Dieser Grundsatz besagt nämlich, dass in jedem Betrieb grundsätzlich nur ein Tarifvertrag gelten darf.

Ist doch klar, dass so etwas wie jetzt  mal passieren musste, sagt doch schon das Wort "grundsätzlich" aus, dass etwas auch anders sein kann. Das hat die Herren Richter vom Zehnten Senat des Erfurter Bundesgerichts zum Handeln veranlasst.

Ab sofort darf dem Karri seine Gewerkschaft für ihn einen anderen Tarifvertrag aushandeln. So eine Art Extrawursttarifvertrag. Aber auch das ist klar: Wir bleiben trotzdem Kollegen. Kämpft seine Gewerkschaft für einen höheren Tarifabschluss als unsere, dann geh'n wir mit ihm, dem Karri, warnstreiken und streiken. ... Doch nur für einen wirklich höheren Lohn, denn wer will schon eine Lohnspirale nach unten. Das muss schon mal betont werden. Andersrum muss er schon allein streiken, der Karri mit seinen Gewerkschaftskumpels.

Und wehe, der Arbeitgeber sagt, gut, ihr verlangt so viel und ihr so viel, das geometrische Mittel ist so viel, also könnt ihr alle mit so viel zufrieden sein. Dann ist dem Karri seine Gewerkschaft schuld, denn unsere Gewerkschaft hat beim Fordern schon immer richtig hingeklotzt, während dem Karri seine in manchen Sparten regelrechtes Lohndumping fördert. Dann, ja dann ist es aus mit der Kollegialität, das sag ich dir. Dann soll der Karri sich seinen Lohn reinschieben, wo seine Haut ein Loch hat, und streiken kann er ab sofort allein, das Arschloch.

Das hat der Peppi dem Seppi erzählt.

*   *   *

So oder in hunderten abgewandelten Varianten könnte die Tarifzukunft in deutschen Betrieben aussehen. Nein, verehrte Frau Heike Göbel von der FAZ, das wird dem "sozialpartnerschaftlichen Miteinander" nicht förderlich sein. Richter- und Journalistentheorien sind eins, gelebter Arbeitsalltag etwas ganz, ganz anderes.

Mittwoch, 23. Juni 2010

Ziua Dunării

În regiunile străbătute de Dunăre trăiesc aproximativ 80 de milioane de oameni. Fluviul cu o lungime de 2.875 km curge prin 18 ţări şi prezintă una din cele mai importante artere de viaţă din Europa. De aceea merită să fie protejat, îngrijit şi păstrat în condiţiile ecologice cele mai bune pentru generaţiile viitoare.

Din anul 1994 se sărbătoreşte în multe state europene aşa numita "Danube Day", adică "Ziua Dunării". Au loc concerte, se organizează vernisaje de expoziţii de artă dar şi tematic legate de Dunăre, au loc competiţii sportive, se fac excursii pe teme ecologice etc, etc.

Între oraşele germane Neuburg şi Ingolstadt se întinde o zonă imensă de păduri cu caracter virgin. Dunărea curge de obicei liniştită prin această regiune şi cînd fluxul creşte se mai întinde şi prin păduri, menajând astfel oraşul Ingolstadt (foto), cu ai săi aproape 130.000 de locuitori, de inundaţii mari, cum se întâmplase în 1999.

La 29 iunie 1994 a fost dată publicităţii la Sofia "Convenţia pentru Protecţia Dunării". Până acum a fost semnată de 14 state, printre care şi România. "Danube Day" se ţine anual la 29 iunie şi ziua are bineînţeles şi un aspect politic. În această zi ministrul mediului înconjurător al landului Bayern, Markus Söder (CSU), va înaugura proiectul în stadiul de finalizare "Dinamizarea zonei pădurene de-a lungul Dunării între Neuburg şi Ingolstadt".

Grija noastră pentru o Dunăre sănătoasă trebuie să fie una permanentă, din Pădurea Neagră până în Delta Dunării.

(Foto: Delagiarmata)

Montag, 21. Juni 2010

Teamgeist

Kollektives Leiden im Gedränge titelte der DONAUKURIER in seiner Stadtausgabe INGOLSTÄDTER ZEITUNG. Public Viewing, zu Deutsch - gemeinsames Glotzen, war auf dem Ingolstädter Rathausplatz wie vielerorts in deutschen Landen am Freitag um 13:30 Uhr angesagt. Es gab eine serbische Watsche und für mich einen Umweg auf dem Nachhauseweg aus der Frühschicht.

Am Arbeitsplatz hatte dieses Public-Viewing-Event, zu Deutsch - gemeinsames Glotzereignis, eine Vor- und eine Hauptgeschichte und wird heute eine Nachgeschichte erfahren.

Vorgeschichte: Einige Kollegen wurden mit nahendem Freitagsspiel der Deutschen gegen die Serben immer nervöser. Bis sich einer ein Herz fasste und den Meister fragte, ob wir nicht anderthalb oder zwei Stunden früher die Arbeit einstellen und das Fußballgucken aufnehmen könnten. Der Chef, ein alter Haudegen, der seine Pappenheimer kennt und genau weiß, wie gut es um den von der Firma immer so innbrünstig beschworenen Teamgeist, zu Deutsch - Mannschaftsgeist, bestellt ist, gab zu verstehen, dass er bereit wäre mit dem Abteilungsleiter darüber zu sprechen, wenn alle - also 100% - das wollten. Natürlich waren sofort einige voller Leidenschaft dagegen, weil sie das nicht interssiere, wie sie voller Überzeugung und Vorfreude auf das absehbare Scheitern der anderen lauthals und gestenreich betonten.

Hauptgeschichte: Der Meister ließ einige Clevere, die sich schon lange klammheimlich für diesen Tag früher freiverlangt hatten, ziehen und die anderen blieben frustriert zurück. Selber schuld! Es lag nicht am Meister, sondern am Teamgeist.

Nachgeschichte: Die standhaften Fußballabstinenzler werden heute Nachmittag in der Spätschicht voller Schadenfreude höhnen: Hat wohl nichts gebracht, euer Mitfiebern. Währet Ihr lieber hier geblieben und hättet euch zwei Stunden Zeitguthaben gespart. 

Und ab sofort werden die Fußballbegeisterten - besonders die diesmal Zukurzgekommenen - auf Revanche sinnen. Irgendwann wird sich die Chance ergeben. Das ist in einer Mannschaft mit gelebtem Teamgeist - wie eben in meinem Arbeitsteam - nur eine Zeitfrage. Kollektives Leiden gibt es da nicht.

Dienstag, 15. Juni 2010

Mitzamm geprobt

Am Sunntach hun in der Ingolstädter "Orgelmatinee um Zwölf" zwaa Konzertsticker vum Wilhelm Friedemann Bach (1710 - 1784) un vum Antonio Vivaldi (1678 - 1741) uf'm Programm gstann. Es eerschte Stick hun die MusikerInne owwe uf'm Chor gspillt. An der Orgel war die Evi Weichenrieder. Die Fraa is net norr e guti Organistin, sondern aah anderwärtig vill beschäftigt. So is se beim Georgische Kammerorchester Ingolstadt forr's Konzert- un Projektmanagement zustännich.

De Wilhelm Friedemann Bach war dem berühmt Johann Sebastian Bach sei ältster Sohn. Des "Concerto D-Dur für Orgel, Streicher un Basso continuo Fk 41" is e wirklich scheenes Stick un die MusikerInne vum AsamCollegium ware an dem Sunntach all Georgier. Un doch hat ich de Eindruck ghat, dass do etwas mit der Stimmung net hunnertprozentich hinghaut hot. Vleicht hot des aah am Klima gelee. Es war sogar in der Kerch außergeweehnlich schwül un so e hochi Luftfeichtichkeit kann so empfindliche Instrumente wie de Geie, Bratschen, Cellos un Kontrabäss schun mol zusetze.

 No dem Stick sin die MusikerInne runner kumm un hun ehre Platz vor'm Altar ingholl. Dort sin noch zwaa derzukumm: die Raluca-Diana Bădescu un de Samson Gonaschwili. Sie hun die Solostimme im Vivaldi seim "Concerto B-Dur für zwei Violinen, Streicher und basso continuo RV 524" gspillt. Un wie! Do war plötzlich jeder Eindruck vun Disonanz weg. Des hot alles gstimmt. Schun im eerschte Allegro-Satz hot's wunnerscheene zwaastimmiche Momente gewwe. Es Andante war wirklich ergreifend. Die Spannung war so groß, dass sogar des Kloonkind in der eerscht Reih sich nemmi gereert hot. E fantastischi Melodieführung vun der Geigerin und e unbemerkter Einstieg vun ehrem Partner - des war wirklich musikalischi Feinkost. De Allegro-Schlusssatz war technisch schun etwas anspruchvoll, awwer net forr des Solistepaar. Dee hot merr iwerhaupt ka Unsicherheit ongemerkt.

 Die Raluca-Diana Bădescu spillt seit drei Johr bei de Georgier. Sie hot es Violinspille im Temeswarer Ion-Vidu-Lizeum gelernt un war ab 2002 Mitglied in der Philharmonie Banatul. De Samson Gonaschwili spillt schun seit 1969 im Georgische Kammerorchester (selmols noch in Tiflis)  un is dort seit 1983 de Konzertmaaster. Dass die zwaa musikalisch so gut harmoneere is eigentlich net zum staune. Sie hun jo genuch Gelegenheit zum Probe, hun se doch eerscht vor paar Wuche gheirat.


(Fotos: Berns Toni)

Sonntag, 13. Juni 2010

Aus den Augen aus dem Sinn oder Ochii care nu se văd se uită

Man merkt es immer wieder: Kaum ist ein Arbeitskollege eine Woche in Rente und schon spricht kein Mensch mehr von ihm. Aus den Augen aus dem Sinn. Nach einem Jahr heißt es oft schon: Das war doch der ...  Na wie hieß er nur? Huber? Nein, der Hubert Ernst. Und so weiter.

Warum sollte es bei den Rumänen anders sein? Bei ihnen heißt es: Ochii care nu se văd se uită - Die Augen, die man nicht sieht, vergisst man. Die Deutschen aus Jahrmarkt sind immerhin schon gut 20 Jahre weg. Ihre Musikantengeschichten haben sie mitgenommen. An die erinnert sich hier nur noch der 86-jährige Vedder Lasi. Und die Namen der damaligen Protagonisten haben die meisten der heutigen Einwohner des Dorfes - mit dem eingemeindeten Dorf Cerneteaz/Zorn 7295 Rumänen, 210 Zigeuner, 5 Ungarn, 0 Deutsche - gar nicht gekannt. Wer schaut schon in alte Zeitungen, fragt alteingesessene Rumänen oder den Vedder Lasi, wie man den ein oder anderen deutschen Namen schreibt?

Zumindest Journalisten sollten das tun, wenn sie mal über ein nicht alltägliches, vielleicht einmaliges Ereignis berichten, in dem die "deutschen Jahrmarkter" von anno dazumal eine wichtige Rolle, ja sogar die Hauptrolle gespielt haben. Nach Aussagen von Beteiligten am Musikantentreffen der damaligen Kaszner-Kapelle, sollen die jetzigen Jahrmarkter Mitgestalter dieses Treffens sich sehr dezent verhalten haben. Die Ansprache des Bürgermeisters Ion Delvai soll kurz, präzise und von besonderem Respekt für die "Ehemaligen" geprägt gewesen sein. (Kurze Politikerreden sind in Deutschland eher eine Seltenheit.) Und was die Jahrmarkter Gemeindeväter aus unserem alten, heruntergekommenen Kulturheim gemacht haben, ist sowieso ein Kapitel für sich. Dafür gebührt den Verantwortlichen im Rathaus wirklich alle Anerkennung - der Bürgermeisterriege, wie auch den Conciliers, wie sie ihre Gemeinderäte nennen.


Die Abendausgabe der rumänischen Zeitung ADEVĂRUL hat bereits einen Tag nach dem Treffen an Pfingsten einen ganzseitigen Bericht veröffentlicht und "Hans Koszner jun." mit der Aussage zitiert: "Am zis că trebuie să revenim în satul natal. Eu am avut 27 de ani când am plecat de aici." Natürlich ist Hans Kaszner jun. gemeint und mit der "fanfara Koszner" die Kaszner-Kapelle. Der Autor dieser Artikel hat bestimmt zum ersten Mal von dieser Blaskapelle gehört.

Gut, Herr Ştefan Both ist ein Rumäne oder Ungare, also kann man ihm solche Namensschnitzer leicht nachsehen. Ob man allerdings die gleichen Maßstäbe beim Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar gelten lassen soll, mag Abwegungssache sein. Da heißt es nämlich in einer "Presseauswertung" für die Zeitspanne 24. - 25. Mai 2010 unter anderem: "Im Rahmen ihres Temeswarbesuches am 25. Mai wird die ehemalige Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Dr. h. c. Susanne Kastner MdB, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses und Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe sowie des Deutsch-Rumänischen Forums und des Vereins 'Rumänien-Soforthilfe', politische Gespräche mit dem Temescher Kreisratsvorsitzenden Constantin Ostaficiuc und dem Temescher Präfekten Mircea Băcală führen." 

Nur sieben Absätze weiter heißt es: "Die Temescher Gemeinde Jahrmarkt/Giarmata ist eine der ältesten Gemeinden im Banat. /.../ In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal hier auch ein deutsches Musikantentreffen organisiert. 300 Gäste wurden erwartet. Für Musik sorgten die Kastner-Kapelle, eine Bläsergruppe, der Vater, Söhne und Enkel angehören und die Egerländer Musikanten aus Deutschland, die Nachfolger der berühmten Böhmischen Blasmusik unter Leitung von Ernst Mosch, der auch in Jahrmarkt gebürtige Bläser angehören."

Uff! Da muss man dann doch einiges klarstellen.
1.) Zumindest mir ist nicht bekannt, dass es in den letzten Jahren schon mal ein "deutsches Musikantentreffen" in Giarmata/Jahrmarkt gegeben hat.
2.) Frau Kastner ist nicht mit einer Kapelle aus Deutschland angereist. Sie ist mit den Kaszners aus Jahrmarkt weder verwandt noch verschwägert. Auf den richtigen Namen der Kapelle haben allerdings letztere einen berechtigten Anspruch: Kaszner-Kapelle.
3.) Musizierende Väter und einen recht lebhaften und wahrlich schon virtuos spielenden Musikersohn (9 Jahre alt) habe ich auf Fotos von diesem Treffen gesehen, von einem Großvater ist mir aber nichts bekannt. Und was den Sohn anbelangt, so gehört der zwar der Kaszner-Familie an und wäre vielleicht irgendwann mal Dirigent in dritter Generation geworden, wenn... ja wenn es die Kaszner-Kapelle noch geben würde.
4.) Die Egerländer Musikanten haben nie zur Kaszner-Kapelle gehört. Das wäre dann doch ein wenig zu viel der Ehre, auch wenn Musiker, die ihre Grundausbildung von Hans Kaszner sen. (1927 - 2008) bekommen haben, heute bei den Egerländer Musikanten musizieren. (Diese falsche Information könnte man mit einem Komma korrigieren.)
5.) Die "Böhmische Blasmusik" war keine Blasmusikkapelle sondern ist ein musikalisches Genre, das dank Ernst Mosch und seinen  Egerländer Musikanten zu Weltruhm gelangte.

Einen schönen Gruß nach Temeswar. Sollte das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar mal einen neuen Pressesprecher suchen, ich eile mit unaufhaltsamen Riesenschritten meiner Rente entgegen. Da wäre ein abwechslungsreicher und gut dotierter Nebenjob nicht verkehrt.
*   *   *
Und so sah es bei diesem schon im Vorfeld viel diskutierten Treffen aus. Das Foto stammt aus dem Archiv von Ewald Streitmatter, einem der beherzten Initiatoren - neben Walter Streitmatter, Jürgen Possler und dem Kopf dieser verrückten und wahrscheinlich gerade darum so gelungenen Veranstaltung im Jahrmarkter "Kamin", Berthold Ebner.

Freitag, 11. Juni 2010

Schon wieder ein Blasmusikanschiss

Wie immer hatte meine Frau mir auch für diesen Vormittag Haushaltsaufgaben "anvertraut". Wie bin ich doch immer so stolz, "gebraucht zu werden". Als Erstes steht da noch etwas Geschirr zum Abspülen herum. Nicht viel, aber genug, um dir nebenbei eine neu erschienene CD anzuhören, überlege ich.

Also, los geht's! Mit Musik ge'n wir durch's Leben, heißt diese Scheibe. DIE EISENBAHNER haben sie eingespielt. Ich höre hinein und, ach Unglück, schon beginne ich meiner Leidenschaft zu frönen und greife instinktiv nach dem erstbesten Stift und einem leeren Blatt. Spätestens bei Horst Reiters (Arrangement, Text, Gesang, Akkordeon, Klarinette) Ich bin ein Musikant gibt es für mich kein Halten mehr.

Blasmusik, aber viel mehr als beschwingt und heiter sowie wohlklingende Walzer und Polkas sind das, was diese zwölf Musikanten unter ihrem Chef Josef Zippel (Tenorhorn, Gesang) hier aufgenommen haben. Man spürt eindeutig den Willen, eine Klangkultur zu vermitteln, die sowohl instrumental höchsten Ansprüchen genügt, als auch punktiert inhaltliche Themen vermittelt wie Musikantenleidenschaft und Heimatbezug, aber auch einen sehr interessanten Ausflug in die Literatur und nicht zuletzt  Schwabenecho-Reminiszenszen bietet.

Da wären dann noch diese Stücke, die wir als Ohrwürmer immer mit uns herumtragen und die uns bruchstückweise zu den ungewohntesten Zeiten, oft ohne jedweden nachvollziehbaren Grund, durch den Alltag und manchmal auch des nachts begleiten. Sie sind zwar neu orchestriert, bleiben aber doch unsere "alten Lieder", die uns schon durch die "Kerweihjahre" begleitet haben. Veilchenblaue Augen. Ach was! Ich schreibe und singe einfach dabei mit. Und wenn ich den Eindruck habe, dass da ein Trompeter ziemlich andrückt, dann wähne ich mich auf der Bühne eines Banter Kulturheims weit nach Mitternacht. Ein Traum!



Diese EISENBAHNER, die überhaupt nichts mehr mit der traditionsgeschwängerten und oft behäbig dahermarschierenden Blaskapelle von anno dazumal zu tun haben, kommen angeblich alle aus dem Banat. Alles was man jetzt über gelungene Integration sagen könnte, wurde schon zigmal - meist von Politikern - gesagt. Viel lieber frage ich mich, was das für eine verrückte Gegend sein muss: nur Weite, nur Horizont und doch so viel Faszination. Wer von dort kommt, schließt beim Kreisen dieser CD unwillkürlich die Augen und kehrt "heim" und ... kriegt vielleicht wie ich einen gescheiten Anschiss, wenn die Hausfrau nach Hause kommt, einen Blasmusikanschiss mit Pauken und Trompeten, nach allen Regeln der Kunst.

Im Spülbecken neben mir ist das Wasser kalt, kleine Fettaugen schwimmen obenauf wie die schwarzen Nudeln in Herta Müllers "Schwäbischem Bad", der Rasen ist nicht gemäht, die Wasserkiste steht noch immer mit den leeren Flaschen neben der Tür usw, usw.

Oh weh! und es ist wirklich schon Mittag. Der Blasmusikanschiss - es ist nicht der erste - steht mir unmittelbar bevor. Und sie alle sind neben den bereits Genannten schuld daran: Tobias Bach (Klarinette),  Hemuth Mitsch (Tenorhorn), Johann Francz (Komposition, Arrangement, Gesang, Euphonium), Hans Bach (Tuba), Thomas Bach, Jürgen Reiter (Flügelhorn, Trompete), Richard Weber, Horst Reppert, Raymond Peter (Posaune) und Johann Pfeifauf (Schlagzeug). Man begegnet aber auch noch anderen Musikschaffenden auf dieser CD: Rudolf Lamp (Komposition), Josef Schmalz (Komposition), Franz Watz (Komposition), Vaclav Horak (Komposition), Hans Bruss (Komposition), Andreas Weber (Komposition, Text), Josef Augustin (Komposition), Franz Sarabin (Text), Nikolaus Lenau (Gedicht), Anton Bleiziffer (Komposition), Helmine Bleiziffer (Gesang, Rezitation).

Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ich werde meiner Angetrauten sofort das Deckblatt zeigen  und sagen: Schau her, das ist der Zippel Sepp, dein ehemaliger Arbeitskollege aus der Coop. Timiş und da ist der Mitsch Helmuth, mein Stimmkollege "vun de Stumpiche". Das wird ihren Zorn bestimmt beschwichtigen.

Wer mir nicht glauben will, soll einfach mal reinhören. Die CD kann per Telefon bestellt werden bei Käthe Zippel - Tel.: 07666 99 279 und bei Waltraud Dufner - Tel.: 0761 488 29 31.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Problema sindicatelor germane

Cabinetul din Berlin vrea să economisească în această perioadă legislativă 80 de miliarde de euro. Contribuţia cea mai însemnată în această cursă de austeritate trebuie să-l aducă şomerii, deci cea mai slabă grupă socială din Germania. Comparând situaţia cu cea din România, se poate constata că nemţii i-au cruţat (de data aceasta) pe pensionari.

Scutiţi de contribuţii mai mari au rămas însă şi alţii: băncile, concernele, miliardarii şi bieţii milionari. Dimpotrivă: impozitul pentru hotelieri a fost micşorat.

Coaliţia guvernamentală creştin-liberală vorbeşte de măsuri fără alternative. Asta ne-au povestit deja cu ani în urmă social-democratul Gerhard Schröder şi ecologistul Joschka Fischer, când au pus în practică Agenda 2010, o sumedenie de măsuri care au dus la slăbirea substanţială a plasei sociale, menită să asigure o viaţă demnă pentru cei mai săraci din societatea germană.

Opoziţia, adică partidele parlamentare de ieri şi Partidul de Stânga, critică pachetul de măsuri ca fiind neechilibrat şi sindicatele vorbesc de acţiuni de protest.

Dar problema sindicatelor constă în faptul că trebuie să mobilizeze oameni care nu sunt direct atinşi de măsurile de austeritate ale guvernului Merckel. Fiindcă şi în Germania problema cu solidaritatea are două tăişuri - teoria şi practica -, nu-i totuna unde dai şi unde crapă. S-ar putea să porneşti o campanie enormă şi costisitoare de mobilizare împotriva măsurilor de austeritate - care sunt abia în faza de proiect şi nicidecum aprobate de cele două camere legislative - şi să nu-ţi iasă nimeni în stradă. Şi astfel de situaţii sunt cunoscute din istoria zbuciumată a sindicatelor germane.

Mittwoch, 9. Juni 2010

Vagabundierende Musikanten

Als ich gestern Morgen meinen Komputer startete, begrüßte Google mich mit diesem Gesicht. Vagabundierende Musikzeichen, schoss es mir noch spontan durch den Kopf, bevor ich den ersten Suchbegriff eingab.
Zwei Sunden später holte ich ein Päckchen aus dem Briefkasten, das zwei CDs enthielt. Was ist denn das für ein verrückter Tag? Schon wieder Vagabunden und schon wieder musikalische: Notenvagabunden. Dass nicht jeder Zigeuner ein Musikant, aber jeder Musikant ein Zigeuner ist, weiß ich - auch aus eigener Erfahrung - seit mehr als 40 Jahren. Dass aber plötzlich alles, was mit geschriebener Musik zu tun hat, zu vagabundieren beginnt, hat mich dann doch überrascht.

Nun bleiben ja Vagabunden nie lange an einem Ort. Und musizierende Vagabunden, also Notenvagabunden, schon längst nicht. Sie lassen ihre Noten durch Bierzelte, Konzertsäle vagabundieren und ziehen dann ab. Zum Glück legen sie ihren hurtigen Noten aber hie und da auch Fesseln an und bannen sie auf eine CD, von der sie nie für immer entwischen können. Das ist zwar kein feiner Umgang, aber für Musikliebhaber von großem Vorteil. Während die Notenvagabunden sich längst aus dem Staub gemacht haben, bleiben ihre in Töne umgesetzten Noten erhalten.

"Die Kaiserstühler Musikanten gibt es  zwar nicht mehr, aber es waren bis auf einen alles Banater Schwaben", lese ich in dem Begleitbrief zu dieser Postsendung. Sie sind natürlich heimtalos geblieben, diese Banater Schwaben. Wenn sie auch ein neues Zuhause in Ortschaften gefunden haben, die ihnen ein Heimatgefühl vermitteln können, ihr Dorfmilieu konnten sie nicht umsiedeln. Das gilt besonders für die Musikanten. Jetzt suchen und finden sie sich seit fast einem halben Jahrhundert, um dann immer wieder auseinander zu gehen und sich neu zu formieren. Die jahrhundertealte, aus der k.u.k.-Zeit stammende Blasmusiktradition ist längst zu Grabe getragen - im Banat klingen vereinzelt noch Reste dieser Zeit in wenigen Ortschaften -, aber ihr Geist, der reüsiert wie eh und je. Diese CD der Notenvagabunden ist der beste Beweis dafür.

Sie trugen einmal den schönen Schwarzwaldnamen Original Kaiserstühler Musikanten und ihr Chef war Werner Salm. Dreizehn Stücke sind auf dieser CD verewigt und die erste Polka lässt bereits aufhorchen: Notenvagabunden. Da wird mit 16-tel-Läufen brilliert, dass einem das Herz lacht. Aber bereits das zweite Stück, Gute Freunde, ist eine Hommage an die böhmische Blasmusik mit ihren dialogfreudigen Tenorhorngegenmelodien und den Gefühle transportierneden Trios. Und so könnte man fortfahren und ins Schwärmen geraten, wenn man über diese CD spricht.

Sie enthält auch gesungene Titel - sehr, sehr gut sogar - und Solostücke. Wahrlich, wahrlich, solch tanzende Finger können nur In froher Runde über Akkordeontasten fliegen. Und hier muss man leider sehr kritisch mit der Gestaltung des Booklets dieser Produktion umgehen. Wer sind die Solisten? Wer sind die Sänger? Kenner der "Banater" Musikszene in Deutschland können es zwar ahnen, aber so mancher Nichteingeweihte würde vielleicht gerne wissen, wer da so virtuos mit seinem Instrument und so gefühlvoll mit seiner Stimme umgehen kann. Lediglich die Komponisten und Arrangeure sind angeführt: W. Salm, H. Schneider, A. Weber, J. Francz, H. Richter-Kühnert, A. Bleiziffer und A. Müller.

Sie sind längst über alle Berge, die Notenvagabunden, aber sie haben uns ihre Tonmarke hinterlassen. Und die ist ein wahrer Ohrenschmaus. Danke dafür! Ich bin überzeugt, man wird so manchen von ihnen in anderen Kapellen begegnen. Sie werden dort ihre, unsere Musik weiterleben lassen.

Obwohl ich keine Ahnung habe, ob die Kontaktadresse noch stimmt, gebe ich sie für interessierte Blasmusikfans gerne weiter: Werner Salm, Breulstraße 21, D-79241 Ihringen; Tel.: 07668 850, Mobil: 0171 1908850, Fax: 07668 950 852


Montag, 7. Juni 2010

Du kommst von deinem Dorf nie los

Am Freitag habe ich mir im Literaturhaus München die Ausstellung Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens angeschaut. Wer bei diesen hochsommerlichen Temperaturen eine Gänsehaut verspüren will, der sollte dort reingehen. Aber bitte Zeit mitbringen, nicht durchrennen, um nachher sagen zu können: Ich war auch dort. Denn jetzt ist sie ja unsere liebe Landsfrau, die Herta Müller, wenn wir Landsmänner sie vorher auch nicht sonderlich mochten - mit gewissen Abstufungen.

"Dann fuhr der Zug immer in die Stadt, paarmal am Tag. und das war auch meine Uhr. Ich wusste immer, wenn der dritte Zug fährt, dann ist es abends und dann darf ich nach Hause." Nach Nitzkydorf. Denn das ist das Dorf der Herta Müller, das sie nicht lieben konnte und von dem sie nicht loskommt, jetzt, wo sie auf dem Literaturolymp thront, noch weniger als vorher. Die Nacht ist aus Tinte gemacht - Herta Müller erzählt ihre Kindheit im Banat. Auf der ersten der zwei CDs aus dem supposé Verlag Berlin erzählt sie auch die obige Episode mit dem Zug.

Die kenne ich auch, doch lange nicht so tragisch. Bei uns hieß es immer: "Schnell hoom, de Finef-Uhr-Zug kummt." Das war die Zeit, als unsere Eltern aus der Stadt von der Arbeit kamen und wir so einige unerlaubte Ausflüge in die Dorfumgebung zu vertuschen hatten. Herta Müllers Nach-Hause-Dürfen war bei uns Buben ein Nach-Hause-Müssen. Nach Jahrmarkt. Denn das ist das Dorf  meiner Kindheit, das ich nicht besonders lieben konnte und von dem ich nicht loskomme, jetzt, wo ich mich dem Rentenalter nähere, noch weniger als vorher.


Dass ich Nitzkydorf in dieser Ausstellung unzählige Male in Klein- und Großformat begegnen werde, war mir klar, dass ich aber in einem der vielen Filmdokumente in mein Dorf des Jahres 1971 zurückgeführt werde, hat mich dann ziemlich überrascht - trotz aller zwiespältigen Gefühle angenehm. Du kommst von deinem Dorf eben nie los.

(Foto: Anton Potche)

Sonntag, 6. Juni 2010

Wenn die Georgier spielen

Wenn die Georgier spielen ist immer Feiertag, Feiertag für die Musik. Denn alles was diese Musiker aus ihren Instrumenten zaubern, birgt die seltsame Kraft in sich, Menschen zu bezaubern, sie für die Dauer eines Stückes in jeweils ureigene Vorstellungswelten zu entführen. Manchmal sind diese Stücke viel zu kurz. Heute zum Beispiel zeigte die Münsteruhr gerade mal 12 Uhr 35 Minuten und ich war schon auf dem Heimweg aus der "Orgelmatinee um Zwölf".

Das AsamCollegium spielte. In der Regel sind das Musiker des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt und des Münchner Kammerorchesters, ergänzt mit den jeweils nötigen Aushilfskräften. Nicht dass sie es heute wegen dem schönen Wetter besonders eilig gehabt hätten. Nein, Konzerte von Händel und Albinoni sind manchmal nicht länger.

Um so größer war daher der klangliche Genuss. Wie könnte es mit zwei georgischen Solisten auch anders sein? Nodar Ivania (*1943, Tiflis) spielte Georg Friedrich Händels (1685 - 1759) Concerto h-Moll für Viola und Orchester HWV deest. Drei kurze Sätze - Allegro moderato, Andante ma non troppo, Allegro molto. Aber was für Sätze? Leicht, beschwingt, lieblich und vor allem nicht übertrieben schnell im Schlusssatz. Und noch ein Fragezeichen. Im Programmheft wird an der Originalität dieses Händel-Werkes gezweifelt: "Sollte das Opus vielleicht aus der Feder des Bearbeiters Jean Casadesus geflossen sein?" Ist doch Wurscht! Es ist und bleibt ein wunderschönes Stück, besonders wenn es von den richtigen Musikern gespielt wird. Wie heute eben.

Der zweite Georgier im Solistenbunde war Georgi Kobulaschwili (*1961, Tiflis). Er spielte das Concerto C-Dur für Oboe, Streicher und basso continuo op. 9/5 von Tomaso Albinoni (1671 - 1751). Wenn man die Augen schloss, tat sich die Frage auf: Spielen hier nur Streicher oder nur Bläser? Wie kann man Klangfarben zu einer solchen Eintracht bringen? Ich hab' mir ein paarmal gedacht - natürlich bei offenen Augen -, wenn er jetzt nicht nach Luft schnappt, fällt er um. Denkste! Da waren Körper und Instrument schlicht und einfach eins. Un an diesem brillanten Ton - der steckt mir noch immer in den Ohren - war von einer Asphyxieangst kein Bruchteil einer Sekunde etwas zu spüren. Was für ein großartiger Musiker. In Ingolstadt und Umgebung übrigens sehr beliebt.





Und weil diese zwei Stücke ihren Komponisten viel, viel zu kurz geraten sind und die zwei Musiker ihr treues und dankbares Publikum lieben und schätzen, gab es noch eine (natürlich auch viel zu kurze) Zugabe. Ach was? Man kann es ohne zu übertreiben behaupten: Zusammen klangen Viola und Oboe noch schöner als jeweils allein. Nodar Ivania und Georgi Kobulaschwili schenkten uns noch ein bezauberndes Miniaturstück von Mozart, ohne Orchesterbegleitung. So ist das nun mal, wenn die Georgier spielen.

(Foto: Anton Potche)

Mittwoch, 2. Juni 2010

Hausgemachte Probleme

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) hat eine Studie vorgelegt, nach der in Deutschland im Jahre 2030 ein Fachkräftemangel von 5,2 Millionen Personen bestehen wird. Dabei handle es sich weniger um ein konjunkturelles Problem als vielmehr um ein strukturelles. Bei den Großbetrieben komme dieser Fachkräftemangel mit einiger Verspätung an.

Wir erleben zur Zeit in Deutschland, besonders in der Automobilindustrie, eine Erosion handwerklicher und technischer Fähigkeiten. Wo Arbeiter, die heute Werkstücke mit Tolleranzen im Mikrobereich herstellen, ab morgen nur noch angelieferte Fertigteile kommissionieren oder irgendwo an einem Endprodukt anschrauben, einhängen oder ankleben, sollte sich niemand wundern, wenn technologisch verarmte Unternehmen zu reinen Montageschuppen mutieren. Die Rendite wird allerdings auch mittelfristig noch stimmen. Ob sie aber auch langfristig auf immerwährendem Rekordkurs gehalten werden kann, ist fraglich, denn irgendwann werden alle Zulieferer - viele von ihnen im fernen Asien - die Fertigungskompetenzen besitzen und dementsprechend auch die Preise diktieren.

Wer glaubt, mit je geringeren Fertigungstiefen die Zukunft gewinnen zu können, hat den Sinn von Nachhaltigkeit noch nicht verinnerlicht und den Gleichstellungswert  von Theorie (Entwicklung) und Praxis (Produktion) nicht erkannt. Für unser Land kann eine solche Haltung in den nächsten Jahrzehnten verheerende Folgen haben. Und das sind dann hausgemachte und keineswegs von heute auf morgen zu lösende Probleme.