Montag, 19. September 2016

Manuel Junginger - Ein Poet und seine Welt

Wer liebt, wird lyrisch, titelte die Kulturseite des Ingolstädter DONAUKURIER zum Welttag der Poesie (2015). Das mag so sein. Und wohl dem, der seine hoffentlich auch erwiderte Liebe so ausdrücken kann, aber besonders auch dem, der seinem Liebeskummer mit Hilfe der Lyrik alle oder wenigstens einige Ventile öffnen kann.

Wenn die Seele rebelliert, sich gegen die Last des Alltags stemmt, kann Literatur entstehen, vorwiegend Lyrik. Dann sprießt jene Poesie der schwermütigen Innerlichkeit, mit der uns schon Novalis in seinen Hymnen an die Nacht mehr oder weniger beglückte.

Das war in der Frühromantik so, als August Wilhelm Schlegel und sein Bruder Friedrich die Richtung für eine Aufhebung der Spannungen zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit zu markieren versuchten, und ist bis heute so geblieben. Der Mensch hat seine geheimen Rückzugswinkel in seinem Ich, in denen sich jene Gefühlswallungen austoben, die in der gängigen Kommunikation mit Mitmenschen, und seien sie einem noch so nah, nicht ans Tageslicht kommen. Aber in der Schrift und besonders im Gedicht brechen sie aus. Der Leser kann dann den Grund dieser Gefühlswallungen nur erahnen, er kann sie deuten und entsprechend dem eigenen Gemütszustand umdeuten. Und er hat es in diesem Moment bereits mit einem aus den Gefühlswallungen auferstandenen Kunstwerk zu tun – nämlich mit einem Gedicht.

Vor sechs Jahren erschien im Engelsdorf Verlag ein Gedichtband, der diesem Entstehungsprozess von poetischer Kunst sehr gut nachvollziehbar Rechnung trägt. Zu Füßen Edens ist eine Gedichtsammlung, die in vier Chroniken aufgeteilt ist und mit zwei Widmungen (James Douglas Morrison und An den Nazarener) endet. Der Autor dieser Gedichte, Manuel Junginger, ist ein junger Mann, 1981 im rumänischen Timişoara / Temeswar geboren und in Landshut zu Hause. Was er da gedichtet hat, ist reine Poesie der Auseinandersetzung  mit dem Schicksal.

Der Poet sitzt schon im ersten Gedicht Zu Füßen Edens und lässt uns rätseln, ob er am Ufer des Flusses Eden (als Sorgenhalde) mit seinem Schicksal oder vielleicht sogar mit dem biblischen Wonne-Garten Eden hadert: „Zu Füßen Edens will ich einkehren, / Wenn der Abschied kommt im schwarzen Gewand.“

Wie auch immer, der Ausdruck der Gefühle muss ja schlussendlich zu etwas führen, und wenn’s nur die Unsterblichkeit ist. Im Poetenduktus: „Um zu bleiben für die Ewigkeit.“ (Botschaft an den Dichter). Die Ewigkeit hat leider auch immer etwas mit Endzeitstimmung zu tun. Und daran mangelt es Manuel Jungingers Lyrik wahrlich nicht. Das ist zwar nicht besonders erbaulich für den Leser, aber auch nicht deprimierend. Und Letzteres könnte an der Form der Gedichte liegen, die zurück in die Zeit der deutschen Klassik und Romantik weist. Junginger bleibt dem Kreuz- und Paarreim treu und bedient sich sogar in einem Sonett der Strophenform des 16. Jahrhunderts, um seine ambivalente Gefühlswelt – Hoffnung in den Quartetten und Enttäuschung in den Terzetten – in Poesie zu gießen. Mit Der müde Priester ist Junginger hier ein Meisterstück der Dichtkunst gelungen. Dabei bleibt er in der Quartett-Strophe Petrarca und Shakespeare treu (abab, cdcd), wählt in den zwei Terzetten aber dann die Reimform cde, cde und nicht efef, gg.

Die Gedichte in diesem Band haben die Gabe, auch wenn viele sehr düster klingen, Bilder im Kopf des Lesers zu generieren, was dazu führt, dass sie nicht vor übermäßiger Introvertiertheit ins Unverständliche gleiten. Dieser Gefahr hat Manuel Junginger bewusst entgegengewirkt, weil er erkannt hat, dass „Es ist als, als könnten Worte malen, / Sie bringen dich an jeden fernen Ort.“ (Weit weg von allem).

Obwohl für einen noch jungen Dichter da schon ziemlich viel Hoffnungslosigkeit durch die Verse mäandert, gibt es auch bei ihm ein Licht am Ende des Tunnels. Dabei wird es niemand wundern, dass dieser Schein zuerst mal gewaltig irrlichtert, bevor er so etwas wie ein Herantasten an Gegenwart und Zukunft, sogar im Imperativ, spüren lässt: „Die Ahnen flüstern im Morast der Zeit, / Fürchterliche Dinge haben sie uns zu sagen. / [...] / Wir sollten leben, lasst uns endlich leben, / Uns sollte bewusst werden, dass wir existieren.“ (Im Morast der Zeit). Vielleicht hilft es dem Leser, wenn hier erwähnt wird, dass die Eltern des Autors aus den ehemals deutsch geprägten Dörfern des Banats Bruckenau / Pişchia (Mutter) und Jahrmarkt / Giarmata (Vater) stammen.

Verzweifelt hier ein Dichter an seiner Welt? Nein. Er ist nur ehrlich. Zumindest so kommt seine Lyrik rüber. Und zum Schluss erklingen sogar sozialkritische Töne. Natürlich wäre Junginger ein schlechter Dichter, könnte er nicht überhöhen – auch in seinen dunkelsten, von Sarkasmus geprägten Visionen: „Es wird Frieden sein auf Erden, / Weder Hass noch Lüge werden flüstern; / es wird eine neue Erde werden, / Nur vom Menschen wird sie nichts mehr wissen.“ (Es wird Frieden sein).

Das ist aber eine verdammt schöne Vorahnung. Auch wenn wir Menschen nichts mehr von ihrer (eventuellen) Verwirklichung haben werden. Deswegen dem Dichter zu zürnen, wäre trotzdem grundfalsch; sich hingegen seiner Fantasiewelt mit Dämonen, Tod, Gefangenschaft, Misstrauen, Todessehnsucht, aber auch mit Demut vor der Natur und Liebe zu nähern, kann durchaus eine erbauliche Angelegenheit sein.

„Ich bin nur ein Poet, doch du bist Poesie - / Leben, ohne dich fänd' ich diese Worte nie.“ (Dem Leben).

Manuel Junginger: Zu Füßen Edens – Die Chroniken (Gedichtsammlung); Engelsdorfer Verlag, 2010, ISBN 978-3-86268-044-3; 141 Seiten, 10,-- EUR0 (D); (auch online bestellbar)
Anton Potche

Montag, 12. September 2016

Seppi und Peppi unterhalten sich über Tennis im Fernsehen

Es ist angenehm kühl im Bahnhofscafé an diesem heißen Spätsommertag.

- Schön angenehm da herinnen.
- Ja.
- Bei der Septemberhitze kann man es da wirklich aushalten.
- Ja.
- So könnte es bis Weihnachten bleiben, dann darf es schöner werden.
- Ja.
- ...
- ...
- Sag mal, ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?
- Ja, eine Expertenlaus. Nein, genauer eine Expertinnenlaus.
- ? ? ?
- Ja, ja, gestern Abend.
- Wo?
- Zu Hause.
- Und woher kam die Laus.
- Sie saß im Fernseher.
- Ah ja.
- Hast du sie nicht gesehen?
- Die Laus?
- Nein, verdammt, die Kerber. Wenn die Experten beim Fußball ins Bild kommen, geh’ ich schnell auf’s Klo oder hol mir was zum Kauen oder Trinken oder drück’ einfach weg. Wenn das Spiel dann wieder läuft, schalt’ ich mich wieder dazu. Das war bei der Kerber gegen die Pliskova nicht möglich.
- Warum nicht?
- Weil der Sender, Eurosport war’s, während dem Spiel eine Expertin und einen Experten, oder Journalisten oder, was auch immer der war, mit ihrem Gequassel in einem zweiten Fenster zuschalteten.
- Und das hat dich gestört?
- Ja, ich bin extra aufgeblieben wegen dem Match und nicht wegen irgendeinem Expertenquatsch. Das musste ich mir aber anhören, während der Ball flog.
- Warum hast du den Ton nicht abgeschaltet?
- Weil ich dann das Stöhnen von der Kerber nicht gehört hätte und manchmal auch von der Pliskova.
- Sag mal, aber ehrlich jetzt, bist du ...?
- Nein, bin ich nicht. Das Stöhnen, besonders im Frauentennis, gehört zur Ball-Schläger-Konnotation. Verstehst du? Das ist der Moment, der Höhepunkt, der über den Punktgewinn oder –verlust entscheidet.
- Das Stöhnen?
- Ja, zusammen mit dem Klang des Schläger-Ball-Impactes. Das ist Musik. Harmonie pur.
- Und dieses Gefühl aller Gefühle hat dir eine Expertin verleidet.
- Ja, ja, ja. Das ist perfide. Stell dir doch mal vor: US Open. Grand-Slam in New York. Arthur Ashe Stadion. Weist du was das ist? Ein Tempel, sag’ ich dir, eine Kathedrale. Da herrscht Ruhe. Da beten alle. Alle, sag ich dir. Entweder für die eine oder die andere. Ruhe herrscht da. Und die Experten oder Expertinnen von Eurosport schwatzen. Verstehst du? Sie schwatzen. Das sind Atheisten. Die haben keinen Glauben. Da wunderst du dich, dass Tennis bei uns nicht den Stellenwert vom Fußball hat. Ich nicht, nein, nicht mehr. Die Fußballexperten begnügen sich wenigstens mit der Pause, während die Tennisexperten das Spiel vernichten. Wie der Teufel im Gotteshaus drängen sie sich dem deutschen Fernsehzuschauer auf.
- Ich denke, da hilft nur Weihwasser. Was meinst du?
- Ja, absolut.
- Bedienung, zwei Wodka Gorbatschow bitte, aber doppelt und bis zum Rand gefüllt.

Wenigstens das Wetter scheint in diesen Frühherbsttagen noch göttlich zu sein.

Montag, 5. September 2016

Tradiţie meşteşugărească

Cea mai statornică tradiţie a meşteşugarilor este drumeţia. Cu scopul de a-şi perfecţiona meşteşugul, calfele au bătut drumurile în lungul şi latul Europei. Deja din evul mediu sunt cunoscuţi meseriaşi care şi-au absolvit anii de drumeţie – germanii folosesc expresia Walz, adică călătoria de perfecţionare a meseriei – în ţări îndepărtate.

Pomul breslelor
la Timişoara
Foto: Mapio
Şi Timişoara are un vestigiu al acestui obicei străvechi: trunchiul în fier. Este vorba despre un trunch de copac în care, cum ştiu povestirile din strămoşi, calfele, trecând în drumeţia lor pe acolo, au bătut câte un cui. Astfel de monumente istorice sunt cunoscute şi în alte oraşe ale fostului imperiu habsburgic. Cel mai cunoscut „pom de cuie“, cum i se mai spune, se poate vedea şi azi la Viena în faţada unei clădiri la intersecţia străzilor Kärntner Straße şi Graben. Pomul breslelor de la Timişoara poate fi admirat la intersecţia străzii Proclamaţia de la Timişoara Nr. 3 cu strada Francesco Griselini. La Arad trunchiul a dispărut, doar platbanda care l-a consolidat a rămas. Oricum, legendele care învăluie aceste dovezi ale istoriei călfiei trăiesc mai departe.

Calfele care şi-au absolvit anii de drumeţie departe de meleagurile natale au avut şi un rol social-politic însemnat. August Bebel (1840 – 1913), una dintre figurile cele mai proeminente ale socialdemocraţiei germane, a îmbrăţişat meseria de strungar în materiale nemetalice şi şi-a început anii de drumeţie meşteşugărească în anul 1858. Născut în apropiere de Köln, l-a dus drumul călfiei în sudul Germaniei la Freiburg, Regensburg München, în Austria la Salzburg şi de acolo în landul german Saxonia, la Leipzig, unde s-a căsătorit, a înfiinţat un mic atelier meşteşugăresc şi a început să se angajeze tot mai intens pe plan politic.

August Bebel a scris şi multe lucrări pe teme sociale şi politice. În anul 1910 au apărut memoriile sale în trei volume Aus meinem Leben – Din viaţa mea. Acolo se pot citi şi însemnări despre anii drumeţiei sale: „Trebuia să dorm într-un pat în colţul atelierului. Pe atunci calfele mai locuiau şi mîncau la meşteri, mîncarea fiind de multe ori deplorabilă. Salariul a fost şi el mic. Când m-am plâns, meşterul mi-a spus că nici el nu a primit mai mult în străinătate. Asta o fi fost cu cincisprezece ani în urmă. […] Ceea ce mi s-a părut în viaţa mea de mai târziu ca un mister, a fost faptul că în ciuda acestor marşuri, la care am fost de multe ori ud până la piele şi tremuram de frig, nu m-am ales cu o boală serioasă. Hainele mele nu erau nicidecum pe măsura unor astfel de spetele, lenjeria de corp din lână era un lux necunoscut. De multe ori am îmbrăcat dimineaţa hainele încă umede din ziua precedentă. […] Salariile erau şi la Salzburg mici. A economisi ceva a fost greu. Toamna îmi cumpărasem pe rate prima haină de iarnă; ca om conştiincios, am îndurat mizeria pentru a plăti ratele săptămânale.“

Acestea sunt aspecte sociale de la începutul epocii de industrializare. Necesitatea unor informaţii vitale pentru calfele călătoare este evidentă. Numai aşa aveau posibilităţi de a se apăra de diversele metode de exploatare a meşterilor. Deja în jurul anului 1900 organizaţii sindicale au încercat să coopereze pe plan internaţional pentru a asigura condiţii de viaţă oarecum acceptabile pentru calfele de pe drumurile şi din centrele industriale ale Europei. Astfel Organizaţia Strungarilor în Materiale Nemetalice din Germania şi Organizaţia Germană a Tâmplarilor au convenit cu organizaţii similare din Austria, Danemarca şi Elveţia să lupte pentru o tratare egală a calfelor din alte ţări.

Calfe la Ingolstadt / Germania
în anul 2011
Foto: Anton Delagiarmata
Şi azi mai întâlnim pe străzile sau şantierele din Germania şi alte ţări europene - şi în România, cum se putea vedea anul trecut în unele emisiuni de limba germană ale Televiziunii Române – calfe în hainele lor tradiţionale. Anul trecut acest obicei vechi al drumeţiei calfelor a primit în Germania sigiliul Immaterielles Kulturerbe (în lb. engleză: intangible cultural heritage), adică Moştenire Culturală Imaterială.

Calfă pe un şantier
din Ingolstadt în anul 2016
Foto: Anton Delagiarmata
Ziarul celui mai mare sindicat din Germania şi chiar din lume, cu 2,27 milioane de membri, IG Metall, publică în acest an, cu ocazia îndeplinirii a 125 de ani de existenţă a sindicatului care între timp nu reprezintă numai interesele muncitorilor din industria de prelucrare a metalelor, constructoare de maşini şi electrotehnică, ci şi din industria textilă şi de prelucrare a lemnului, articole din istoria sindicatelor germane. În numărul din august 2016 un articol este dedicat obiceiului de drumeţie al calfelor.  

Anton Delagiarmata

Mittwoch, 31. August 2016

August 2016 – Giarmata in den Medien

Die folgende Spielzeit in den rumänischen Fußballligen beginnt mit dem Rumänien-Pokal
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar; 04.08.2016
Millenium Giarmata muß nach Crăciunești im Landkreis Hunedoara reisen. Die gegnerische Mannschaft ACS Șoimul Băița spielt in der 4. Liga.

Zu viele Schwerlaster auf den Temescher Kreisstraßen unterwegs
aus ZiarulTimişoara.ro, Timişoara / Temeswar; 10.08.2016
Schwerlaster dürfen auf Kreisstraßen nur mit einer Sondergenehmigung unterwegs sein. Im gesamten Kreis Temesch gibt es nur 17 Laster, die eine solche Genehmigung bekommen haben. Dazu sagt der Kreisratschef Sorin Grindeanu: „Wenn wir uns in Pișchia, Fibiș oder Giarmata postieren, zählen wir in einer Stunde mehr als 10 Laster, die nicht fahren dürften. Das macht die Straßen kaputt und führt zu neuen Investitionen.“ Man will erreichen, dass die Schwerlaster über die Landstraßen ihre Ziele anfahren. Jetzt denkt man an Überwachungskammeras, die an den Kreisstraßen aufgebaut werden sollen.

 Sieg im Rumänien-Pokal
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 10.08.2016
Șoimul Băița - CS Millenium Giarmata  1:3 (0:2)
Torschützen für Millenium: Trifu(16), Soare (27) und Stoica (62)
Aufstellung CS Millenium: Darius LucaClaudiu Mihălceanu, Eduard Soare, Robert Artimon, Ovidiu Ştefănescu, Romică Corlăţeanu, Radu Domşa, Mihai Olariu, Florin Olariu, Sebastian Stoica, Patrian Trifu.
Eingewechselt wurden: Adrian Kalanyos, Adrian Petri und Nicolae Maşniţă.
Trainer Răzvan Leucă sagte nach dem Spiel: „Ich beglückwünsche die Jungs, dass sie mit größter Seriosität diesen KO-Wettbewerb betrachtet haben, gleich in der ersten Runde des Rumänien-Pokals, in der viele Mannschaften ausscheiden wollen und diesen Wettbewerb nicht korrekt behandeln. Und zum Schluss haben uns sogar die einheimischen Zuschauern applaudiert!“
+ + + Diese Einstellung an der Basis schadet dem gesamten Fußballbetrieb in Rumänien. Das war zur Zeit eines Gigi Hagi etwas anders. + + +

Grindeanu hat es eilig
aus ZiuadeVest.ro, Timişoara / Temeswar; 12.08.2016
Der Vorsitzende des Kreisrates Timiș / Temesch Sorin Grindeanu Macht Druck in der Causa Autobahnzubringer. Er will die vier Spuren von der A1-Ausfahrt bei Giarmata bis Timișoara auf dem schnellsten Weg haben. Dazu, sagte er der Zeitung, könne es auch zu „Enteignungen“ kommen.

Verordnung Nr. 223
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt; 12.08.2016
mit dieser Verordnung wird der Gemeinderat zu einer Sitzung am 16. August einberufen. Die Tagesordnung sieht die Änderung einiger älterer Beschlüsse vor.

Noch immer nicht in Betrieb
aus BanatulMeu.ro, Timişoara / Temeswar; 20.08.2016
Das multifunktionale Gesundheits-, Polizei- und Feuerwehrzentrum kann seine Tätigkeit noch immer nicht in vollem Umfang ausüben. Besonders der medizinische Bereich ist betroffen. Călin Dobre, der PSD-Kreisvorsitzende, beklagt die fehlende Betriebsgenehmigung seitens der Temescher Gesundheits-Versicherungskammer (Casa Județeană de Asigurări de Sănătate). Obwohl man in Giarmata nur in den medizinischen Bereich dieses Interventionszentrums 150.000 Euro investiert hat, heißt es jetzt bei dem zuständigen Amt in der Kreishauptstadt, dass es „bereits ähnliche Einrichtungen in Temeswar gäbe und daher die in Giarmata keine Berechtigung mehr habe“. Der Politiker nennt die Situation in Giarmata „aberant“, also abweichend von der Normalität.
+ + + Das wäre wirklich eine teure Rechnung, die ohne den Wirt gemacht wurde. Andererseits krankt das rumänische Gesundheitswesen in erster Linie an mangelndem Personal, was in den Überlegungen der Versicherungskammer eine Rolle spielen könnte. Wie auch immer: Der geschädigte bleibt wie so oft der Patient. + + +

Diebe unterwegs
aus VoceaTimișului, Timişoara / Temeswar; 24.08.2016
Drei Jugendliche zwischen 17 und 19 Jahre alt waren in Giarmata auf Diebestour. Sie haben aus einem Haus Schmuck und einen Laptop im Wert von 25.000 Lei mitgehen lassen. Am 23. August wurden sie von der Polizei verhaftet.
+ + + Pech der Spätgeborenen: Hätten sie in der kommunistischen Zeit gelebt, wären sie an diesem Tag beim Aufmarsch der Arbeiterklasse gewesen und hätten keine Zeit für Dummheiten gehabt. + + +

Im Rumänienpokal ausgeschieden
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar; 26.08.2016
Millenium Giarmata ist in der zweiten KO-Runde des Rumänienpokals gegen Şoimii Lipova ausgeschieden. Nach Verlängerung hieß es 3:2 für die Lipaer, nachdem es nach 90 Minuten 2:2 stand. Die Tore für Millenium erzielten Soare und Semenea. Die Giarmataer begannen das Spiel mit RusuSoare, Artimon, Petri, Fl. Olariu, Maghici, Corlăţeanu, Stoica, Semenea, Domşa, Trifu und wechselten dann noch Luca, M. Olariu und Leucă ein.
+ + +  Die Meisterschaft in der dritten rumänischen Fußballliga, in der Auch Millenium spielt, beginnt am ersten Septemberwochenende. + + +

Es soll ganz schnell gehen
aus ZiuadeVest.ro, Timişoara / Temeswar; 28.08.2016
Sorin Grindeanu, der Vorsitzende des Kreisrates Timiș & Temesch macht Tempo in Sachen Autobahnanzubringer Timișoara - Giarmata. Das Projekt soll in der nächsten Kreisratssitzung auf die Tagesordnung. Für die notwendigen Grundstücksenteignungen sind bereits 1,4 Millionen Lei bereitgestellt.

Drei Abgänge und neun Zugänge
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar; 31.08.2016
Mit drei Niederlagen, zwei Unentschieden und nur einem Sieg haben die Fußballer von Millenium Giarmata ihre Vorbereitungen für die an diesem Wochenende in der dritten rumänischen Fußballliga beginnende Spielzeit 2016/2017 beendet. Drei Stützen der vergangenen Saison haben den Verein verlassen: Blănaru, Dumiter und Diarra. Gekommen sind die neuen Spieler: Casian Maghici, Rusu, Ștefănescu, Dorin Codrea, Semenea, Mandachi, Popa, Ghighilicea und Marius Călin. Răzvan Leucă und seine Jungs haben sich vorgenommen, ein besseres Ergebnis als in der letzten Saison zu erzielen.
+ + + Möge es ihnen gelingen! + + +

Bürgermeistertreffen
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; August 2016
- 70 Bürgermeister aus den Kreisen Timiș, Caraș-Severin, Hunedoara und Arad haben sich in Coșteiu getroffen, um die Vereinigung der Rathäuser aus dem Historischen Banat zu gründen. (+ + + In anderen Zeitungen wird von 50 Teilnehmern gesprochen. + + +) Virgil Bunescu gehört zu den Gründungsmitgliedern.
+ + + Wenn ich mich nicht irre, gehören doch zum historischen Banat auch Gebiete in Ungarn und Serbien. Davon ist hier aber nicht die Rede. + + +
- Das zu Giarmata gehörende Dorf Cerneteaz, die Altjahrmarkter nannten es Zorn, hat 1700 Einwohner und wird in Zukunft wachsen, da es viele Hausparzellen mit Größen zwischen 3000 und 4000 m² besitzt, die aufgeteilt werden können. In Internetforen wird positiv über die Wohnmöglichkeiten in diesem Dorf geschrieben, berichtet Diana Mihai in einem Artikel.
- In einem weiteren Beitrag wird die Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Jahrmarkt (Deutschland), Helene Eichinger, wie folgt zitiert: „Obwohl ich mich 1982 in Deutschland niederließ, habe ich immer versucht, Bischof Sebastian Kräuter zu besuchen und er hat sich über unser Wiedersehen gefreut. Giarmata war seine zweite Heimat. Heute hat die Gemeinde sich zum Guten gewandelt, man sieht viele Unterschiede, die Straßen sind hergerichtet.“
+ + +  Die Giarmataer werden es gerne hören + + +

Montag, 22. August 2016

Der Name Giarmata ist älter, als ich dachte

Wer war Johann Hieronymo? Da kommt einiges zusammen. Der Mann war „Freyherrn von und zum Jungen, Kayserl. würklichen geheimen Rath, General-Feld-Marschall, Obristen eines Regiments zu Fuß, und Chef der Kayserl. Völker in der in den Österreichischen Niederlanden“. Mit seinem Tod ist auch das Geschlecht der „Freyherrlichen Familie von und zum Jungen“ am „A. 1732 den 25 August gänzlich erloschen“.

Dass so ein Mann sich auch mit Geschichte beschäftigt, fand ich gar nicht so abwegig und glaubte, den Autor des 1684 veröffentlichten Werkes Relatio Historico-Politica // occupata circá // … // Die der Aristoteles Historiam … nennet; //  Hinderbringt dem Günstigen und curieusen Lectori // Alle von dem Höchstlöbl. // Erz-Haus Oesterreich // Als dieser Zeit // Einiger Vormauer des Vaterlands Teut- // scher Nation // Mit dem grausamen Türken geführter glücklicher und unglück- // licher Kriege; // Mit Darstellung // Gottes augenscheinlicher Assistenz / diesem höchst-lobl. // Erz-Haus allezeit erwiesen / wider Ihre heimliche und // öffentliche Feinde: continuirt // Bis auf die letzte Action des Christ-hüllflichen Entsatzes der // geliebten Residenz-Stadt // Wien // und Eroberung der Vestung // Gran. // Von // Johann Hieronymo Im Hof // von Merlach / Hoch-Fürst. Bamberg. Rath / und // Pflegern zu Vilseck. // Sulzbach // In Verlegung Johann Hofmann / Buch- und Kunst Händlers // in Nürnberg // Anno M. DC. LXXXIV. gefunden zu haben.

Allerdings kamen mir dann bei den Autor- und Verlegerangaben Bedenken. Da hat alles einen fränkischen Bezug, während die „Freyherrlichen Familie von und zum Jungen“ ein mitterheinisches Adelsgeschlecht war. Das sprach zwar noch nicht gegen den Freiherrn von und zum Jungen, eröffnete aber auch die Möglichkeit einer anderen Autorschaft. Die könnte sich besonders aus der ziemlich freien Rechtschreibung jener Zeit ergeben, dachte ich mir und suchte weiter. Bis ich in einer Datenbank auf ihn stieß: Im Hof, Johann Hieronymus (1627 - 1705), Jurist, aus Nürnberg; Sohn des gleichnamigen Nürnberger Stadtrichters (1598 - 1663); verh. mit Regina Clara, geb. Imhof; Pfleger, Geheimer Rat, pfalz-neuburgischer Regierungsrat, Historiker und Publizist.

Bekannt ist sein Werkverzeichnis von neun historisch-politischen Veröffentlichungen in der Zeitspanne 1652 bis 1706. (Das hier erwähnte Werk fehlt leider.) Es werden sage und schreibe 20 Namensvarianten für diesen Herrn angegeben. Unter ihnen ist auch der Name Im Hof von Merlach, Johann Hieronymus. Dass auf dem Buchdeckel der Name Johann Hieronymo und nicht Johann Hieronymus steht wird etwas mit der lateinischen Schreibweise dieses Namens zu tun haben. Wir befinden uns nämlich in einer Zeit, in der unsere deutsche Sprache sich erst so richtig zu etablieren begann. Die Schriften waren meistens in einem Deutsch-Latein verfasst, dass sich auch im Druck widerspiegelte: lateinische Ausdrücke in lateinischen Buchstaben und deutsche Wörter in der Sütterlindruckschrift. Sogar einzelne Wörter wurden mit verschiedenen Schriftarten geschrieben. (Das muss eine spannende Zeit gewesen sein, die es aber auch heute noch zu geben scheint. In Moldawien etwa schreibt man rumänisch noch teilweise mit kyrillischen Buchstaben.)

Nun war ich mir fast sicher, dass dieser Herr Im Hof von Merlach, Johann Hieronymo der von mir gesuchte und im Archiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg als Imhoff von Lonnerstadt, Johann Hieronymus (1624 - 1705) geführte Autor obigen Buches ist. Ziemlich viel Aufwand für ein 332 Jahre altes Buch, das von den Türkenkriegen erzählt, könnte man sagen. (Auf Auktionen wird es immerhin für 1000 Euro angeboten.) Das hätte ich wahrscheinlich auch gesagt, wenn ich nicht wieder mal meiner Schmökerleidenschaft freien Lauf gelassen hätte. Und die führte mich auf die Seite 154, wo das vierte Kapitel (Caput IV.) beginnt. Der Titel: „Nun wollen wir kürzlich/ ehe wir auf den Ragozischen und daraus erfolgten Türkischen Krieg/ in unser Relatione Historica kommen/ Chronologicé entwerffen/ was von Jahren zu Jahren die Ottomanische Macht der Christenheit abgenommen/ und was dieselbe unter der mächtigen Hand des Erz-Herzoglichen Haus Oesterreich/ item der angrenzenden Respubl. Venedig/ noch bis dato in Ungarn/ Dalmatien/ Croatien/ Slavonien/ besitzet: und das gleichsam in einer kurzen Tabel, dem Hochgeneigten Leser entwerfen.

Es handelt sich also um eine Tabelle mit den Jahreszahlen, die den Vormarsch der Osmanen in Europa zeitlich markieren. Der erste Listeneintrag gilt der Unterwerfung der „Landschaft Bithyniam, eine Provinz in Asia Minore gelegen“. Man schrieb das Jahr 1300. Und es ging in recht flottem Eroberungsrhythmus durch das 14., 15. und 16. Jahrhundert. Auf der Seite 156 kann man dann folgenden Eintrag lesen: „Hingegen aber hat Ferdinandus I. Römischer Käyser/ welcher sich Anno Christi 1521 mit Anna/ Königs Ludovici Schwester verheyrathet/ nach gedachtes Ludovici unglücklichen Tod/ Anno 1526. die Cron Ungarn Jure hæreditario anzutretten/ und seiner posterität zu zueignen/ entschlossen ; Hierauf die Residenz-Stadt Ofen ihme dem Türken wieder abgenommen/ der Türk hingegen Anno 1541. solche wiederum unter seine Gewalt gebracht/ darauf sich
Anno C. 1543 an Walponiam, Stul-Weissenburg und Totis gemacht.
Anno C. 1552 an Temeswar. Lippa. Solymos. Chianadi. Zolnock. Seczieno. Dregella. Giarmata.“

In unser heutiges Deutsch übertragen, heißt das soviel wie: Giarmata, von den später angesiedelten Deutschen Jahrmarkt genannt, ist im Jahre 1552 unter türkische Verwaltung gefallen. Diese Jahreszahl ist in der Geschichte Jahrmarkts bekannt. Neu ist aber die Tatsache, dass nicht das Gut „Gyarmatha“ (wie bei Franz Urban und Stefan Stader) in einem relativ zeitnahen historischen Werk genannt wird, sondern „Giarmata“, wie die Ortschaft auch heute noch heißt. Auch in späteren Jahren wird die vom Gut (im 14. Jahrhundert auch unter Zamar, Gormat, Garmad oder Garmat bekannt) zum Dorf gereifte Ortschaft mit verschiedenen Namen in diversen Geschichtsquellen erwähnt: Gyarmata-Utraque, Jermat (sogar zwei Ortschaften: Veliki und Mali) sowie Temesgyarmat. Nur wann zum ersten Mal die heutige Schreibweise benutzt wurde, war bisher (zumindest mir) nicht bekannt. Umso mehr wunderte es mich beim Durchblättern der Relatio Historico-Politica des Im Hof von Merlach, Johann Hieronymo dass der Name „Giarmata“ schon 1684 in einem deutschen Werk auftaucht. Darauf dürfen auch die heutigen Bewohner Giarmatas stolz sein. Und die ehemaligen Einwohner Jahrmarkts sowieso.

Anton Potche