Montag, 19. Februar 2018

Seppi und Peppi unterhalten sich über den herbeigeredeten Geist der AfD

Seppi und Peppi sitzen in ihrem Bahnhofscafé und diskutieren über einen Artikel im DONAUKURIER.

- In Ingolstadt werden Künstler mit dem Oberbayerischen Heimatpreis ausgezeichnet.
- Das ist eine gute Sache.
- Nicht ganz.
- Warum? Haben die das nicht verdient?
- Doch. Aber die Location stimmt nicht.
-Wie bitte?
- Die Location, also der Ort, das Lokal passt nicht für eine solche Veranstaltung. Besonders weil der bayerische Heimatminister und zukünftige Ministerpräsident Markus Söder die Preisverleihung persönlich vornehmen wird.
- Was ist denn mit diesem Lokal, ist es baufällig? Kenn' ich es auch?
- Ich denke schon. Die Wirtschaft am Auwaldsee.
- Also hör mal, die ist doch hervorragend geeignet für eine solche Preisverleihung. Sie liegt in der Stadt und doch in unberührter Natur. Sie ist geräumig, hat mehrere Veranstaltungsräume, eine gute Küche und höfliche Bedienungen. Und das Gebäude selbst ist doch in hervorragendem Zustand, und vor allem  passt es vom Baustil her gut in diese Seelandschaft.
- Ja, aber les’ mal da, was die schreiben in der Zeitung.
- Was denn?
- Der Geist in diesem Haus macht einigen Leuten in der Stadt und anscheinend auch bei der Zeitung Sorgen. Es ist auch wahrlich ein böses Gespenst, das dort in dieser Waldwirtschaft herumspuckt.
- Hallo, der Fasching ist vorbei.
- Ja, ja, schon. Aber der Geist vom Gespenst geistert noch immer dort draußen herum. Und das ist kein Spaß, sondern todernst, sonst hätte die Zeitung diese Meldung nicht auf die erste Seite gesetzt und sogar noch mit einem Foto und einem Kommentar bestückt. Man darf den Söder nicht dorthin lassen. Nicht dass wir zum Schluss auch noch ohne Ministerpräsident in unserer Heimat bleiben. Es reicht schon, dass wir keine echte Regierung in Berlin haben, sondern nur eine … wie heißt das nur?
- Geschäftsführende.
- Ja, genau. Aber hier kann es noch schlimmer kommen. Wer weiß schon, was so ein Geist von einem Gespenst alles anrichten kann. Er kann dir die Sinne verwirren, deinen Geist zerstören. Nein, da will ich gar nicht weiter denken.
- Hm, scheint nicht ohne zu sein. Aber was ist denn das für ein Geist. Kennt ihn überhaupt jemand. Wurde er schon gesehen.
- Na klar. Er heißt AfD. Und immer wenn er auftaucht, zieht er wie ein Magnet Menschen in der Stadt aus ihren Häusern. Die versammeln sich dann immer vor der Wirtschaft am Auwaldsee und wollen den Geist vertreiben. Aber das ist noch nie gelungen. Der ist noch immer drin. Überall, in den Wänden, in der Luft. Überall. Stell dir mal vor, der kriecht hervor, wenn der Söder dort ist, kriecht in ihn hinein, und verwirrt seinen, ich mein dem Söder seinen, Verstand. Da ist unsere ganze Heimat gefährdet.
- Ja, aber wie ist dieser AfD-Geist überhaupt dorthin gekommen? Ist er vielleicht aus dem See emporgestiegen? Hat die Seekuh ihn vertrieben, als sie die Algen gemäht hat.
- Das weiß die Zeitung auch nicht. Sie schreibt bloß, dass die AfD, diese neue Volkspartei, immer dort tagt und ihren Geist beim Nachhausegeh'n zurücklässt. Eine ganz gefährliche Situation, das sag ich dir.
- Hm, mit der Sache ist wirklich nicht zu spielen. Und vor allem ist es hochinteressant. Wie wäre es, wenn wir morgen Nachmittag an den Auwaldsee fahren würden, um uns mal bei einem Kaffee von diesem AfD-Geist heimsuchen zu lassen?
- Also allein würde ich mich nicht trauen. Aber zu zweit können wir es ja versuchen.
- Okay. Aber jetzt genehmigen wir uns erst mal zwei große Gorbatschows. So als Mutmacher für morgen. Bedienung …!

Wer hätte gedacht, dass es nach diesem Nichtwinter doch noch Winter wird?

Montag, 12. Februar 2018

Popa ăl nemţesc - De deitsch Pharre

Popa ăl nemţesc
de Sorin Olariu

Stai să vez’ şe întâmplare, măi acu’, pân primăvară,
S-o fost dus uichiţu’ Nielu să să-nmoaie la Izvoară.
Ş-acolo, la Herculane, staţ, ca să vă povestăsc:
Nimerisă baş cu locu’ lâng-un un popă d-al nemţăsc.

Dom’ părince-ncins la soare, buchisa dân cărţulie,
Nielu – cu ţâgarea-n gură şî uiaga dă răchie.
Başca, pă v-o asistentă, măi scăpa şî câce-o mână,
Dă-l cârpea bieta muiere cu şe-avea pî la-ndămână.

- Dom’ părince!-nşepe uica, dumetale şcii măi bine,
O’ artrita, boala asta, cum să ia, dă unge vine?
Să uită la Nielu neamţu’, dî la cap pân la pişioare,
Prişepu el care-i şpilu’ şî ţî-l luă atunşea tare:

- Abăr cum, main zon, te unte? Te la trinchen... bautură,
Nopţi piertute cu fetiţe şi dohan bagat pe gură!
Toate asta se adunăm şi nici cât io zice: peşte!
Vine-artritănu la omu’ şi atunci îl polnăveşte!

P-ormă-i zâsă măi dăparce că-l văzu îngândurat:
- Zagt, main zon, du ai artrităn, că pe mine-ai întrebat?

- Da dă unge, dom părince!... Numa’ am şî io mirare,
C-am şicit pă la ţăitunguri cum că... papa vostru are!!


(din FOAIA DE RAMNA, martie 2014)

†                    †                     †

De deitsch Pharre
vum Sorin Olariu

Schau her, was do passeert is, jetz im Friehjohr,
De Uică* Nelu is sich an die Quell inwaache gfahr.
Und dort in Herkules hot er e Platz ghat – soon ich eich -
newer oom Pharre mit der Mottersproch Deitsch.

Hochwürden hot, ausgstreckt in der Sunn, geles i’me Buch,
Nelu – mi’m Zigarettl im Maul un der Rackiflasch uf.
Bei’re Assistentin is’m schun mol die Hand ausgeritscht
Un er hot vun der Fraa aah glei e gscheidi Watsch kriet.

„Herr Pharre“, fangt de Uică Nelu on, „dehr wisst meh,
Arthritis, die Krankheit, wie kriet merr die, wu kummt die her?“
Der Deitsch schaut de Nelu on vum Kopp bis an die Fieß
Un saat ehm sei Meinung klor un ohne vill Mitgfiehl:

„Aber wie, mein Sohn, von wo? Vom Trinken … Saufen,
Verlorenen  Nächten mit Mädchen  und vom vielen  Rauchen!
Das sammelt sich an, und wie du dich umsiehst: Zack!,
Kommt die Arthritis und hat dich krank gemacht!“

Un noo hot er dee nohdenkliche Nelu weider gfroot:
„Weil du mich fragst, hast du Arthritis, mein Sohn?“

„Awwer wu, Hochwürden! ... Gstaunt hun ich mich bloß,
Weil ich in der Zeidung geles hun, dass eier Papst se hot.“


(aus  FOAIA DE RAMNA, martie 2014)

[Iwersetzt vum Berns Toni aus’m rumänische banader Dialekt  in de Johrmarker Dialekt]
Uf der Schanz, 2014

Worterklärung:
Uică (rum. Regionalidiom) = Onkel, Vetterchen, Freundchen


Sorin Olariu ist ein Epgrammist und Mundartdichter, der im rumänischen Dialekt des Banats schreibt. Er wurde 1965 in Buchini, heute ein Stadtteil der südwestrumänischen Stadt Caransebeș / Karansebesch, geboren. Die Grundschule und das Lyzeum Traian Doda besuchte er in Karansebesch. In Timișoara / Temeswar studierte er am Politechnikum und anschließend wieder in Karansebesch an einem Ableger der Fakultät für Literatur, Geschichte und Theologie der Westuniversität Temeswar.
Er arbeitete als Journalist und unterrichtete Theologie am Industrielyzeum Nr. 2  in Karansebesch.
Sorin Olariu kann auf ein sehr reiches Œvre verweisen: Gedichtbände, Anthologien, Beiträge in Literaturzeitschriften und Teilnahmen an verschiedenen Literaturveranstaltungen – auch Radiosendungen. Allein auf dem Literaturportal poezie.ro (http://www.poezie.ro/index.php/author/0002998/Sorin_Olariu) kann man 1383 Texte (Prosa & Lyrik) von ihm lesen. Seine Arbeiten wurden in den Zeitschriften und Zeitungen MERIDIANUL (Temeswar), hier unter dem Pseudonym Sorin Solaris, ROSTIREA ROMÂNEASCĂ (Sibiu / Hermannstadt – Temeswar), RENAȚTEREA BĂNĂȚEANĂ (Temeswar), REDEȘTEPTAREA (Lugoj / Lugosch), TIBISCUS (Uzdin in Serbien), TOT BANATU-I FRUNCEA (Lugosch) veröffentlicht.
 Heute lebt Sorin Olariu in Michigan / USA.

Montag, 5. Februar 2018

Ein gestörtes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nils Marvin Schulz: Untersuchung von Herta Müllers „Niederungen“ – Schreiben in der rumänischen Diktatur und Müllers Auseinandersetzung mit der banatschwäbischen Herkunft; GRIN Verlag; ISBN: 978-3-656-27843-6; 13,99 EUR

Um es gleich vorwegzunehmen: Noch nie  habe ich für so viel Geld so wenig Literatur oder Sekundärliteratur bekommen. Selber Schuld, haben mich die Naturwissenschaftler in meiner Familie gehänselt, als sie erfuhren, wie ich ihren Gutschein für Papas Geburtstag verwertet habe. Geärgert habe ich mich natürlich nicht, denn als ehemaliger Musikant weiß ich längst, dass die gegenseitige Wertschätzung zwischen Geistes- und Naturwissenschaftlern jener (nicht todernst gemeinten) zwischen Bläsern und Streichern nicht unähnlich ist.

Um aber zur Sache zu kommen: Mein Bücherregal ist nicht gerade arm an Sekundärliteratur über Herta Müller. Aber weil ich gerne bei Hugendubel online bestelle und das Buch dann in der Buchhandlung abhole, habe ich mich auf der Homepage des Händlers mal umgesehen und bin auf eine Studienarbeit über die bekannten, bewunderten und gleichermaßen geächteten Niederungen gestoßen. Es könnte doch interessant sein, zu erfahren, wie Studenten heute aus neutraler Sicht über diese Erzählung denken und schreiben. Auch der erläuternde Untertitel weckte meine Neugierde: Schreiben in der rumänischen Diktatur und Müllers Auseinandersetzung mit der banatschwäbischen Herkunft. Das klang nicht nach einer Fokussierung auf eine Erzählung, die nur eine von 16 in einem Band, der ihren Titel trägt, ist – mit 77 Seiten allerdings die längste. (Herta Müller: Niederungen, Rotbuch Verlag, 1988). Also habe ich das Buch mit einigen Klicks bestellt und mich nach der Lieferungs-E-Mail erwartungsfroh auf den Weg in die Ingolstädter Fußgängerzone gemacht. Schließlich kann man ja bei solchen Gelegenheiten ausgiebig, auch bei einem Kaffee, in der Buchhandlung schmökern.

Dann hielt ich das „Buch“ in der Hand. „Buch?“ das hatte ich zwar bestellt, aber ohne auf die Seitenzahl zu achten. Mein für 13,99 Euro gekauftes „Buch“ war ein Paperback-Heftchen mit 19 (neunzehn!) nummerierten Seiten, insgesamt 24. Ich bestellte mir im Hugendubel-Café ein Haferl Kaffee und las ... in der FAZ. Das „Buch“ landete zu Hause auf einem Bücherstapel, befreit von der Plastikhülle und kurz durchgeblättert.

Dann kam eine jener Nächte, in denen ältere Herrschaften aufwachen und nicht mehr einschlafen können. Es war 1:00 Uhr. Ich schloss die Schlafzimmertür leise hinter mir, legte mich auf die Couch im Wohnzimmer und machte mich mit der Studienarbeit des Nils Marvin Schulz vertraut. Um 4:00 Uhr hatte ich die Untersuchung von Herta Müllers >Niederungen< studiert. Als einer, der sich beim Lesen immer Zeit nimmt und schon den ein oder anderen Satz, Abschnitt oder gar Kapitel zweimal oder sogar öfter liest – meist mit Bleistift und sämtlichen Wörterbüchern griffbereit -, war ich echt stolz auf diese Leistung. Noch nie hatte ich ein Buch (auch wenn das hier nur ein Heftchen ist) so schnell ausgelesen. Wohlgemerkt: mit Unterstreichungen und trotz der frühen Morgenstunden auch jetzt noch entzifferbaren Anmerkungen.

Der Inhalt könnte für einen Leser, der von Herta Müller nichts oder nur wenig gehört und gelesen hat, durchaus interessant sein. Für mich war es hingegen spannend zu erfahren, wo sich die Ausführungen des Autors mit meinen eigenen Erfahrungen decken. So zum Beispiel, wenn es auf Seite 12 heißt, in den Niederungen „werden die traditionellen banatschwäbischen Werte ins Groteske entstellt und aus der Perspektive der kindlichen Außenseiterin als anachronistisch und funktionslos entlarvt“.  Bezogen auf die „Perspektive der kindlichen Außenseiterin“ entziffere ich meine nächtliche Schrift am Seitenrand: „auch gültig für Jugendliche mit andersnationalen Liebschaften – lebenslange Traumata“.

Schon auf der nächsten Seite schreibt Nils Marvin Schulz: „Vor den Enteignungen wurde der Vermehrung des eigenen Besitzes größere Priorität eingeräumt, als Liebeshochzeiten oder die Ehe mit anderen Nationalitäten.“ Am Seitenrand erkenne ich wieder meine Handschrift: „starke soziale Kontrolle durch die Dorfgemeinschaft“. Tja, davon könnte ich nun wirklich ein eigenes Lied singen. (Eine Doina – ein Klagelied). Und solche Lieder gab und gibt es bestimmt auch heute noch zur Genüge.

Um meine eigenen Erfahrungen zu bedienen, hätte ich mir aber die 13,99 Euro sparen können. Dazu kam noch, dass ich diese Hausaufgabe der Vergleichenden Literaturwissenschaft im Fachbereich Germanistik – Komparatistik mit einer Benotung von 1,3 vorfand. Tatort: Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Das wiederum ergab bei mir die Frage: Was habe ich in meinem Leben nur falsch gemacht? Ich erinnere mich vage, dass ich damals beim Bakkalaureat über Marin Predas Moromeții doch auch 10 Seiten mit kleiner Handschrift zusammengebracht hatte. Hätte ich gewusst, dass man mit so wenig Geschriebenem so viel Geld verdienen kann, wie das bei dieser Untersuchung über die Niederungen anscheinend der Fall ist, hätte ich vielleicht nicht knapp drei Jahrzehnte lang in der deutschen Automobilindustrie schwitzen müssen.

Und was sagen meine Naturwissenschaftler in der Familie zu meinen Überlegungen? Sie schauen mich weiterhin belustigt an und meinen grinsend bis an die Ohren: „Ja, ja, die Germanisten.“  
Anton Potche

Mittwoch, 31. Januar 2018

Januar 2018 – Giarmata in den Medien

Vorhaben sollen mit eigenen Mitteln finanziert werden
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 03.01.2018
Der Journalist Marcel Sămânță hat in Giarmata nachgefragt, was es für 2018 so alles an Projekten gibt. Der Park „Eugeniu de Savoia“ soll zu neuem Leben erweckt werden. Der Kindergarten soll hergerichtet werden. Um welchen Kindergarten es sich handelt, wird nicht präzisiert. Die IAS-Kantine, die von der Gemeinde erworben wurde, soll zum „Haus der Hochzeiten“ umfunktioniert werden. Auch hier fehlt der Hinweis, um welche Kantine es sich handelt. Es gab in den sozialistischen Zeiten ja zwei in der Gemeinde, und beide gehörten der Staatsfarm IAS. Und nicht zuletzt soll ein Evidenzbüro für die Bevölkerung eingerichtet werden. Alle Projekte sollen aus dem Gemeindesäckel finanziert werden.
+ + + War nicht schon einmal von EU-Geldern die Rede? + + +

Geld für Giarmata aus dem Steuersäkl
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 22.01.2018
- Der Kreisrat Timiș / Temesch hat von den Einkommensteuern, die der Kreis 2017 eingenommen hat, die schöne Summe von 55.660.000 Lei an die Kommunen verteilt. Giarmata wurde mit 500.000 Lei bedacht. Damit sollen die Bugets der Städte, Gemeinden und Dörfer für das Jahr 2018 ausgeglichen werden.
- Eine neue Mülltrennung wird ab diesem Jahr in fast allen Ortschaften des Kreises Timiș eingeführt. Es gibt eine braune Tonne für den Biomüll, gelbe Säcke für Plastikmüll, eine schwarze Tonne für nicht wieder verwertbaren Restmüll und eine grüne Tonne für Glas.
+ + + Ich vermisse eine Tonne für Papier und wundere mich, wieso Giarmata die einzige Ortschaft des Kreises ist, in der diese Mülltrennung erst ab dem 17. Dezember 2020 gelten soll, wie es in dem Artikel ohne Angabe von Gründen heißt. Aber wenn ich mich gut erinnere, hat die Gemeinde einen Müllabfuhrvertrag mit einer Privatfirma. Der wird wahrscheinlich bis 2020 laufen. + + +

Wintertransfers bei Millenium Giarmata
aus TimișPlus.ro, Timişoara / Temeswar, 25.01.2018
Der Fußballdrittligist Millenium Giarmata hat vier neue Spieler verpflichtet: Sergiu Narița (Torhüter) von Voința Mașloc, George Beloescu von CSM Școlar Reșița sowie Marius Călin und Michel Rosenblum von Timișul Șag. Verlassen haben den Verein Andrei Brănișteanu und Laurențiu Copoeru. Die Mannschaft wird weiterhin von Răzvan Leucă trainiert. Er wird dabei unterstützt von Daniel Moraru und Viorel Vișan. Welche Funktion genau die zwei im Verein haben wird in dem Artikel nicht erwähnt. Leucă gibt noch zu Protokoll, dass man sich im Sommer in einen „Verein des Öffentlichen Rechts“ umorganisieren will. Die Vorbereitung für die Rückrunde soll vom 8. bis 18. Februar in Moneasa stattfinden. Die Finanzen des Vereins seien bis auf „einige Rückstände der vergangenen Saison“ in Ordnung, sagt der Trainer.
+ + + Also doch nicht ganz in Ordnung - nach einer anderen Lesart. + + +

Erste Gemeinderatssitzung in diesem Jahr
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 26.01.2018
Mit 11 Tagesordnungspunkten nimmt der Gemeinderat seine Sitzungsreihe für 2018 auf. Die meisten Themen sind Grundstücksangelegenheiten. Ein anderes Thema wäre z. B. Punkt 3: „Beschlussprojekt (proiect de hotărâre) betreffend die Änderung und Ergänzung des Organigramms und der Anzahl der Stellen im fachbezogenen Funktionsapparat des Bürgermeisters.“ Bei Pkt. 5 geht es um die Wahl des Gremiums, das die Angebote für die Arbeiten am Kulturheim sichten und bewerten soll.
+ + + Ich sin neigeerich, ob die Lyra iwer der Biehne die Repraturarwete am Kamin iwerlebt. + + +

Heiratsaufgebote im Rathaus von Giarmata im Januar 2018
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt
1.) Petrișor Alexandru, 26 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș ∞ Buiciuc Roxana, 20 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș  (17.01.2018)

Der Bürgermeister im Interviu
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar;  Januar 2018
Die Rathauspostille von Giarmata bleibt – wie Postillen das schon so an sich haben - ihrem Weg treu. Sie wird des Lobes nicht voll oder lässt den Chef zu Wort kommen. So gibt auch in der ersten Nummer dieses Jahres Bürgermeister Virgil Bunescu einiges zu Protokoll. Er zeigt sich sehr bescheiden, spielt die Errungenschaften des letzten Jahres herunter und macht die Bürokratie in Kreis und Land für die nicht erreichten Ziele verantwortlich. Aber 2018 wird das Versäumte nachgeholt: Stadion mit 2.500 Plätzen, Thermalbad, Park, Prinz-Eugen-Brunnen, Kulturheim, Schule und so weiter. Der Bürgermeister nennt auch Geldsummen, mit denen einige dieser und andere Projekte (bei Weitem nicht alle) realisiert werden sollen: 12.000.000 Euro. Diese und andere Gelder sollen aus Brüssel und Bukarest kommen. 
+ + + Mei Fraa un ich hun uns lang un verantwortungsvoll iwer des Interview vum Johrmarker Bürgermaaster unnerhall. Mer ware uns oonich: Es wär doch net schlecht, wann mer Altjohrmarker in Deitschland e jedi Familie e Boom forr de Park spende meechte, so wie die Bausteen forr soziale odder kulturelle Projekte do bei uns in Deitschland. E jeder Boom soll aah so haaße wie sei Spender. Nemmi oonich ware mer uns awwer noo, wie unser Boom im neie Johrmarker Park haaße soll: Efi odder Toni. Ich moon, mer losse des besser annre mache, bevor mer in unser alte Johre noch onfange zu streide. + + + 

Montag, 22. Januar 2018

Ruhig wie der zweite Weihnachtstag

Es gibt viele Gründe, warum man an einem zweiten Weihnachtstag ins Kino geht. Einer könnte sein, den ganzen Weihnachtstrubel – von dann bis dann zu dem, dann zu dem, dann noch kurz zu dem, die haben wir ja vergessen, also … - absacken zu lassen, am liebsten einen Teil davon gleich zu vergessen. Bei mir kam der Gedanke auf, als sich am ersten Weihnachtstag einige der Jüngeren in der Familie über den neuen Star Wars unterhielten. Dabei kam bei keinem der Diskutierenden, die den Streifen schon gesehen hatten oder von Dritten in Szene gesetzt wurden, Begeisterung auf. Aber bei mir machte sich spontan Kinolust breit. Mir war natürlich klar, dass ich mit dem zur Diskussion stehenden Film nichts am Hut habe. Computerfilme sind nicht mehr für mich gemacht. Ich liebe Handlungen, aber keine Action. Und Menschen statt Roboter.

Also griff ich am zweiten Weihnachtstag zur Zeitung und sah mir die Filmkritiken und die Angebote der Lichtspielhäuser an. Dabei empfand ich als wahres Weihnachtsgeschenk, dass ein Film besprochen wurde, der auch im Programm eines Altstadtkinos stand. Das ist ja nicht immer so. Oft wartet man vergeblich auf einen Streifen, über den man in der Zeitung oder im Internet etwas gelesen hat. Auch die Uhrzeit passte für ältere Semester. Und meine Vorliebe für kleine und fast leere Kinosäle ist längst kein Geheimnis mehr.

Eine bretonische Liebe (Regie: Carine Tradieu) habe ich mir dann angesehen. Das ist einer jener französischen Filme, die so viel Ruhe, trotz aller Spannung und Verwicklungen, ausstrahlen, dass einem 100 Minuten wie ein erholsamer Augenblick, ein viel zu kurzes Durchatmen vorkommen. Es wird in diesem Film nicht geschrien, sondern geredet, nicht gemordet, sondern geliebt. Letzteres mit Vorbehalt. Ja, auch das kann es im wirklichen Leben geben. Nämlich dann, wenn einer der Verliebten den Umständen entsprechend annehmen muss, dass die geliebte Person seine Schwester ist. Francois Damien und Cécile de France spielen so authentisch, dass man die ganze Zeit mit den von ihnen dargestellten Erwan und Anne zittert. Ihre Vergangenheit ist schließlich und endlich entscheidend für die Gattung dieses Films und für die Stimmung, in der man das Kino wieder verlässt. Ist der Streifen ein Drama oder eine gut ausgehende Gesellschafts- und Familiengeschichte? Was er auf keinen Fall ist, ist eine „schwungvolle Komödie“ oder „die große Komödien-Entdeckung aus Cannes“, wie man hie und da lesen konnte.

Ich empfand ihn als lockeren, mit Alltagstragödien nicht sparenden Gesellschaftsfilm. Hier treffen drei Generationen aufeinander, die jede auf ihre spezifische, dem Alter gerechte Art versucht, der Lage Herr zu werden. Das gilt sowohl für die beiden alten Herren Bastien (Guy Marchand) und Joseph (André Wilms), die in ihren schwer durchschaubaren Vaterrollen brillieren, als auch für Erwans Tochter Juliette (Alice de Lencquesaing) und den ziemlich trotteligen Didier (Esteban, bürg. Name: Michael Bensoussan).

Auf jeden Fall, war die Entscheidung, an diesem späten Nachmittag des zweiten Weihnachtstages ins Kino zu gehen, nicht verkehrt. Auch wenn ich diesmal nicht allein im Saal war. Und es saßen bei weitem nicht nur Mittsechziger in den Kinosesseln, sondern auch junge Menschen. Erfreulich, würde ich sagen, wo in diesem Film doch nichts außerirdisch ist, sondern alles sehr bodenständig.

Anton Potche