Montag, 15. Januar 2018

Die misse sich endschulliche

So geht des net weider. Merr kann so onstänniche Leit, wie die Johrmarker ware, sin un in alli Ewichkeit bleiwe werre, net verspotte. Des geht wirklich net.

Do gebt’s doch sunntachs bei der Deitsch Sendung vun Radio Temeswar zwaamol im Monat die Sendung Daheim und unterwegsDurch’s Banat mit Helen Alba. Die horch ich mer meistens, wann mei vergesslicher Kopp es zulosst, on. Am 15. Oktower hatt ich vergess druf. Awwer zum Glick kann merr die Sendunge heit mit der modern Technik jo noch paar Täch noher aah onhorche. Un des hun ich noo aah gemach. Un mich richtich geärjert. Forrwas? Des werr ich Eich glei soon, wann Dehr neigeerich druf seid.

Die Frau Alba hot desmolrum e Matrial vorgstellt, des wu se uf der Birdaer Homepage funn hot. (Die Birdaer Quell spruddelt eigentlich schun längri Zeit in der Sendung.) „Über die Heedler un Heckler wurde schon immer geschmunzelt, gelächelt und Witze gemacht“, hot die Frau Alba gsaat. Ich geb zu, ich war an dem Tach, wu ich mer die Sendung onghorcht hun, net so gut druff. Awwer was die Fraa am Mikrofon noo gsaat hot, hot mer eigentlich ganz gut gfall: „Die flottere Lebensart der Heedler reizte die Heckenschwaben zu allerlei spitzzüngigen Hänseleien. Den Heckenleuten gilt der Heedschwob als großgoschig, prahlerisch und neunmalklug.“ Des kann sich doch heere losse.

Awwer noo! Was erlaawe die Birdaer sich iwerhaupt, so iwer die Heckeschwowe un ganz bsonders iwer die Johrmarker zu stalleere? Des mache se uf der Homepage aah, nämlich sich iwer die Heckeschwowe lustich. Die Johrmarker wäre angeblich „Phoschteklemmer“. Ja was is denn des forr e „Schimpfwort“ - vor des herrische Wort do gebt’s im Johrmarker Dialekt gar ka Iwerstzung, merr kennt vleicht soon Schennwort -, hun ich mer gedenkt. Wann die Haadschwowe schun lästre, solle s’es wennichstens so mache, dass merr aah was davun versteht. Des Wort – ich moon de „Phoschteklemmer“ - hot mer ka Ruh geloss. Ich sin der Sach noo mol nohgang. Un schau her. In dem Buch Heide und Hecke – Beiträge zur Volkskunde der Banater Schwaben, rausgewwe vum Hans Gehl im Temeswarer Facla Verlag im Johr 1973, gebt’s glei am Onfang e Artikel vum Erich Lammert, der wu sich mit dem Thema Heide und Hecke befasst. Un do haaßt’s noo, dass so mancher Spottnome in der Haad un uf der Heck vun der „Spezialisierung“ in der Landwirtschaft herkummt. Un do werre die Johrmarker noo „Poschteklemmer“ genennt. Ich hun ka Ahnung, was des haaße soll. „Poschte“ kännt Phoste, hochdeitsch Pfosten, bedeide (wie scheen, dass im Johrmarkrische „ph“ net „f“ geles muss werre) un „Klemmer“ kummt vleicht vun Klemme, Spange. Awwer was des mit der Landwirtschaft zu ton kann hun? Zu meiner Zeit, des ware die Johre so um 1973, hun mer Junge unner Phostedricke verstann, e Mädche, odder e Gatschika, owets e bissje an de Torephoste dricke. Asso hot des Wort „Poschteklemmer“ in meine Ohre dorchaus e juvenile, asso jugendliche Klang. (De „P“ muss awwer mi’me „h“ onkaucht werre.) Merr muss es norr onstännich johrmarkrisch ausspreche. Un die Wissenschaft muss jo net immer Recht hun. Uf jede Fall war mei Gall verraucht un ich hun mer gedenkt, iwer die Johrmarker kann merr sowieso net spotte. Die sin vill zu großartich, als dass do oom etwas Schlechtes iwer sie infalle kännt. Awwer noo hun ich e Fehler gemach.

Newer dem Buch steht in meim Bicherregal noch so e wissenschaftliches Buch. Es haaßt Schwäbisches Volksgut – Beiträge zur Volkskunde der Banater Deutschen un is aah vum Hans Gehl im Johr 1984 im Facla Verlag rausgewwe wor, asso 11 Johr späder. Ich hun, neigeerich, wie ich schun sin, wedder e bissje drin rum gepläddert – uf Hochdeitsch haaßt des schmökern –, sin uf der 134. Seit hänge geblieb ... un vor Wut bloo im Gsicht wor. Awwer desmolrum hat ich wirklich e echte Grund dazu. Was moont Dehr, was do steht? (Ich hun des Blaat noch net aus dem Buch rausgeriss.) Nikolaus Horn, haaßt der Heimatkundler – des sin in meine Aue jo Wissenschaftler, Heimatwissenschaftler halt –, der wu sich do mit Scherz und Ironie befasst. Er schreibt in dem Aufsatz: „Durch die Nebeneinanderstellung zweier ähnlich oder gleich klingender Wörter entstand ein längerer Neckreim, der als Ausgangswort jeweils einen Banater Ortsnamen hat.“ Un noo kumme Beispiele forr die Theorie. Unner anre aah des: „Johrmarker Wickewacke – mit de krumme Arschbacke“. Unglaublich. Wie kann mer so etwas in e Buch schreiwe. Wu ware do die berüchtichte kommunistische Zensore? Wie hun die es Beste, was des Volk selmols ghat hat, nämlich die Johrmarker Musikante, Maure un Zimmerleit, als Wickewacke, un dezu noch mit krumme Arschbacke, tituleere känne. Die misse sich standepät endschulliche: all, die wu dee Spotspruch je benutzt hun, de Nikolaus Horn un die Zensore, die faule kommunistische Säck.

„Geh, hall dich zrick“, hot mei Fraa noo zu mer gsaat, „dee Spruch hot in Johrmark e jeds kloones Kind gekennt un beim Spille aah benutzt“. Leit, der kännt Eich jo vleicht vorstelle, was jetz passeert is. Net? Noo verrot ich’s Eich: Mei blooi Wut is in griini Gall iwergang. Un wie des is mit dem Gall-Kotze, was jo e jeder.
Berns Toni

Montag, 8. Januar 2018

Ein Stolperstein auf dem Weg zur Perfektion

Konzert in Ingolstadt

Ernst Hutter & Egerländer Musikanten gastierten einen Tag vor Dreikönig in Ingolstadt. Eine Krönungsmesse der böhmischen Blasmusik. Das ist alles sehr weit weg von unterhaltsamer Volksmusik. Für mich gehörte diese Blaskapelle schon immer zu den technisch und interpretatorisch versiertesten Bläserensembles hierzulande. Also konnte an diesem Abend nichts schiefgehen. Ich war innerlich total auf den absoluten Kunstgenuss eingestellt. Dazu gesellte sich noch der Zufall, dass mein Junior-Kapellmeister aus banatschwäbischen Zeiten, Hans Kaszner, bei diesem Konzert umständehalber (Erkrankung eines Kollegen) wieder einmal Tenorhorn spielte und nicht Posaune. Da kam bei mir sofort echte Mosch-Nostalgie auf. Wie weit diese Zeiten schon zurückliegen, als man die Original Egerländer Musikanten noch regelmäßig im öffentlich rechtlichen Fernsehen hören und sehen konnte, wenn auch nur im Playbackmodus – irgendwie hatte man sich damit arrangiert -, und Kaszner sowie Hutter (beide Tenorhorn), aber auch Helmut Kassner, Franz Tröster (Flügelhorn) und nicht zuletzt Oswald Windrich (Basstuba) als Jungspunde zu den Nachwuchskräften der Kapelle gehörten.

Umso mehr brillieren sie heute live mit ihrem Können in den Konzertsälen Deutschlands und einiger Nachbarländer: Ernst Hutter & Egerländer Musikanten. So war es, kurz und bündig formuliert, auch diesmal in Ingolstadt. Und doch treibt mich nach diesem in summa hochkarätigen Konzert eine Frage um: Wieso verlässt man immer wieder den Pfad des konzertanten Musizierens und gibt sich einer billigen Bierzeltmentalität hin? Regelmäßig gehen dem hohen Blech, besonders den Trompeten mit ihren Signalen, die Pferde durch: Je höher und je lauter, lautet die Devise. Dem wäre auch kaum etwas entgegenzusetzen, hat dieses Blasorchester doch alle erdenklichen Fähigkeiten, mit virtuosen Passagen zu glänzen. Und die gibt es in seinem anspruchsvollen Repertoire zuhauf.

Nur nehmen sich einige Bläsergruppen gerade dort nicht zurück - das gilt stellenweise auch für den Schlagzeuger -, wo es am dringlichsten angebracht wäre. Es ist weiß Gott nicht angenehm, mitzuerleben, wie ein so gut harmonierendes Sängerpaar wie Katharina Praher & Nick Loris von schrillen Trompetentönen zur Lautlosigkeit verdammt ist, trotz seiner Bemühungen, die Wortbotschaft der gesungenen Stücke dem Auditorium zu vermitteln. Die beiden taten mir zum Ende fast jeden Liedes leid, wenn ich sie wie zu Statisten dagradierte Gestalten vor dem sich zum Fortissimo aufplusternden Orchester stehen sah. Es muss doch möglich sein, ein Finale so zu gestalten, dass die Einsätze des hohen Blechs auch den menschlichen Stimmen noch eine Chance zum Wahrgenommenwerden geben.

Fotos: Anton Potche
Wegräumen von Stolpersteinen auf dem nie endenden Weg zur Perfektion gehört zur Zielsetzung eines jeden großen Künstlers und Ensembles. An der Donau lag ein solcher Stein auch auf dem Weg der Egerländer Musikanten. (Vielleicht hatte er sich nur im Verstärkerpult des Toningenieurs versteckt.) Als leidenschaftlicher Hörer böhmischer Blasmusik hoffe ich aus ganzem Herzen, dass Ernst Hutter und seine Mannen den kleinen Stein an der Donau gesehen, aufgehoben und im Strom versenkt haben. Ihre vor dem Orchester stimmlich so hervorragend agierenden Botschafter der Liebe, Heimat und Erinnerung werden ihnen zusammen mit vielen treuen Fans bestimmt dankbar dafür sein.
Anton Potche

Sonntag, 31. Dezember 2017

Dezember 2017 – Giarmata in den Medien

Feuer in Giarmata
aus BanatulAzi.ro, Timişoara / Temeswar; 03.12.2017
Die Temeswarer Feuerwehr musste anrücken, um einen Brand in einer Giarmataer Wohnung zu löschen.
+ + + Über einen Einsatz der Giarmataer Feuerwehr wird nichts berichtet. + + +

Die Planungen für den Autobahnzubringer Timișoara - Giarmata
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 05.12.2017
Călin Dobra, der Vorsitzende des Kreises Timiș, hat bekanntgegeben, dass die Unterlagen zur Finanzierung des Ausbaus auf vier Spuren der Landstraße Timișoara – Giarmata nach Bukarest geschickt wurden. Er hegt die Hoffnung, dass die Genehmigung noch in den letzten Dezembertagen erteilt wird. Das Geld soll zum Teil aus einem EU-Topf fließen.

Gemeinderatssitzung am 12. Dezember
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 11.12.2017
Bürgermeister Virgil Bunescu hat für den 12. Dezember – also nur einen Tag später - den Gemeinderat einbestellt. Und das für lediglich 3 (drei) Tagesordnungspunkte:  1.) das Gemeindebuget für den vierten Semester 2017, 2.) finanzielle Unterstützung für den Sportverein ACS Leu Giarmata, 3.) finanzielle Unterstützung für den Sportverein CS Unirea Cerneteaz.
+ + + Wenn ich mich gut erinnere, wurde über die Förderung der Sportvereine schon öfter im Gemeinderat diskutiert. Man schein auf keinen grünen Zweig zu kommen. + + +

Schon wieder Gemeinderatssitzung
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 14.12.2017
Und schon wieder geht es vorwiegend um die Finanzspritzen für die zwei Sportvereine, wenn sich die Gemeinderäte am 19. Dezember erneut zu einer Sitzung treffen.
+ + + Da muss es in der Sitzung vor einer Woche kein Resultat gegeben haben. + + +

Genehmigung verzögert sich
aus TION.ro, Timișoara / Temeswar, 18.12.2017
Die Unterschrift unter den Vertrag für den Ausbau der Landstraße zwischen Dumbrăvița und der Anschlussstelle zur A1 bei Giarmata verzögert sich, weil die Stadt Timișoara der Staatskasse noch eine Million Lei schuldet, die noch ein anderes Projekt belasten. Weil sich die EU mit 57,7 Millionen Lei an dem Ausbau auf vier Spuren beteiligt, müssen alle anderen beteiligten Bauträger schuldenfrei gegenüber dem Staat sein. Călin Dobra, der Vorsitzende des Kreisrates Timiș behauptet, dass der Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu sich verpflichtet hatte, die Schuld bis zum 7. Dezember zu begleichen, was nicht passiert ist. Robu behauptet, er habe mit Minister Stănescu (Entwicklung und Vizepremier) gesprochen, und der habe ihm versichert, dass es kein Problem sei, die Summe erst am 15. Januar 2018 einzuzahlen.
+ + + So schnell wird ein Bauprojekt zum Politikum. Dobra ist Sozialdemokrat und Robu Liberaler. + + +

Großer Transporter auf der Autobahn
aus BanatulAzi.ro, Timişoara / Temeswar; 19.12.2017
Für Mittwoch den 20. Dezember ist ein großes Transportfahrzeug auf der Autobahnstrecke Nădlac – Giarmata angekündigt. Das Fahrzeug soll die Grenze um 5:00 Uhr passieren und bis Giarmata ca. zwei Stunden unterwegs sein. Das transportierte Bauteil (nähere Angaben werden nicht gemacht) soll 3,5 m breit und 18,5 m lang sein und 87 Tonnen wiegen. 
+ + + Wer hinter dem Transporter unterwegs ist, muss sich halt gedulden. + + +

Minihandball in der Giarmataer Sporthalle
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 19.12.2017
Foto: SportTim.ro
Sechs Mädchenmannschaften der Altersgruppe 2007/2008 und jünger (Juniorinnen V) haben in der Sporthalle ein Turnier ausgetragen. Die Giarmataer haben zwei Mannschaften aufgeboten: ACS Leu Giarmata I und ACS Leu Giarmata II. Die anderen Teilnehmer waren LPS Banatul Timișoara, HC Câtu und Unirea Sânnicolau Mare. Gespielt wurde auf einem verkleinerten Spielfeld und auf kleinere Tore. Die Resultate waren nicht wichtig und wurden nur zum Zweck der Analyse für die einzelnen Mannschaften festgehalten. Die meisten Tore erzielt und die wenigsten bekommen hat auf jeden Fall ACS Leu Giarmata I. Der Autor des Artikels hält zum Schluss fest: „Das war eine gelungene Veranstaltung seitens der Mannschaften, der Organisatoren aus Giarmata und des Temescher Handballbundes (AJH Timiș), der Trainer, Schiedsrichter, der Delegierten und nicht zuletzt der Unterstützer auf der Zuschauertribüne, Eltern, Großeltern, Kollegen, Kinder.
+ + + Der Handball in Giarmata lebt wie einst in Jahrmarkt. Nur sind es diesmal die Mädchen, die den Ton angeben. Dass Mädchen Handball spielen, war zu meiner Zeit in diesem Dorf nicht vorstellbar. Aber in der Textilfabrik 1. Iunie, wo ich vor einer kleinen Ewigkeit mal arbeitete und Handball spielte, schon. Da gab's sowohl eine Frauen- als auch eine Männermannschaft. Besonders Erstere war eine wahre Augenweide. (Und dass wir schon mal gemeinsam ins „Cantonament“ fuhren, war auch nicht gerade eine unangenehme Geschichte.) + + +

Bürgermeister Virgil Bunescu 
bedankt sich bei den Künstlern
Foto: Renașterea Bănățeană
 Festival der Weihnachtslieder und Winterbräuche
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 20.12.2017
Das längst zur Tradition gewordene Festival brachte Künstler aus Sibiu, Bistrița-Năsăud, Piatra-Neamț, Vatra Dornei, Prahova und natürlich Giarmata auf die Bühne des „übervollen“ Kulturheimsaales der Gemeinde. Der anwesende Abgeordnete (ob Kreis- oder Land- wird nicht präzisiert) Adrian Pau äußerte sich zu der Veranstaltung: „Nach der massiven Abwanderung der Deutschen aus Giarmata wurde die Ortschaft von Menschen aus verschiedenen Landesteilen besiedelt, was der Region eine Art Multikulturalität verliehen hat, und ich glaube, dass die Initiative von Bürgermeister Virgil Bunescu sehr nützlich ist.“
+ + +  Ich bin der Meinung, der gute Mann hat recht. + + +

Wahrscheinlich letzte Gemeinderatssitzung für 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 27.12.2017
Vier Probleme stehen zur Debatte: Festlegung der Steuern und Gemeindetaxen für 2018, Festlegung des Grundgehaltes für die Angestellten Rathausangestellten, Stellenausschreibung für neue Mitarbeiter im Rathaus, Bugetdaten für den 4. Trimester 2017.

Heiratsaufgebote im Rathaus von Giarmata im Dezember 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt
1.) Oarcea Gelu, 59 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș ∞ Szücs Iudith, 34 Jahre alt, aus Timișoara, Kreis Timiș  (11.12.2017)

Nationalfeiertag im Kulturheim
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; Dezember 2017
Es ist guter Brauch, dass die Bürger von Giarmata den Nationalfeiertag ihres Landes mit einem Kulturprogramm im Kulturheim feiern. Das war auch heuer so und es gab zu Musik, Rezitationen und Tanz auch Ansprachen. Die vom Priester Mihai Venter gehaltene Ansprache sei hier wiedergeben: „So sind wir heute wieder zusammengekommen im Kulturheim von Giarmata, am 1. Dezember 2017, um unseren Vorfahren zu gedenken, die die Große Vereinigung vor 99 Jahren, am 1. Dezember 1918 bewerkstelligt haben. Wenn wir heute Gott preisen und danken, dass wir uns in diesem heiligen Kulturhort befinden, verdanken wir das in erster Reihe den großen Volkshelden. Wir können sagen, dass das Zentrum der Gemeinde Giarmata an diesem Tag in Cerneteaz liegt. Die Delegation, die am 1. Dezember 1918 aus dieser Region nach Alba Iulia reiste, wurde von dem Priester Nicolae Micluța und dem Lehrer Iosif Chișu aus Cerneteaz angeführt, während die acht Gesandten vom damaligen Bürgermeister Toma angeführt wurden.“
+ + + Richter war zu jener Zeit in Jahrmarkt Franz Wagner (von 1915 bis 1919). Wer genau dieser Mann war, weiß ich nicht, aber laut Franz Jungingers „Ortssippenbuch der katholischen Pfarrgemeinde Jahrmarkt“ könnte es sich nach meiner Einschätzung um einen der folgenden zwei Männer handeln: F. W. (1867 – 1953) oder F. W. (1868 – 1944).  Auch Pfarrer Franz Demele, erwähnt das für Rumänien so wichtige Ereignis nicht in seiner geschichtsmonographischen Arbeit „Temesgyarmat während der Kriegszeit 1914 – 1918“. Das hat wahrscheinlich etwas mit der damals noch unsicheren politischen Lage im Banat zu tun. In Demeles Nachwort kann man nämlich lesen: „Am 18. November 1918 besetzt in der Nacht eine serbische Kawallerie-Abteilung von 80 Mann unseren Ort, aber nächsten Tag schon ziehen sie weiter gegen Lippa. Doch Temesvar bleibt besetzt und das fühlte auch unsere Gemeinde.“ Das diese politische Unsicherheit bis Anfang August 1919 anhielt, ist bekannt. Also kann man so gesehen sagen, dass die Zorner / Cerneteazer schon vor 99 Jahren mit geschichtlichem Weitblick und Mut gehandelt haben, während die Jahrmarkter situationsbedingt abwarteten. (Zorn gehörte damals verwaltungsmäßig noch nicht zu Jahrmarkt, sondern war ein selbständiges rumänisches Dorf.) + + +

Samstag, 23. Dezember 2017

Frohe Weihnachten & La mulţi ani!


Ich wünsche allen Internetreisenden, die auch auf meinen Blogs kurz verweilen, gesegnete Weihnachten und ein gutes Jahr 2018!



Doresc călătorilor pe Internet care zăbovesc şi pe blogurile mele un crăciun binecuvântat şi un an nou fericit!

Ich winsch alle Reisende dorchs Internet, die wu aah uf meine Blogs e korzi Pause mache, e frohes Weihnachtsfest un e gude Rutsch ins neie Johr!

Anton Potche     Anton Delagiarmata     Berns Toni


Montag, 18. Dezember 2017

Wann

Gedicht im Johrmarker Dialekt

Wann tausende Lichter
Uf’m Kerchuff brenne,
Gebt schun de Winter
Sich zu erkenne.

Wann hunnerte Schwein
Um ehre Lewe grasche,
Is de Rampasch schun Wein
Un zughackt de Garte.

Wann’s vum Kercheturm
„Stille Nacht“ schallt,
Is es Johr ball rum
Forr Jung un Alt.

Wannre dorchs Dorf
No Hänsl un Gretl,
Is die Fasching fort,
Die Natur kriet Lewe.

Wann fleißiche Baure
Rackre, gebt’s Brot,
Im Herbst aah Trauwe
Un im Winter ka Not.

Wann de Kerweihwein
In der Erd mol ruht,
Is e klooner Kreis
Aah wedder zu.

Zwaahunnert Johr lang
Hun sich Kreise gschloss.
Heit gebt’s ka „Wann“,
Die Schwowe sin fort.


[Uf der Schanz, 1987]
Berns Toni

Lesung uf YouTube