Montag, 16. Oktober 2017

Wenn die Tuba mit der Harfe

Beim Label Coviello Classic der Produktionsfirma MBM findet man Musikproduktionen von so namhaften Orchestern und Ensembles wie Sinfonieorchester Aachen, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Radiophilharmonie des NDR, Nomos Quartett, Hörner der Berliner Philharmoniker, Salzburg Chamber Soloists und viele andere. Auch das Orchester des Nationaltheaters Mannheim gehört schon länger dazu - aber jetzt mit einer neuen Produktion: PAESAGGIO – WORKS FOR TUBA AND ORCHESTRA.

Diese aus tontechnischer Sicht hervorragende CD weist mehrere Besonderheiten auf. Da wäre einmal das sehr flexibel musizierende Orchester des Nationaltheaters Mannheim, das bei dieser Einspielung unter der Leitung von Walter Hilgers stand und eine exzellente Begleitrolle einnahm. Als Hauptakteure, und das wäre eine weitere Besonderheit, fungieren eine Solistin und ein Solist auf zwei Instrumenten, die man höchst selten – wenn überhaupt - im Duett erleben kann: Johanna Jung an der Harfe und Siegfried Jung an der Tuba. Dass dann auf dem Cover nur der Tubist abgebildet ist, hat weniger damit zu tun, wer in der Familie Jung das Sagen hat, sondern mehr mit dem musikalischen Schwerpunkt, der diesmal auf der Tuba liegt. Fünf Stücke wurden für diese Scheibe eingespielt – und alle für Tuba und Orchester sowie vereinzelt zusätzlich für Harfe und Klavier. Als weitere Besonderheit sollte nicht unerwähnt bleiben, dass zwei der Werke sogar für das Ehepaar Jung komponiert wurden und hier ihre Einspielpremiere erlebten.

Ralph Vaughan Williams’ (1872 – 1958) Konzert für Basstuba und Orchester wurde von den seit Langem erfolgreich kooperierenden Orchestermusikern Walter Hilgers am Pult und Siegfried Jung am Instrument schon öfters mit diversen Ensembles aufgeführt – in Rumänien sogar mit der berühmten Philharmonie George Enescu aus Bukarest. Die Art und Weise, wie die zwei Musiker dieses Konzert gestalten, führt dazu, dass die Tuba ihren Ruf des Exoten im klassischen Instrumentarium einbüßt – was natürlich auch so gewollt ist. Die Tuba ist ein gleichwertiges Instrument im Kreise der etablierten Blas- und Streichinstrumente eines symphonischen Orchesters. Ja, mehr noch, sie wird auch allen solistischen Ansprüchen gerecht – wenn sie von den richtigen Musikern geblasen wird. Wie eine Tube in einem Orchesterkonzert in der Solorolle klingen muss, wird von Siegfried Jung in dieser R. V. Williams-Einspielung demonstriert: sehr gefühlbetont in den Kantilenen, in den Tonhöhen sich dem Schönklang des Euphoniums nähernd und virtuos in den schnellen Passagen.

Das zweite Stück dieser CD ist ein Auftragswerk: Divertimento für Tuba, Harfe und Orchester. Wie das vorausgehende ist auch dieses ein Drei-Satz-Werk. Komponiert wurde es von Willi März, ein Münchner Komponist und Arrangeur, der seine Herkunft schon im ersten Satz seines Werkes nicht verleugnet. (Und schon längst nicht im dritten, ein Zwiefacher. Ich erinnerte mich sofort an meinen ersten Einsatz in einer bayerischen Blaskapelle aus Schierling. Plötzlich hieß es da: eins, zwei, drei; eins, zwei, drei; eins, zwei; eins, zwei; und dann wieder zwei Dreiertackte, gefolgt von zwei Zweiertackten und immer so weiter – für einen Banater Schwaben äußerst ungewöhnlich. Ich habe zwar kein Blut geschwitzt, musste aber schnell erkennen, dass man hier mit Hören weiter kommt als mit Zählen.) Tja, da trifft sich anspruchsvolle Klassik mit aus dem Volk übermitteltem Musikantentum. Und dazu kommt eine harmonische Instrumentalehe. Welch herrliche Musik, wenn Harfe und Basstuba wie hier harmonieren. Ich konnte beim Zuhören keine Anlehnungen an andere Werke und schon längst nichts Epigonenhaftes erkennen. Aber etwas Estradenhaftes wohnt dieser Musik inne. Du kannst sie einfach überall spielen. Man kann sie sich sowohl in einem Konzertsaal als auch in einem Kurortpavillon vorstellen. Was dabei allerdings stimmen muss, ist die Qualität des Orchesters und der Solisten. Also Musik, der jedermann lauschen, aber die nicht jedermann spielen kann.

Als drittes Stück beinhaltet diese Produktion ein 20minütiges Musikepos von Torbjörn Iwan Lundquist (1920 – 2000). Als ich die ersten Takte vernahm, fiel mir sofort Finlandia ein. (Nicht der Vodka, sondern Jean Sibelius’ sinfonische Dichtung.) Aber von dem, was Finnen empfinden, liegen die Schweden anscheinend nicht allzu weit entfernt. Torbjörn Iwan Lundquist hat mit Landscape für Tuba, Streichorchester und Klavier genau die passende Musik zu den naturbetonten, oft schroffen und endlosen Landschaften Skandinaviens komponiert. Das war wirklich so: Ich habe beim zweiten Abspielen dieses Stückes das Licht im Zimmer ausgemacht und mir diese Musik bei hereinschauendem Mond zu Gemüte geführt. Off, ich hatte schon Angst, da kommen sich Tuba und Orchester in die Quere. Zum Glück waren die boshaften Akkorde nach dem gleitenden Tubasolo zu Beginn des Stückes nur eine Andeutung der auch unwirtlich sein könnenden Landschaft des Nordens. Man einigte sich schnell, weil der Komponist es eben so wollte. Und ich durfte bei herbstlichem Mondschein meine Einsamkeit genießen. Manchmal kann Alleinsein so schön sein. Wie zum Beispiel bei dieser Musik.

Johanna Jung
Fotoquelle: Booklet
Das vierte Stück ist auch eine Auftragskomposition. Andrea Csollány (*1964) hat sie für das in der Pfalz beheimatete Ehepaar Jung  - er, Siegfried,  ein geborener Banater Schwabe und sie, Johanna, eine Oberbayerin – geschrieben: Prayer für Tuba, Harfe und Streicher. Laut Booklet (ausführlich und zweisprachig: deutsch – englisch, mit gelungenen Schwarzweißfotos) bedeutet Prayer Gebet. Welch ein Widerspruch zum Inhalt. Wer dieser Musik lauscht, vergisst doch zu beten. Diese Melodiecluster zwingen dich zum Lauschen, wie beim Lesen eines guten Buches. Wie geht es weiter? Liegt da nicht ein Flimmern über der endlosen Puszta? Die Sonne versinkt am Horizont. Ich spekuliere einfach. Als Hörer darf ich das doch. Der Name der Komponistin deutet auf diese Möglichkeit hin. Und der Geburtsort des Tubisten? Der liegt am Rande des pannonischen Beckens. Da ruft der Sonnenuntergang in der Sommerhitze das gleiche Flimmern hervor. Und die Harfenistin? Ihre Heimatstadt liegt an der Donau, dem Strom, der die Puszta durchquert und auf dem vor 300 Jahren die Ahnen des Tubisten ins Banat fuhren. Wer weiß, vielleicht haben sie ja in Ingolstadt angelegt. Sollten diese historischen Hintergründe eine Seelenverwandtschaft rechtfertigen, dann ist Prayer der richtige Titel für dieses faszinierende Stückchen Musik – auch wenn man beim Zuhören das Beten vergisst.

Zum Schluss eines gelungenen Konzertes gibt es oft eine oder auch mehrere Zugaben. In der Klassik ist es meistens ein Ohrwurm. Siegfried Jung spielt in Liveauftritten gerne den Rumänischen Tanz Nr. 2 von Ionel Dumitru (1915 – 1997), doch nicht die Originalfassung für Tuba und Klavier sondern ein Arrangement für Tuba und Orchester von Willi März. Und man muss schon sagen, der Münchner Komponist & Arrangeur hat den Ton getroffen. Es ist der gleiche, dem schon Béla Bartók (1881 – 1945) mit seinen Rumänischen Tänzen Weltruhm verschafft hat. Ein Ton, der die Alltagsmühen wie auch die Leichtigkeit und Heiterkeit der Völker Südosteuropas in ein musikalisches Gewand kleidet – nicht nur das der Rumänen. Und dieses Gewand mit einem Tubaton genäht ist noch mal eine Kunst für sich. Wer sich davon überzeugen will, sollte sich diese CD besorgen. Sie klingt mit Ionel Dumitrus virtuosem Tubastück aus.

Irritierend war für mich bei aller Begeisterung für die gehörte Musik die Beschriftung des Covers. Dreisprachig: Paessagio (italienisch), Works for Tuba and Orchestra (englisch), Siegfried Jung – Tuba (deutsch, englisch), Johanna Jung – Harp (englisch), Orchester des Nationaltheaters Mannheim (deutsch), Walter Hilgers – Conductor (englisch). Die Qualität dieser Musikproduktion unterstreicht die Internationalität der Musik auch ohne dieses Sprachengemenge auf dem Cover, ganz gleich, was die Gestalter sich dabei gedacht haben.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich diese mit nicht alltäglicher Musik bestückte CD zu besorgen. Das Label Coviello Classics bietet sie an (http://www.covielloclassics.de/), über Siegfried Jungs Homepage kann man sie über einen Shop für 15 Euro plus Versandkosten erwerben  (https://www.siegfriedjung.de/shop). Auch Amazon bietet sie schon an - zu anderen Preisen (https://www.amazon.de/Paesaggio-Werke-F%C3%BCr-Tuba-Jung/dp/B075RSVGX6) - und im Musikhandel müsste man sie ebenfalls kaufen können.
 Anton Potche

Montag, 9. Oktober 2017

Wurde „Geschenkt“ verfilmt?

Daniel Glattauer: Geschenkt; Deuticke Verlag Wien, 2014; 336 Seiten, fester Einband; ISBN 978-3-552-06257-3;19,90 Euro;  ePUB: ISBN 978-3-552-06271-9; 15,99 Euro;  (bei Amazon gibt es das Buch zu verschiedenen Preisen)

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. So weiß es der Volksmund. Das hat den dreiundvierzig Jahre alten und dem Alkohohl nicht abgeneigten Journalisten Gerold Plassek aber nicht davon abgehalten, nach anfänglicher Gleichgültigkeit nach einem mysteriösen Geldspender zu suchen. Wer nun erwartet, hier etwas über einen spannenden Krimi zu erfahren, den muss ich enttäuschen.

Nein, keine Kriminalgeschichte, dafür aber ein von allen Gesichtspunkten unterhaltsamer, fesselnder und auch informativer (man weiß ja nie so recht, wie viel Realität in einer Fiktion steckt – oder umgekehrt) Roman, der im Wiener Pressemilieu angesiedelt ist und so manchen Einblick in soziale Randgruppen der österreichischen Gesellschaft gewährt.

So schreibt man also Bestseller. Wie Daniel Glattauer es mit Geschenkt lehrbuchmäßig vormacht. Man findet eine wahre Begebenheit – hier eine Geschichte, die sich 2011 in Braunschweig zugetragen hat - und stellt auf ihr mit Hilfe eigener Lebens- und Berufserfahrungen das Gerüst eines Romans auf. Dann baut man mit einer vor zum Schmunzeln anregenden Wortspielen („Es ist eben nicht immer alles so, wie es aussieht, selbst wenn es verdammt danach aussieht.“) und Sprachvariationen („Schon der Gedanke an einen Gedanken daran war denkunmöglich.“) nur so strotzenden Sprache am Romanhaus, und zwar so lange, bis man einfach den Spaß an der Arbeit verliert. Ob mit oder ohne Dach scheint Daniel Glattauer zumindest bei diesem Romanbau nicht interessiert zu haben.

Geschenkt ist unfertig. Er, der Romancier, hört irgendwann auf zu erzählen, ohne nur einen einzigen der vielen Handlungsstränge fertig zu flechten, geschweige denn sie zu verknoten. Er könnte eigentlich sofort einen Fortsetzungsroman anhängen. Mit einem so liebenswürdigen Chaoten wie diesem Gerold, genannt Geri, der lange gar nicht wusste, dass er neben einer Tochter aus einer geschiedenen Ehe auch noch einen Sohn aus einer anderen geschiedenen Ehe hatte, würde das bestimmt gelingen.

Was dem Leser von Geschenkt nicht oder nur sehr schwer gelingen wird, ist eine dezidierte Parteinahme. Eine Differenzierung in Gut und Böse ist nicht möglich. Wenngleich die Protagonisten des Romans aus ganz verschiedenen Gesellschaftsschichten kommen. „Zoltans Bar in der Schlachtgasse, die quasi“ Geris „verlängertes Wohnzimmer war, was zugegebenermaßen kein gutes Licht auf [seine] Wohnverhältnisse warf“, kann man sich leicht im Erdgeschoss eines Hauses vorstellen, ebenso wie man „diese Teufelspraxis in der Margaretenstraße“, wo die ledige Zahnärztin „mit den blonden kurzen Haaren und dem entzückenden […] Achzig-Grad-Übergang von der entzückenden Kinnkante zum entzückenden Halsansatz“ praktizierte, problemlos in einem lichtdurchfluteten Obergeschoss vermuten darf.

Vorstellen kann man sich bei dieser Glattauer-Schöpfung viel. Auch, dass der bisher über 100.000 Mal verkaufte Roman ein Kinoerfolg wird. Der für Das finstere Tal hoch gelobte Regisseur Andreas Prochaska hat sich angeblich der Verfilmung von Geschenkt angenommen, schrieb der DONAUKURIER am 17. September 2015. Das könnte auch ein Grund sein, mal wieder ins Kino zu gehen - falls es den Film gibt. Näheres dazu konnte ich leider nicht ausfindig machen. Seine Existenz scheint so rätselhaft wie der anonyme Spender in Geschenkt zu sein.

Anton Potche

Samstag, 30. September 2017

September 2017 – Giarmata in den Medien

Niederlage in Hermannstadt
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 01.09.2017
 Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 2. Spieltag
AFC Hermannstadt II - CS Millenium Giarmata  3:1 (2:0)
Torschützen: Joseph Anagor (56) für Millenium sowie Cătălin Tarcea (9), Andrei Pop (25) und Dan Roman  (72) für die Gastgeber
Aufstellung CS Millenium: MiklosOlariu (75, Pricop), Stupu, Covăsală, Ștefănescu (85, Rus), Bungău, Domșa (80, Grunță), Codrea, Stoica (55, Sporin), Ghighilicea, Anagor.
Trainer Răzvan Leucă hat die Vergabe der zahlreichen Gelegenheiten seiner Mannschaft beklagt. „So etwas rächt sich in der Regel“, sagte er nach dem Spiel.

Niederlage im Heimstadion
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 08.09.2017
 Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 3. Spieltag
CS Millenium Giarmata - Național Sebiș  0:2 (0:0)
Torschützen: Ruță (66) und Marco Enciu (89)
Aufstellung CS Millenium: Robert Miklos - Sinisa Sporin, Robert Covăsală, Mircea Stupu , Alexandru Cherecheș, Dan Domșa, Dorin Codrea, Florin Olariu, Claudiu Ghighilicea, Ovidiu Ștefănescu, Ifeani Anagor.
Tabellenplatz: 13  CS Millenium Giarmata  1
+ + + Das war kein guter Start für die Giarmataer Ruga, die vom 8. bis 10. September in der Gemeinde gefeiert wird. + + +

Einbruch
aus ZiuadeVest.ro, Timişoara / Temeswar; 08.09.2016
In einem Verkaufsladen in Giarmata haben Diebe den Seif aufgebrochen und sich mit „einigen Hunderttausend Lei“ aus dem Staub gemacht. In dem Geschäft werden landwirtschaftliche Produkte verkauft. In anderen Medien wird von einem Geldbetrag in Höhe von 235.000 Lei gesprochen.
+ + + Bisher fehlt jede Spur von den Einbrechern. + + +

„Traumrugă in Giarmata“
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 10.09.2017
So titelt die Zeitung und berichtet von der Ruga in Giarmata. Das grandiose Fest wurde nicht nur von den Einheimischen genossen, sondern auch von vielen „goști“, also Gästen. Unter diesen waren auch Parlamentarier, alle Parteifreunde des Giarmataer Bürgermeisters Virgil Bunescu: Bianca Gavriliţă, Adrian Radu Pau und Adrian Diaconu
Rugă im baumlosen Dorfpark
Quelle: RenaștereaBănățeană.ro
+ + + Ich hun meiner Fraa mit dem Bild wolle Appetit uf e Johrmarker Ruga mache. Noo hot’s gsaat, es kennt dort nimmand, asso fahrt’s aah net hin. Merr moont grad, an der Nordsee meecht’s jemmand kenne. Wann’s net mitkummt fahr ich uf’s Johr loonich un such mei ganze Menscher vun friehjer uf. Die werre bestimmt schun all voller Sehnsucht uf mich warte. Un bei de Sânzene Bănățene kännt ich sowieso noch gut mithalle. Wer mer des net glaabt,kann jo do mol schaue, wie die trille. Des sin Zeppelpolkas hoch drei. Do kann ich bestimmt noch mithalle. Vun der Ruga in Giarmata gebt’s aah noch annre Videos: do un do. + + +

Rally Giarmata – Pișchia
aus OpiniaTimișoarei, Timişoara / Temeswar, 12.09.2017
Diese Auto- und Cartrally ging mit folgenden Ergebnissen zu Ende:
Rally Klasse I:   1.) Giurisici Marius - Rotaru Alin, 2.) Preunca Mihai - Totis Sorin, 3.) Nicoara Adrian - Nitu Darius
Rally Klasse II:  1.) Preunca Daniel - Petenchea Daniel, 2.) Onut Robert - Onut Narcis
Rally Klasse III: 1.) Mihoc Sorin - Grui Alexandru, 2.) Makrai Robert - Dediu Luciano, 3.Linca Alin - Barbu Doru
Mannschaft Rally:  1.) Schoko Baroque-Constructim
Drift: 1.) Makrai Robert, 2.) Dediu Luciano, 3.) Tirla Sergiu
Karting Pufo: 1.) Konig Eduardo
Junioren:  1.) Koenig Eduardo, 2.) Taraban Antonio
Supersport:  1.) Isac Isabela,  2.) Nagy Victor, 3.) Nitu Darius
Kids:  1.) Nagy Alesia
Mannschaft Karting:  1.) ACS Dumbrăvița

Schon wieder besiegt
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 16.09.2017
 Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 4. Spieltag
Internațional Bălești - CS Millenium Giarmata  2:0 (1:0)
Torschützen: Negrea (7) und Frățilescu (75)
Aufstellung CS Millenium: MiklosSporin, Stupu, Covăsală, CherecheșBungău, Domșa (50, Anagor), Ștefănescu (50, Ghighilicea), CodreaFlorin Olariu (50, Grunță), Copoeru (70, Stoica).
Tabellenplatz: 14  CS Millenium Giarmata  1
+ + + Nur CS Nova Mama Mia Becicherecu Mic hat eine schlechtere Bilanz  nach vier Spieltagen. + + +

Einsicht in die Grundbuchsituation
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 21.09.2017
Ab dem 22. September kann man 60 Tage lang im Rathaus Einblick in die Grundbuchsituation von Giarmata nehmen. Änderungsanträge können im Rathaus und im Grundbuchamt in Timișoara eingereicht werden.

Hilfe nach dem Sturm
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 21.09.2017
In einer im Rathaus ausgehängten Pressemitteilung der Stiftung Pentru voi heißt es, dass die Stiftung zusammen mit Kaufland România 500.000 Lei für geschädigte Familien zur Verfügung stellt. Die Mitteilung enthält die Bedingungen, unter denen man an das Geld kommt – höchstens 5000 Lei pro Familie. Das Geld muss nicht zurückgegeben werden. Katharina Scheidereiter, Managerin von CSR Kaufland România, sieht in dieser Aktion auch einen „Solidaritätsaufruf an den privaten Sektor“, den Betroffenen beizustehen. Auch Laila Onu, Generaldirektor der Stiftung Pentru voi, ruft zu Solidarität auf, diese „sei nötig in schweren Momenten“.
+ + + Der Sturm zog am Sonntag, dem 17. September über das Banat und fand auch in den deutschen Medien eine entsprechende Resonanz. + + +

Gemeinderatssitzung am 26. September
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 21.09.2017
10 Punkte stehen auf der Tagesordnung. Es geht um den Infrastrukturplan 2014 – 2020, vorwiegend ums Wasser und Abwasser für und aus den Haushalten. Aber auch Veräußerungen von Immobilien und Grundstücken sind ein Thema. So kann man zum Beispiel bei Punkt 7 lesen: „Beschlussprojekt zum Bericht der Bewertung der Immobilien CF Nr. 406054 und CF Nr. 406041, im Bereich des Verwaltungstraktes der IAS - im Besitz von Herr Bittenbinder Peter –, zwecks eines möglichen Erwerbs.
+ + + Wann die Heiser mein wäre, meecht ich se der Gemeinde schenke. Aus lauder Lieb … zu der alt Heimat. + + +

Endlich ein Sieg
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 22.09.2017
Ifeanyi Anagor 
Millenium Giarmata
Quelle: SportTim.ro
Fußball - C4 (Liga III – Serie IV) – 5. Spieltag
CS Millenium Giarmata - CNS Cetate Deva  3:2 (1:1)
Torschützen: Romică David  (6 & 55) für Cetate und Claudiu Ghighilicea (44 & 58) sowie Ifeanyi Anagor (78) für Millenium
Aufstellung CS Millenium: Robert MiklosSinişa Sporin, Mircea Stupu, Darius Buzdugan, Alexandru Cherecheş, Radu Domşa, Dorin Codrea, Sebastian Stoica (Min. 46, Adrian Bungău), Alin Pricop (Min. 70, Andrei Rus), Claudiu Ghighilicea (Min. 88, Laurenţiu Copoeru), Ifeanyi Anagor (Min. 90, Aurelian Grunţă)
Tabellenplatz: 12  CS Millenium Giarmata  4
+ + + Na also, geht doch. + + +

Sieg und Niederlage
aus SportTim.ro, Timişoara / Temeswar; 24.09.2017
Fußball - Liga V Timiș – Serie II – 6. Spieltag
Jebel - Millenium II Giarmata  2:1
Unirea Cerneteaz  - Timișul Urseni  3:1
Tabelle: 3  Millenium II Giarmata  12 
          13  Unirea Cerneteaz  6

Internationale Fahndung nach einem Giarmataer
aus RenaștereaBănățeană.ro, Timişoara / Temeswar, 29.09.2017
Die rumänische Polizei hat einen 33 Jahre alten, aus Giarmata stammenden Mann festgenommen. Die internationale Fahndung nach ihm wurde von deutschen Behörden ausgeschrieben. Der Mann soll in Deutschland Güter im Wert von 30.000 Euro gestohlen haben.
+ + + Langfingerschicksal! Wenn es nur immer so ausginge. + + +

Einberufung für den nächsten Tag
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt, 28.09.2017
Der Bürgermeister bestellt den Gemeinderat für den nächsten Tag zu einer Sitzung ein – Sitzung mit einem einzigen Tagesordnungspunkt: Haushaltsplan für den dritten Semester.
+ + + Ob da jemand, jemand auf dem falschen Fuß erwischen will?!“ + + +

Heiratsaufgebote im Rathaus von Giarmata im September 2017
aus PrimăriaGiarmata.ro, Giarmata / Jahrmarkt
1.) Cazacu Victor-Andrei, 27 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș ∞ Berzovan Bianca-Nicoleta, 24 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș  (06.09.2017)
2.) Homone Petru-Dorel, 48 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș ∞ Pop Floare, 47 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș  (06.09.2017)
3.) Gorea Clavaliu(?)-Gabriel, 41 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș ∞ Hugianu Mihaela, 43 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș  (06.09.2017)
4.) Lupu Flavius-Petre, 25 Jahre alt, aus Alioș, Kreis Timiș ∞ Muzsikaș (?) Ileana-Larisa, 28 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș  (13.09.2017)
5.) Chiribucă Laurențiu-Cătălin, 28 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș ∞ Popescu Roxana-Daniela, 32 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș  (20.09.2017)
6.) Voian Radu-Gabriel, 32 Jahre alt, aus Giarmata, Kreis Timiș ∞ Cărbunar Mădălina-Larisa, 25 Jahre alt, aus Fibiș, Kreis Timiș  (27.09.2017)
7.) Feroca Mihai, 32 Jahre alt, aus Icloda, Kreis Timiș ∞ Căldăraș Emanuela, 23 Jahre alt, aus Cerneteaz, Kreis Timiș  (27.09.2017)

Ruga
aus FOAIA de GIARMATA, Timişoara / Temeswar; September 2017
Die Ruga, die rumänische Kerweih, soll heuer „die schönste von allen bisherigen“ gewesen sein, kann man auf der Site lesen. Bürgermeister Virgil Bunescu hat Einheimische und Gäste mit dem Aufruf begrüßt: „Fühlt euch wie im Märchen!“
+ + + Des kännt schun stimme, weil gfeiert is im Dorfpark wor, un Parks oone Beem gebts halt norr im Märchen. + + +

Montag, 18. September 2017

Ein Interview vor der Fernsehpremiere

Die ARD zeigte am vergangenen Mittwoch die Filmkomödie Falsche Siebziger. Das Thema ist nicht neu. Von vertuschten Todesfällen zum Zweck weiterlaufender Rentenzahlungen hat man schon öfter gehört. In der BR-Produktion erwischt es gleich drei Senioren. Und das noch im gleichen bayerischen Weiler, wo sowieso jeder jeden kennt.

Eine der Protagonisten dieser Irrungen und Wirrungen mit dem Ziel, an je mehr Geld zu kommen, ist auch Iris. Sie erfährt nach dem Tod ihrer Mutter von deren Testament zugunsten einer Stiftung. Der Kampf um das entschwindende Vermögen beginnt und mündet in so manche Situationskomik.

Kathrin von Steinburg und
Gerhard Wittmann in
Falsche Siebziger
Iris wird von Kathrin von Steinburg gespielt. Die 1977 in München geborene und auch dort lebende Schauspielerin hat dem DONAUKURIER aus Ingolstadt ein ausführliches Interview gegeben, das im SONNTAGSGESPRÄCH vom 9./10. September veröffentlicht wurde. Zu ihrer Rolle in Falsche Siebziger hat die Interviewerin Verena Doyé der Schauspielerin mit Studien an der Schauspielschule Neighborhood Playhouse in New York und an der Filmakademie Baden-Württemberg keine einzige Frage gestellt, wie man das situationsbedingt erwarten konnte.

Nein, es ging vorwiegend um die Person und Schauspielerin Kathrin von Steinburg, aber nicht um ihre letzte Rolle. Und zur Person gehört auch die Abstammung. Die ist Siebenbürgen. Kathrin von Steinburgs Eltern sind Ende der 1960er Jahre nach Deutschland ausgewandert. Sie gehörten also zu den ersten Deutschen, die nach dem Krieg Rumänien in Richtung Bundesrepublik verließen. Und „auf jeden Fall haben sie ihre Heimat vermisst“. Verlustgefühle beinhalten immer auch eine Dosis Schmerz, nicht nur schwärmerische Nostalgie. Von diesem tief sitzenden Gefühl ist auch etwas auf die Tochter übergegangen, doch nicht als Schmerz, sondern als Neugierde, einem gewissen Bedürfnis nach Spurensuche.

Kathrin von Steinburg hat also einen der in letzter Zeit bis zum Überdruss bemühten Migrationshintergründe. Und der sieht in ihren eigenen Worten so aus. „Bayern ist meine Heimat, hier bin ich zu Hause. Meine Wurzeln sind in Siebenbürgen. Ich war 2007 mit einer Freundin dort – davor nur als Kleinkind – und ich habe mich dort sofort sehr wohl gefühlt. Endlich habe ich mal die Orte gesehen, von denen meine Eltern erzählt haben, wo sie geheiratet haben, zur Schule gegangen sind, wo sie gelebt haben. Das war sehr schön.“ Gefragt nach einem Erlebnis, das sich ihr auf dieser Reise nach Siebenbürgen „besonders eingeprägt hat“, antwortete die erfolgreiche Schauspielerin: „Als ich an der Gedenktafel meines verschollenen Großvaters auf dem Friedhof war. Dort hinzugehen, und mich von denen zu verabschieden, von denen ich so viel gehört habe, das hat mich sehr berührt. Das andere war, als ich mit meiner Freundin durch die Straßen gegangen bin, und wir bayerischen Dreigesang gesungen haben.“

So sieht Erinnerungskultur in einem befriedeten und vereinten Europa aus. Auch wenn Iris ihre Mama aus ganz anderen Beweggründen noch ein Weilchen im Diesseits halten wollte.
Anton Potche

Montag, 11. September 2017

Kein General, aber ein Oberst als Namensgeber

Ein sehr bekannter und viel gespielter Marsch trägt den Namen Castaldo. Sein Komponist hieß Rudolf Novácek (1868 – 1929). Der gebürtige Tscheche konnte aufgrund seiner langjährigen Abwesenheit aus der Heimat nur gebrochen Tschechisch, was ihn irgendwann um die Stelle eines Musikreferenten in der tschechischen Armee bringen sollte. Dafür ist er aber in der Habsburgermonarchie ganz schön herumgekommen. In Wien war er Student bei Josef Hellmesberger jun. (Violine); er studierte auch in Budapest, wurde Militärmusiker und Dirigent in Pilsen, dirigierte in Prag, betätigte sich in Temeswar und Bukarest als Musikpädagoge und bereiste als Dirigent Bulgarien, Russland, Holland und Deutschland. Und er komponierte.

Hier hat einer aber tief in die Geschichtstruhe gegriffen, dachte ich mir unlängst, als ich diesen Marsch wieder hörte. Der kaiserliche General Giovani Battista Castaldo war eine politische und militärische Persönlichkeit, die beim Untergang der christlichen und zu Beginn der ottomanischen Herrschaft im Banat zugegen war, ohne den Machtwechsel allerdings verhindern zu können.

30 Jahre nach dem Fall Belgrads in die Hände der Türken wollte Sultan Süleyman I. auch das Banat mit seinen Festungen unter seine Herrschaft bringen. Das wiederum gefiel dem Habsburger Ferdinand I. überhaupt nicht. Schließlich und endlich schielte auch er nach den Königskronen von Böhmen, Kroatien und Ungarn und nicht zuletzt nach dem Fürstentum Siebenbürgen. Also schickte er schon mal 7000 Söldner unter General Giovani Battista Castaldo (1493 – 1563) ins Fürstentum. Die kamen am 4. Juni 1551 dort an. Und ab da führte der italienische General eine rege Korrespondenz, wofür Historiker ihm heute noch dankbar sind. Und Komponisten – dachte ich. Denn wem konnte ein österreichischer Militärmarsch, komponiert von einem im Banat lebenden österreichischen Militärkapellmeister schon gewidmet sein, wenn nicht einem Habsburg treuen General?

Weit gefehlt! In Temeswar war Rudolf Novácek kein Militärmusiker mehr. (Der Musikwissenschaftler Franz Metz hat einen ausführlichen Essay über seinen Werdegang geschrieben.) Militärkapellmeister war er nur in Pilsen und Prag. In der tschechischen Hauptstadt leitete er die Militärkapelle des Infanterieregiments Nr. 28, das unter dem Befehl von Oberst Ludwig Castaldo (1839 – 1910) stand. Dieser Offizier war der Namensgeber des Castaldo-Marsches. Wie auch immer, der Bezug zum Banat bleibt bestehen, denn Rudolf Novácek ist zwar in Prag gestorben, seine sterblichen Überreste wurden aber in Temeswar zur ewigen Ruhe gebettet.

Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob der Castaldo-Marsch auch in Jahrmarkt mit seinen vielen Blaskapellen gespielt wurde. Möglich wäre es, denn Franz Metz schreibt in seinem Essay: „Einen guten Kontakt unterhielt Novácek zu dem Kapellmeister des k.u.k. Infanterieregiments Nr. 61 Jan Gottwald. Das Regiment lag seit 1911 in Temeswar und dessen Musik wurde 1916 zur Garnisonsmusik Temeswar.“ Bei dieser Regimentskapelle spielten vier Musikanten aus Jahrmarkt, unter ihnen auch einer, der später Kapellmeister in Jahrmarkt, Sackelhausen und dem Temeswarer Textilunternehmen ITT werden sollte: Martin Loris. Seine Jahrmarkter Kollegen in der Regimentskapelle waren Georg Braunecker, Michael Krämer und Franz Lambert, vermerkt Pfarrer Franz Demele in seinem Buch Temesgyarmat während der Kriegszeit 1914 – 1918.  Wenn man berücksichtigt, dass der Castaldo-Marsch schon 1890 entstand, ist es bestimmt nicht abwegig, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass der Marsch auch in Jahrmarkter „Marschbichelcher“, wie es im  Dorfdialekt hieß, vorhanden war. Diese Möglichkeit besteht natürlich auch für die Blaskapellen anderer Dörfer des Banats.

In einer Liste mit 102 Infanterieregimentsmärschen (nach Reinhard Wieser) wird der Castaldo-Marsch als Regimentsmarsch des in Innsbruck stationierten Infanterieregiments Viktor Emanuel III. König von Italien vormals k.u.k. Infanterieregiment Nr.28 (Prag)  angeführt.

Anton Potche